11.10.2026
Demokratie stärken aber wie?
Koblenz/Vallendar (red/boß) Wie kann Bildung unter Druck stabil bleiben? Auf diese Frage haben Teilnehmende aus Bildung und Zivilgesellschaft beim Demokratie(resilienz)tag in Vallendar tragfähige pädagogische Antworten gesucht.
„Politische Bildung ist für uns ein kontinuierlicher Prozess, der auf gesellschaftliche Veränderungen reagieren muss“, erklärte Mathias Birsens, Referent politische Bildung im Haus Wasserburg, die Motivation zur Organisation des Fachtags. Es ist wichtig, dass die schweigende Mehrheit laut wird, so ein Teilnehmer des Fachtages Der Input von Dr. Mathias Piwko aus Ostritz (Ostsachsen) machte deutlich, vor welchen Herausforderungen die politische Bildung angesichts des Erstarkens autoritärer Kräfte steht. Kernthema seines Vortrags waren „Strategiebausteine“ aus der politischen Bildungsarbeit. Anschließend konnten die Teilnehmenden sich in zwei parallel stattfindenden Workshops mit Methoden zur Demokratieresilienz beschäftigen: Zwei Mitarbeitende der mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus - Regionalstelle Nord zeigten anhand von Beispielen, etwa aus dem Schulalltag, was bei der Reaktion auf rechtsextreme Vorfälle zu beachten ist. Gleichzeitig stellte Ines Breitsameter von 10drei e. V. den Anwesenden die innovativ-kreativen Bildungsformate des Vereins vor, mit denen das Grundgesetz für Kinder und Jugendliche erlebbar gemacht werden kann. Es stand auch die Frage: „Wie neutral muss Schule sein?“ im Mittelpunkt, als Michael Jansen den von ihm initiierten „Siegburger Konsens“ vorstellte. Das erst dieses Jahr öffentlich präsentierte Dokument ergänzt den vor 50 Jahren verabschiedeten „Beutelsbacher Konsens“ um das Gebot, nicht neutral gegenüber verfassungsfeindlichen Positionen zu sein. Anschließend wurde angeregt diskutiert, inwiefern sich dieser Ansatz auch auf andere Institutionen und zivilgesellschaftliche Organisationen ausdehnen ließe. „Es ist wichtig, dass die schweigende Mehrheit laut wird!“, brachte es einer der Teilnehmenden auf den Punkt. Zum Abschluss des Fachtags stand noch einmal der Austausch und die nächsten Schritte im Fokus. Dabei wurden viele Hinweise und Ideen ausgetauscht und auch Pläne – etwa für Demokratietage in Schulen – geschmiedet. „Solche Fachtage sind total wichtig, und es ist empowernd und gut zu merken: ich bin nicht allein“, fasste eine der Teilnehmerinnen die ermutigende und hoffnungsvolle Atmosphäre am Ende des Fachtags zusammen.
Quelle red./Julia Fröder - BIP
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