07.10.2026
Prümer Stadtwaldsiedlung - ein Quartier mit Geschichte und Strahlkraft - mit Fotos
Prüm (red/boß( Wie in unserer gestrigen Ausgabe berichtet, startet heute in Prüm das eifel.radio mit einer Antenne auf dem Funkturm der früheren US-Housing Prüm, Wohnquartier für die Mitarbeiter
der amerikanischen Radarstation auf der Schneifel. Die Siedlung gehört mittlerweile der Eifelstolz Grundbesitz GmbH, die der verstorbene Investor Lars Grosenick gegründet hat. Anders als große Projektentwickler ist Eifelstolz in der Region verwurzelt und entwickelt das Quartier Schritt für Schritt zu einem lebendigen Prümer Stadtteil. Rund 350 Menschen aus 16 Nationen wohnen hier in 75 Wohnungen, das sind etwa 7 Prozent der Prümer Bevölkerung. Nach eigenen Angaben investiert Eifelstolz jährlich rund 200.000 Euro in das Quartier. Fassaden und Balkone wurden saniert, Glasfaser verlegt und der Brandschutz erneuert. Ein Regenrückhaltekonzept mit Becken rund um die Siedlung soll verhindern, dass bei Starkregen noch mehr Wasser in die Stadt fließt; die Kanalisation wird abschnittsweise erneuert. Langfristig soll die Siedlung CO₂-neutral mit Ökostrom versorgt werden, auch ein Batteriespeicher ist im Gespräch. Dabei bündelt Eifelstolz Wohnen, Freizeit, Gesundheit und Medien an einem Ort. Neben Arztpraxen und Physiotherapie wird die medizinische Versorgung ausgebaut, mit Verbindungen zum Krankenhaus. In der alten Sporthalle ist eine Tanzschule eingezogen, und mit eifel.radio kommt nun ein Radiosender dazu. Treffpunkt im Quartier ist der Lars-Grosenick-Platz, der vor rund einem Jahr eröffnet wurde und an den 2021 verstorbenen Gründer erinnert. Blickfang ist die massive Skulptur „Knoten“ von Max Wehberg, ein Sinnbild für das, worum es im Quartier geht: verbinden statt trennen. Als nächstes großes Vorhaben will Eifelstolz 2027 den ehemaligen Supermarkt der Amerikaner angehen, den letzten „Lost Place“ der Siedlung. Der Ansatz lässt sich als „Quartiers-Recycling“ beschreiben: Die vorhandene Bausubstanz und Infrastruktur werden weitergenutzt statt ersetzt. Das schont Ressourcen und hält die Nebenkosten bezahlbar, und es kann Vorbild für andere Orte in der Eifel sein. Inzwischen gibt es für die Wohnungen eine Warteliste. Dazu Dr. Peter Hettenbach, Eifelstolz Grundbesitz GmbH, in einem Gespräch mit eifel.radio: „Wir verfolgen einen städtebaulichen Ansatz, der außergewöhnlich ist, aber konsequent dem ökologischen und sozialen Nachhaltigkeitsprinzip folgt. Wir nutzen die bestehende Infrastruktur, statt neu zu bauen. Das schont die Umwelt und sorgt für bezahlbare Nebenkosten.“ Strahlkraft hat die Stadtwaldsiedlung damit im doppelten Sinn: Von ihrem Mast sendet eifel.radio jetzt in die Stadt, und das Quartier selbst zeigt, wie sich ein vernachlässigter Ort mit Geduld und regionalem Engagement neu beleben lässt. Klaus Murges, Eifelstolz Grundbesitz GmbH, erläutert: „Wir wollen, dass die Stadtwaldsiedlung als wichtiger Stadtteil von Prüm noch stärker zum festen Bestandteil der Stadt wird und Strahlkraft über Prüm hinaus entwickelt. Ohne Gabriele Mölter von der Hausverwaltung und unseren Hausmeister Julian ginge vor Ort nichts. Die beiden arbeiten auf professionellem Niveau und mit enormem Engagement. Dass von hier jetzt ein Radioprogramm für die ganze Eifel kommt, passt perfekt zu unserer Philosophie. Vor allem, dass der Sender seine Energie selbst erzeugen und auch bei einem Stromausfall weitersenden soll, passt optimal zu unseren eigenen Plänen für eine klimaneutrale Energieversorgung des Quartiers.“
Presse eifel.radio Christian Milling - Milling Broadcast Services GmbH
 Tanzschule mit Arztzentrum im Schatten des Funkturms
 Wohnblock mit interessanter Giebelgestaltung
Der ehemalige Supermarkt der Amerikaner als "Lost Place" der Siedlung wird bald angegangen
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