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17.03.2026

Aktualisiert: INPUT-Talk - Zehn Fragen an den Eifelkreis-SPD-Landtagsabgeordneten Nico Steinbach - mit Fotogalerie

Nico Steinbach wurde am 28. Februar 1984 in Bitburg geboren und ist seit 2008 Ortsbürgermeister seiner Heimatgemeinde Oberweiler. In den Landtag rückte er am 1. Januar 2015

als Nachfolger der ausgeschiedenen Abgeordneten Monika Fink ein. Bei den Landtagswahlen 2016 und 2021 wurde er im Wahlkreis Bitburg-Prüm mit einem Direktmandat in den Landtag gewählt. Er ist Mitglied mehrerer Landtagsausschüsse und gehört dem Rat der Verbandsgemeinde Bitburger Land sowie dem Kreistag des Eifelkreises an. Seit 2013 ist Steinbach zudem Vorsitzender der SPD im Eifelkreis.
Vor dem Einzug in den Landtag war er Bankkaufmann bei der damaligen Volksbank Bitburg

Das Wahlkampf-Interview:

1) Angenommen, sie würden nicht – wie bei den beiden letzten Landtagswahlen – das Direktmandat im Eifelkreis gewinnen: Sind Sie über die Landesliste abgesichert?

Nico Steinbach: Das ist längst nicht ausgemacht. Mit Listenplatz 23 muss die SPD um die 30 Mandate erreichen, damit der Platz „ziehen“ würde. Denn auf unserer Liste kommen immer auch direkt gewählte Abgeordnete als Direktmandate von den hinteren Plätzen „nach vorne gesprungen“ und überrunden dann die vorderen Listenbewerber/innen. Es wäre also mit Unsicherheit behaftet und vom Wahlergebnis insgesamt abhängig. Die Liste der SPD ist konsequent „quotiert“, das heißt, nicht automatisch sind die bisherigen Abgeordneten auf vermeintlich sicheren Listenplätzen, sondern die verschiedenen Regionen oder auch die abwechselnde Benennung von Männern und Frauen sollen eine faire und ausgewogene Liste garantieren.

2) Wie ist die Stimmung aus Ihrer Sicht bei der Bevölkerung im Wahlkampf, da ja der Abstand zwischen SPD und CDU laut der neuesten Meinungsumfragen immer enger wird?

Nico Steinbach: Die Kontakte mit den Mitbürgerinnen und Mitbürgern sind zum größten Teil freundlich und wertschätzend. Die Bevölkerung hat eine gefestigte Meinung für Ihr Wahlverhalten und unterscheidet sehr stark zwischen Landes- und Bundesebene. Traditionell ist die SPD bei Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz auf der Zielgeraden stark, die Anerkennung der Person und Leistung von Ministerpräsident Alexander Schweitzer wird zum Wahlerfolg der SPD maßgeblich beitragen, so die Resonanz. Manche Wähler mit anderer Parteipräferenz signalisieren zumindest, meine Arbeit für die Region mit Ihrer Erststimme unterstützen zu wollen.

3) Erleben Sie einen Schwerpunkt bei der Diskussion mit den Bürgerinnen und Bürgern?
 
Nico Steinbach: Tatsächlich liegen die Schwerpunkte bei der Landtagswahl weniger in den großen Politikfeldern sondern viel mehr auf unserer regionalen Identität und den Aufgaben vor Ort. Die positive Weiterentwicklung unserer Region und eine starke Vertretung unserer Eifel auf der Landesebene sind die klare Erwartung. Außerdem stehen die Funktionsfähigkeit des Staates, starke Gemeinden und Ehrenamt sowie eine moderne Infrastruktur und eine gute Gesundheitsversorgung oben auf der Themenliste.

4)  Was sind die Gründe, dass die Sanierungen der Gymnasien in Bitburg und Prüm nicht vorankommen? Liegt es am Geld, oder sind es bautechnische Probleme?

Nico Steinbach: Es liegt nicht am Geld, sondern an organisatorischen Herausforderungen. Bauherr für diese Projekte ist der Landkreis. Hier ist sicher in der Vergangenheit in den einzelnen Projekten nicht alles perfekt gelaufen, zudem kamen in Prüm zuletzt nochmal Neuplanungen fürs Raumkonzept nach der Schließung des Vinzenz-von-Paul-Gymnasiums in Niederprüm und für die Sporthalle hinzu. Trotz allem ist der zeitliche Fortschritt nicht zufriedenstellend. In meiner ehrenamtlichen Tätigkeit im Kreistag habe ich dies im vergangenen Jahr bereits mehrfach thematisiert.
Für eine der nächsten Sitzungen habe ich die vergangenes Jahr seitens der Verwaltung vorgetragenen zeitlichen Ziele auf Wiedervorlage, damit diese nun hoffentlich zielorientiert umgesetzt werden.

5) INPUT: Nach dem letzten SWR-PoliTrend vom 12.03.2026 liegen CDU mit 29% und SPD mit 28% verhältnismäßig dicht beieinander. Wie sehen Sie die Aussichten für Ihre Partei?

Nico Steinbach: Ich rechne fest mit einem knappen Vorsprung für die SPD. Dabei macht insbesondere der Blick auf unsere erfolgreiche Arbeit für Rheinland-Pfalz und die Sympathie für unseren hoch anerkannten Ministerpräsidenten Alexander Schweitzer einen Unterschied.

6)  INPUT:  Große Sorgen macht den Bürgerinnen und Bürgern die gesundheitliche Versorgung bei den Hausärzten und in den Krankenhäusern. Wie könnte es nach dem Insolvenzverfahren in Eigenverantwortung beim Prümer Krankenhaus weitergehen und wie könnte die Situation bei den Hausärzten verbessert werden?

Nico Steinbach: Die Gesundheitsversorgung ist meiner Meinung nach das allerwichtigste Politikfeld, auch wenn die Politik in vielen Bereichen durch die Selbstverwaltung z.B. im ambulanten Bereich wenig zu entscheiden hat. Aber genau aus dieser Priorität heraus kämpfe ich seit je her für das Prümer Krankenhaus, welches unverzichtbar ist, leider aktuell unter erschwerten Bedingungen, da noch ein neuer Träger gefunden werden muss.

Bei der hausärztlichen Versorgung ist schon vieles „auf den Weg gebracht“, ich nenne hier beispielsweise die Landarztquote oder die Aufstockung der Studienplätze, den neuen MedizinCampus in Trier und Koblenz, Medizinstipendien seitens des Eifelkreises oder auch deutlich mehr Zulassungsprüfungen für ausländische Ärzte bei der Ärztekammer. Aber leider wirken alle Maßnahmen erst viele Jahre später. In rund fünf Jahren werden wir hoffentlich erste Erfolge spüren.

7)  INPUT:  Gemäß dem letzten Bericht des Landesrechnungshofes lassen die Zustände der Kreisstraßen zu wünschen übrig und auch im Eifelkreis ist hier großer Nachholbedarf. Gibt es seitens des Landes und des Kreises konkrete Planungen, um den Investitionsstau von über einer Milliarde Euro abzubauen?

Nico Steinbach: Zunächst muss man festhalten, bei uns ist alles immer sehr teuer, da wir in unserem großen Flächenkreis sehr viel Infrastruktur unterhalten müssen. Das Land gewährt dem Kreis dafür sogar einen erhöhten Fördersatz für seine Kreisstraßen. Die überdurchschnittliche Straßenlänge und die schwache Finanzkraft ermöglichen in der Regel eine Förderung von rund 75%. Trotzdem ist es meine ständige Aufgabe, dass wir seitens des Landes genug Gelder in den Haushaltsplan einstellen, um die wichtigen Baumaßnahmen zeitnah unterstützen zu können. Denn eine gute Infrastruktur ist für den Erfolg unseres Eifelkreises elementar.

8)  INPUT: Die Gewalt an den Schulen nimmt in den letzten Jahren spürbar zu. Welche Programme könnten hier landes- und kreisweit weiterhelfen?

Nico Steinbach: Hier gilt es, klare Spielregeln durchzusetzen. Kein Kind darf mit Angst zur Schule gehen müssen und wenn alle pädagogischen Maßnahmen (z.B. durch wichtige Schulsozialarbeit) nicht mehr fruchten, dann dürfen die notorischen Quengler statt „Tee im Sekretariat" die Ansprache durch eine "uniformierte Person" erwarten. Hier darf die Schulgemeinschaft mehr Unterstützung bekommen.

9)  INPUT:  Die Lebensverhältnisse in Stadt und Land sind von der zur Verfügung stehenden Infrastruktur unterschiedlich. Wie könnte man den ländliche Raum nach dem Verlust vieler öffentlicher Einrichtungen wieder stärken und lebensfähiger machen.

Nico Steinbach: Meine Aufgabe ist es, stets für gleichwertige Lebensverhältnisse zu kämpfen! Ich kann aber auch keine Gefühle unterstützen, welche glauben, wir wären abgehangen. Das Gegenteil ist der Fall. Viele Möglichkeiten tun sich gerade jetzt erst auf! Die globale Vernetzung und digitale Anwendungen machen den kleinsten Weiler zu einem möglichen Arbeitsplatz mit hoher Lebensqualität. Als jüngstes Beispiel darf ich das Ausbauprojekt „Glasfaser bis ins Haus“ im Eifelkreis benennen. Jede einzelne Adresse wird zwischen 2026 und 2030 gigabitfähig erschlossen werden. Alleine für diese „letzte Meile“ in den Dörfern haben Bund und Land Fördersummen bis zu 190 Mio Euro zugesagt, so viel wie in keinem anderen kommunalen Projekt jemals zuvor.

10) Was sind Ihre Hobbies, wenn Sie mal von der Politik abschalten wollen?

Nico Steinbach: Leider bleibt nicht viel Zeit für Hobbys aber in der Freizeit stehen dann die Familie, Arbeiten an Haus und Hof, Radfahren und Spaziergänge mit dem Hund hoch im Kurs. 

Das Interview führte Heinz-Günter Boßmann

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Nico Steinbach begrüßt MP Alexander Schweitzer beim Neujahrsempfang


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