02.02.2026
Zwei Seminaristen von Bischof Stephan Ackermann zum Lektorendienst beauftragt
Prüm/Trier (jr/boß) Zum Lektor hat Bischof Dr. Stephan Ackermann am 1. Februar 2026 in der Basilika St. Salvator in Prüm zwei angehende Priesteramtskandidaten aus dem Bistum Trier beauftragt. In seiner Begrüßung
erinnerte der Bischof an das im November vergangenen Jahres begangene 75-jährige Jubiläum der Erhebung der Pfarrkirche St. Salvator zur „Basilica minor“ durch Papst Pius XII. im Heiligen Jahr 1950. Demgegenüber stehe der heutige Tag, so Ackermann, als „schlichter Sonntag im Jahreskreis“, an dem das Priesterseminar sichtbar in die Fläche des Bistums gehe, um zwei junge Männer zu beauftragen, das Wort Gottes zu verkünden. Regens Tim Sturm rief Riccardo Ragusa aus Sohren (Pfarrei Kirchberg St. Michael) und Davon Sawas (Pfarrei Saarbrücken St. Johann) zur Überreichung des Lektionars durch Bischof Ackermann auf. In seiner Predigt hob der Bischof die Bedeutung der Seligpreisungen hervor. Diese blieben auch bei wiederholtem Hören „widerständig und stachelig“. An Jesu Worte gewöhne man sich nicht einfach. Vielmehr sei heute „noch krasser“ zu spüren, wie sehr sie dem Mainstream unserer Zeit widersprechen. Zugleich mache Jesus aber gerade diesen Menschen die Verheißung eines wirklich erfüllten und glücklichen Lebens – nicht nur oberflächlich, sondern nachhaltig. Jeder Einzelne sei in die Gemeinschaft so eng verflochten, dass ein Leben nur gelingen könne, wenn man „in Friedfertigkeit, Barmherzigkeit und Gerechtigkeit miteinander lebt“. Papst Franziskus’ Aussage „Keiner kann sich alleine retten“ verdeutliche, so der Bischof, dass die Seligpreisungen „keine Anstiftungen zum Unglücklich werden“ seien, sondern Hinweise auf ein gelingendes Leben, wenn auch „herausforderungsvoll“. Für die Jüngerinnen und Jünger Christi brauche es daher langen Atem, da sich das Beschriebene nicht von selbst einstelle, jedenfalls nicht schnell oder kurzfristig. Das „Wunderbare daran“ sei, dass Jesus „dieses Programm nicht nur verkündet und sich dann dahinter versteckt“, sondern dass die von ihm Gepriesenen die Beschreiter seines eigenen Lebens seien. In seiner Barmherzigkeit und Gewaltlosigkeit habe Jesus selbst Frieden gestiftet. Für diejenigen, die sich auf den priesterlichen Dienst vorbereiten und mit dem Lektorendienst beauftragt werden, stehe das Wort Gottes an erster Stelle. Dieses Wort, betonte der Bischof, „stärkt und ermutigt und fordert heraus“. Ihm persönlich sei es wichtig, im Gottesdienst Hörender zu sein. Schon der Apostel Paulus habe gesagt, dass der Glaube vom Hören komme. In den Worten zur Überreichung des Buches heiße es: „Gott gib, dass sie dieses Wort in sich aufnehmen, es allezeit erwägen und von ihm geformt werden.“ Und bei der Übergabe des Lektionars: „Trage das Wort Gottes vor, getreu und vernehmlich, damit es in den Herzen der Menschen seine ganze Kraft entfalten kann.“ Dabei gehe es nicht um „technische Perfektion“ oder darum, Schrifttexte möglichst fehlerfrei vorzutragen. Vielmehr entfalte das Wort Gottes seine besondere Kraft dort, wo der Vortragende selbst davon ergriffen sei, erklärte Ackermann. Dies sei nicht nur das Programm für den priesterlichen Dienst, sondern ein Auftrag an alle Christinnen und Christen, auf Gottes Wort zu hören und sich von ihm prägen zu lassen.
Das Pontifikalamt bildete den Abschluss des sogenannten Kommunitätswochenendes, bei dem die gesamte Seminargemeinschaft zu Austausch und Begegnung zusammenkommt. Die musikalische Gesamtleitung lag in den Händen von Regionalkantorin Dayoung Kang.
Quelle: Judith Rupp - Bischöfliches Generalvikariat Trier |