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05.01.2026

Insolvenzen in Luxemburg auf gleichem Niveau wie in den Vorjahren

Luxemburg (red/boß) Creditreform Luxembourg SA hat die Entwicklung der Unternehmensinsolvenzen im Großherzogtum im Jahr 2025 auf der Grundlage einer Bewertung durch die Abteilung Business Credit Scores & Analytics analysiert

und mit der des Vorjahres verglichen. „Mit 1.187 Insolvenzen im Jahr 2025 bleibt Luxemburg stabil, im Gegensatz zu seinen Nachbarländern, die einen deutlichen Anstieg verzeichnen”, betont Juan Santiago, Authorized Manager von Creditreform Luxembourg SA. Deutschland verzeichnet einen Anstieg von 8,3 % auf insgesamt 23.900 Insolvenzen. Auch Frankreich verzeichnet einen Anstieg der Insolvenzen um 3,0 %, ebenso wie Belgien mit einem Plus von 5,9 %.

Der Dienstleistungssektor behält mit 697 Insolvenzen seine führende Position. Der Bausektor verzeichnete 2025 mit 165 Insolvenzen einen Rückgang gegenüber den 197 Fällen des Vorjahres. Trotz dieser positiven Entwicklung bleibt das Niveau, historisch betrachtet, weiterhin hoch.

Zu den großen, bekannten Unternehmen, die 2025 Insolvenz angemeldet haben, gehören Sichel SA, M-Energy sàrl sowie die Andreosso-Gruppe. Die Verteilung der Insolvenzen bestätigt den im Laufe der Jahre beobachteten Trend: Etwa 25 % der Unternehmen sind weniger als 5 Jahre alt, 75 % sind älter als 5 Jahre. Die Verteilung der Insolvenzen nach Gerichtsbezirken ergibt 1.074 Insolvenzen in Luxemburg und 113 in Diekirch.

Viele Unternehmen stehen unter erheblichem Liquiditätsdruck, wobei sich in einzelnen Branchen eine besonders ungünstige Entwicklung abzeichnet. Vor allem im Baugewerbe steigt die Zahl unbezahlter Rechnungen deutlich an. Entsprechend verzeichnet das Forderungsmanagement seit mehreren Jahren einen kontinuierlichen Zuwachs an Inkassoverfahren – ein klares Zeichen für die zunehmende Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage.
Creditreform führte weitergehende Untersuchungen durch, die sich auf die Eigenkapitalquote im Bausektor und in angrenzenden Bereichen wie Elektro-, Sanitär- und Heizungsinstallationen konzentrierten.

 

*Für das Jahr 2025 liegen nicht genügend auswertbare Bilanzen vor. Der Anstieg der durchschnittlichen Eigenkapitalquote, der in der Tabelle sichtbar wird, stellt zwar eine positive Entwicklung dar, ist jedoch im Wesentlichen darauf zurückzuführen, dass  Unternehmen mit geringer Kapitalausstattung infolge von Insolvenzen nicht mehr in die Statistik einfließen", erklärt Juan Santiago.

Die GmbHs (vereinfachte Gesellschaften mit beschränkter Haftung) verzeichnen einen Anstieg von 4,49 % von 156 auf 163 Insolvenzen. Die Rechtsform SA verzeichnet einen Anstieg von +8,65 % auf 289 Insolvenzen. Die Sàrl (Gesellschaften mit beschränkter Haftung) verzeichnen jedoch einen Rückgang auf 704 Fälle im Jahr 2025 gegenüber 723 im Jahr 2024.
 
Ausblick für 2026

Nach mehreren Jahren der Instabilität wird für 2026 eine Erholung des Marktes erwartet. Luxemburg ist bekannt für seine unternehmensfreundliche Politik mit potenziellen Konjunkturmaßnahmen im Falle eines wirtschaftlichen Abschwungs. Wenn diese Politik beibehalten oder verstärkt wird, könnte sie dazu beitragen, die Insolvenzsituation weiterhin zu stabilisieren, insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen (KMU), die in schwierigen Zeiten oft Schwierigkeiten haben, Zugang zu Finanzmitteln zu erhalten, bemerkt Juan Santiago.

Quelle Creditreform