zurück 
29.11.2025

Mit Knoblauch und Bewegung 100 Jahre alt werden

Trier (gut/boß) Da sitzen sie lächelnd an diesem für sie ganz besonderen Tag: Angelika Wolff und Elisabeth Kuhl feiern im Kreise ihrer Familien ihren 100. Geburtstag und für ein Foto

kommen die beiden, die im Seniorenheim an der Härenwies in Feyen/Weismark leben, zusammen und beglückwünschen sich gegenseitig zu ihrem Ehrentag.
Etwas aufgeregt sei sie schon, sagt Angelika Wolff, als sie am Kopfende der großen Kaffeetafel sitzt, an der ihre Gäste Platz genommen haben. Und auch Bürgermeisterin Elvira Garbes und Norbert Freischmidt, stellvertretender Ortsvorsteher von Trier-Mitte/Gartenfeld, wo sie lange gelebt hat, sind mit Blumen und Glückwünschen im Gepäck gekommen. Die Seniorin ist für ihr Alter noch recht fit – hört ohne Hörgerät und bekommt alles um sie herum mit. Ihre Schwiegertochter Ilona Wolff führt das auf eine simple Tatsache zurück: „Sie ist mit ihrem mittlerweile verstorbenen Mann immer viel gewandert und jeden Morgen durch die Stadt spazieren gegangen. Sie war immer sehr agil.“ Auch in ihrem Beruf wurde sie körperlich gefordert: Als Reinemachefrau war sie 25 Jahre bei der Polizei in Trier tätig – daher kam eigens ein Vertreter der Polizei, um ihr zu gratulieren. Ihr Sohn Robert Wolff besucht seine Mutter jede Woche im Seniorenheim und versorgt sie mit Neuigkeiten und allem, was sie braucht. Auch eine Operation im Sommer steckte die 100-Jährige gut weg und berappelte sich wieder schnell.
Bewegung spielte auch im Leben von Elisabeth Kuhl eine zentrale Rolle: „Sie ist stets zu Fuß gelaufen“, weiß ihre Nichte Jutta Schmitt und nennt prompt noch einen weiteren Grund für das hohe Alter ihrer Tante: „Sie hat immer Knoblauch in rauen Mengen gegessen.“ Was die Seniorin auszeichnete war ihre große Verlässlichkeit: 50 Jahre arbeitete sie bei Woolworth als Verkäuferin – „und in dieser Zeit war sie nicht einen einzigen Tag krank“, betont ihre Nichte. Einen Schicksalsschlag hatte die gebürtige Triererin zu verkraften, als ihr einziger Sohn starb. Bis vor gut anderthalb Jahren lebte Elisabeth Kuhl noch in ihrer Wohnung in der Aachener Straße, nach einem Beckenbruch und einer schweren Corona-Erkrankung entschied sie sich schließlich dafür, im Seniorenheim zu leben. Hier genießt sie vor allem die Veranstaltungen, zu denen sie gerne geht, wie sie erzählt. Auch ihr überbrachte Bürgermeisterin Elvira Garbes mit Bernhard Hügle, stellvertretender Ortsvorsteher von Trier-West/Pallien, die allerbesten Glückwünsche.