30.07.2026
Gewalt gegen Frauen ist kein Frauenproblem
Koblenz (red/boß) Ein Aktionstag für Frauen, die Opfer von Gewalt wurden, findet am Samstag, 1. August von 11 bis 15 Uhr auf dem Vorplatz der Herz-Jesu-Kirche - Löhrrondel - in Koblenz statt. Veranstalter
ist die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands im Bistum Trier (kfd). Im Jahr 2024 starben 308 Frauen und Mädchen durch geschlechtsspezifische Gewalt, davon 191 Frauen im sogenannten Tatfeld „Häusliche Gewalt“: 132 Frauen wurden durch ihre Ex-/Partner und 59 Frauen von anderen Familienangehörigen ermordet. Gewalt gegen Frauen findet also zum allergrößten Teil dort statt, wo Frauen eigentlich sicher sein sollten: bei ihnen zu Hause. Der Aktionstag des diözesanen Fachausschusses der kfd rückt besonders das Schicksal der 191 im Tatfeld „Häuslicher Gewalt“ getöteten Frauen in den Fokus. Hinter den nackten Zahlen stehen Frauen, die ihr Leben verlieren und Familien, die zerstört werden. Für jede dieser ermordeten Frauen wird auf dem Vorplatz der Herz-Jesu-Kirche in Koblenz ein Paar Schuhe stehen. „Wir wollen die Menschen wachrütteln. Denn die Gewalt gegen Frauen ist kein Frauenproblem, sondern ein gesamtgesellschaftliches Problem. Es darf nicht länger nur von Beziehungstragödien oder Eifersuchtsdramen gesprochen werden, wenn Frauen brutal von Ex/-Partnern ermordet werden. Die angestrebten Veränderungen des Strafrechts sowie eine bundesweit einheitliche Definition des Begriffes Femizid sind zwingend notwendig“, sagt Rita Monz, Sprecherin des FA aus Eppelborn (Saarland). Wichtig ist den Mitgliedern des Fachausschusses auch, an diesem Tag auf Warnsignale, Hilfsangebote und Anlaufstellen für gewaltbetroffene Frauen aufmerksam zu machen. Keine Frau muss sich dafür schämen, Opfer von Gewalt geworden zu sein. Doch diese falsche Scham hält Frauen viel zu oft davon ab, Anzeige zu erstatten oder sich Hilfe zu suchen. Deshalb wird der Aktionstag auch von Vertreterinnen des Frauenhauses des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) Koblenz begleitet. Sie stehen Hilfesuchenden beratend zur Seite. Die Tanzperformance der Gruppe „rauMwErk & Friends“ wird das Thema Gewalt gegen Frauen künstlerisch verarbeiten. Einen 30-minütigen Input zum Thema Häusliche Gewalt und Femizide bietet der kfd-Fachausschuss um 11.30 Uhr und um 14.30 Uhr im Pfarrheim Herz-Jesu an.
Infos zum Aktionstag finden Interessierte auf https://www.kfd-trier.de/die-kfd/fachausschuesse/frauen-staerken-gewalt-ueberwinden/aktionstag-1-august-2026 Weitere Informationen gibt es auch bei der kfd unter Tel.: 0651-994869-0 oder per Mail an info@kfd-trier.de
Hintergrund: Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) ist mit rund 12.000 Mitgliedern die größte Frauenorganisation im Bistum Trier. Seit fast 25 Jahren beschäftigt sich der diözesane Fachausschuss „Frauen stärken – Gewalt überwinden“ mit den vielen Facetten der Gewalt gegen Frauen. Häusliche Gewalt ist eine von vielen. Der Ausschuss arbeitet intensiv daran, die Menschen für die Gewalt-Thematik zu sensibilisieren, damit sie genauer hinsehen und handeln.
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