23.09.2026
Besuch aus Brüssel bei STIHL: Zwischen Akku, Verbrenner und E-Fuels

Waiblingen /red/boß) Welche Rahmenbedingungen braucht industrielle Transformation in Europa? Diese Frage stand im Mittelpunkt des Besuchs von Kerstin Jorna, Generaldirektorin der Europäischen Kommission, bei STIHL in Waiblingen.
Das schwäbische Familienunternehmen zeigte dieser Tage, wie die Transformation gelingen kann – von leistungsfähigen Akku-Produkten über moderne Motorentechnologien bis hin zu alternativen Kraftstoffen wie Bio- und E-Fuels findet sich alles im STIHL Produktportfolio. Im Austausch ging es um verlässliche Innovationsbedingungen, Technologieoffenheit, faire Wettbewerbsbedingungen und wirksame Marktüberwachung als Voraussetzungen für die Wettbewerbsfähigkeit Europas. Selina Stihl, stellvertretende Vorsitzende des STIHL Beirats, betonte gegenüber der Direktorin, die bei der Generaldirektion Binnenmarkt, Industrie, Unternehmertum und KMU (DG GROW) zuständig ist, die Bedeutung eines engen Austauschs zwischen Politik und Unternehmen: „Die großen Herausforderungen unserer Zeit, von der Dekarbonisierung bis zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit Europas, können wir nur gemeinsam bewältigen. STIHL hat früh begonnen, die Akku-Technologie systematisch aufzubauen – lange bevor sie im Markt die heutige Bedeutung hatte. Industrielle Transformation braucht deshalb einen langen Atem, erhebliche Investitionen und verlässliche Rahmenbedingungen. Als Familienunternehmen stehen wir für dieses langfristige Engagement. Entscheidend ist, dass Politik Technologieoffenheit ermöglicht und Unternehmen den nötigen Raum für Innovationen gibt,“ so Selina Stihl abschließend. Kerstin Jorna führte aus: „Der Besuch bei STIHL zeigt eindrucksvoll, welchen Beitrag innovative Industrieunternehmen zur technologischen und nachhaltigen Transformation Europas leisten. Besonders bemerkenswert ist der technologieoffene Ansatz, mit dem STIHL unterschiedliche Lösungen für die vielfältigen Anforderungen seiner Kunden entwickelt. Solche Innovationskraft ist ein wichtiger Baustein für die Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandorts Europa.“ Was Innovation und Technologieoffenheit bei STIHL bedeuten, demonstrierte Entwicklungsvorstand Dr. Holger Lochmann bei einem Rundgang durch das Entwicklungszentrum. In Westeuropa ist inzwischen jedes zweite verkaufte STIHL Produkt akkubetrieben. Zugleich entwickelt das Unternehmen moderne Verbrennungstechnologien und Lösungen rund um alternative Kraftstoffe konsequent weiter. Lochmann erläuterte dazu: „Unsere Kunden arbeiten weltweit unter sehr unterschiedlichen Bedingungen. Entscheidend ist deshalb, für jede Anwendung die passende Lösung aus Leistung, Nachhaltigkeit und Praxistauglichkeit anzubieten. Regulierung soll diesen Wettbewerb der besten Lösungen ermöglichen, und nicht einengen.“ Der Rundgang machte deutlich, wie anspruchsvoll technologieoffene Transformation in der Praxis ist: Im Entwicklungszentrum zeigte STIHL, nach welchen strengen Qualitätsmaßstäben Produkte entwickelt und getestet werden, unabhängig von der Antriebsart. Sicherheit, Ergonomie, Emissionen und Praxistauglichkeit werden dabei ebenso intensiv betrachtet wie Leistung und Langlebigkeit.
Neben der Transformation der Antriebstechnologien stand auch die Frage im Mittelpunkt, wie europäische Industrieunternehmen im internationalen Wettbewerb gestärkt werden können. Gesellschafter Dr. Rüdiger Stihl setzte dabei einen Schwerpunkt auf eine effektive Marktaufsicht: „Ein starker europäischer Binnenmarkt braucht faire Wettbewerbsbedingungen für alle und eine wirksame Marktüberwachung. Für Unternehmen wie STIHL ist entscheidend, dass geltende Regeln konsequent durchgesetzt werden und Handelshemmnisse abgebaut statt neuer Hürden aufgebaut werden. Nur so können Innovationen, Investitionen und industrielle Wertschöpfung in Europa dauerhaft erfolgreich sein.“ Besonders im Onlinehandel zeigt sich, wie wichtig wirksame Marktüberwachung für faire Wettbewerbsbedingungen ist: Gelangen Produkte aus Drittstaaten ohne verlässliche Prüfung in den EU-Binnenmarkt, entstehen Risiken für Verbraucherinnen und Verbraucher und Nachteile für Unternehmen, die europäische Sicherheits- und Konformitätsanforderungen konsequent erfüllen. STIHL fordert daher, Daten besser zu verknüpfen, damit risikobasierte Kontrollen möglich sind. Zudem braucht es klare Verantwortlichkeiten durch einen rechtlich und finanziell haftbaren Wirtschaftsakteur in der EU sowie konsequente und wirksame Sanktionen bei wiederholten Verstößen. Beim abschließenden Austausch diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, wie europäische Gesetzgebung Innovation, Forschung und nachhaltiges Wachstum verlässlich unterstützen kann. Um Deutschland und Europa produktiver und wettbewerbsfähiger zu machen, muss industrielle Wertschöpfung in Europa Vorfahrt haben, der europäische Binnenmarkt vollendet und damit mehr Freiheiten für das Unternehmertum geschaffen werden.
Über STIHL Die STIHL Gruppe ist ein international tätiger Technologieführer. Als langfristig orientiertes Familienunternehmen erleichtert STIHL seit 1926 den Menschen die Arbeit mit und in der Natur. Wir begeistern unsere Kundinnen und Kunden mit innovativen akku- und benzinbetriebenen Geräten für die Forst- und Landwirtschaft sowie für die Landschaftspflege, die Bauwirtschaft und private Haushalte. Unser globales Netzwerk umfasst Produktionsgesellschaften in acht Ländern sowie 40 eigene Vertriebs- und Marketinggesellschaften, rund 100 Importeure und mehr als 50.000 Fachhändlerinnen und -händler. Seit 1971 ist STIHL die meistverkaufte Motorsägenmarke weltweit. Stammsitz der Unternehmensgruppe ist Waiblingen bei Stuttgart. 2025 arbeiteten 20.246 Menschen weltweit für STIHL, der Umsatz lag bei 5,48 Milliarden Euro. Mehr Informationen zum Unternehmen finden Sie unter https://corporate.stihl.de.
Seit 1926 in der Natur zuhause. STIHL ist seit 100 Jahren in der Natur anzutreffen. Das 100-jährige Jubiläum ist eine Hommage an all jene, die sich tagein und tagaus in der Welt von STIHL bewegen. Ob in den Wäldern dieser Erde, bei der Pflege urbaner Lebensräume, im liebevoll gestalteten Garten oder bei der Entwicklung und Herstellung neuer STIHL Produkte. Tauchen Sie in Geschichten und Projekte dieser Menschen ein: https://100.stihl.de
 Zu Besuch bei STIHL: EU-Generaldirektorin Kerstin Jorna (Mitte) mit Selina Stihl, stellv. STIHL Beiratsvorsitzende (links) und Dr. Holger Lochmann, STIHL Entwicklungsvorstand
 Beim Rundgang durch das STIHL Entwicklungszentrum (v.l.n.r.): Dr. Holger Lochmann (STIHL Entwicklungsvorstand), Dr. Rüdiger Stihl (STIHL Gesellschafter), Selina Stihl (stellv. STIHL Beiratsvorsitzende), Kerstin Jorna (EU-Generaldirektorin)
 Im Werkstofflabor informiert sich Kerstin Jorna (EU-Generaldirektorin rechts) mit Selina Stihl (stell. STIHL Beiratsvorsitzende, links) unter anderem über die Potenziale von alternativen Kraftstoffen
|