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29.09.2026

Leserservice: Bundesweiter Aktionstag gegen Glücksspielsucht am 30. September

Rund 1,4 Millionen Menschen in Deutschland zeigen ein problematisches oder bereits suchtkrankes Glücksspielverhalten. Glücksspielsucht kann Menschen in Verschuldung und soziale Isolation führen, Beziehungen und Familien zerstören

und erhebliche psychische Belastungen verursachen. Auch Arbeitsplatz oder Ausbildung können beeinträchtigt werden. „Glücksspiel wird dann gefährlich, wenn der Mensch nicht mehr spielt, weil er Spaß daran hat, sondern weil er nicht mehr aufhören kann. Genau an diesem Punkt beginnt Sucht“, sagt der rheinland-pfälzische Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD) anlässlich des bundesweiten Aktionstags Glücksspielsucht. Besonders problematisch sei, dass sich Glücksspielsucht häufig schleichend entwickelt. Schnelle Spielabfolgen, die ständige Verfügbarkeit auch von Online-Angeboten und der Versuch, bereits erlittene Verluste wieder auszugleichen, verstärkten problematisches Spielverhalten, so der Minister.
Hoch sieht deshalb auch die Glücksspielbranche in der Verantwortung: „Wir dürfen nicht zulassen, dass aus der Suchtgefahr ein Geschäftsmodell wird. Wo Anbieter mit immer neuen Reizen und einfachen digitalen Zugängen zum Weiterspielen animieren, muss der Schutz der Menschen an erster Stelle stehen. Allen muss bewusst sein: Glücksspielsucht ist keine Charakterschwäche und kein persönliches Versagen. Sie ist eine ernsthafte Suchterkrankung, die Menschen in finanzielle, psychische und soziale Not bringen kann“, betont Clemens Hoch. Eine Glücksspielsucht treffe zudem häufig nicht nur die betroffene Person selbst. Auch Partnerinnen und Partner, Kinder und andere Angehörige litten unter den Folgen – etwa unter finanzieller Unsicherheit, Konflikten und Vertrauensverlust.
Gerade mit Blick auf Kinder und Jugendliche müsse Prävention deutlich früher ansetzen. „Sie dürfen erst gar nicht lernen, dass Glücksspiel ein normaler Teil ihres Alltags ist. Prävention muss beginnen, bevor aus Neugier ein problematisches Verhalten wird.“ Der Minister warnt in diesem Zusammenhang vor einer Normalisierung des Glücksspiels in der digitalen Lebenswelt junger Menschen. „Gerade für junge Menschen kann die Hemmschwelle sinken, weil auf den Mobilgeräten Glücksspiel rund um die Uhr verfügbar ist. Deshalb müssen wir dort hinschauen, wo Glücksspiel längst Teil der digitalen Lebenswelt geworden ist.“ Hoch fordert deshalb einen Perspektivwechsel im Umgang mit dem Glücksspiel: „Nicht die Frage, wie viele Menschen zum Spielen gewonnen werden können, darf entscheidend sein, sondern wie viele Menschen vor Abhängigkeit geschützt werden.“

Rheinland-Pfalz setzt neben dem gesetzlichen Spielerschutz auf Beratung, Prävention und Hilfsangebote. Betroffene und Angehörige können sich an Suchtberatungsstellen wenden und Unterstützung bei der Bewältigung der Erkrankung erhalten. Glücksspielsucht ist behandelbar. „Wir müssen Schluss machen mit der Vorstellung, Glücksspiel sei einfach nur harmlose Unterhaltung. Für Menschen mit problematischem Spielverhalten kann aus dem vermeintlichen Spiel sehr schnell ein Teufelskreis werden. Wer merkt, dass er die Kontrolle verliert, sollte deshalb nicht warten, bis aus einem Problem eine schwere Sucht geworden ist, sondern frühzeitig Hilfe suchen“, so Hoch.

Presse Gesundheitsministerium