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16.09.2026

Hier kommt ROCKO - Jugendarbeit vor Ort auch in ländlichen Regionen

ROCKO ist groß, sieht gut aus, steckt voll kreativer Ideen und will sich gut vernetzen: Das neue Jugendmobil der katholischen Jugendkirche Trier wird ab sofort über die Straßen des Bistums rollen und soll dabei vor allem

in ländlichen Gebieten Jugendarbeit vor Ort ermöglichen. „Mussten bislang junge Menschen und Verantwortliche in der Kinder- und Jugendarbeit immer zu den Angeboten der Jugendkirche nach Trier kommen, heißt es jetzt: Wir kommen zu Euch!“, freut sich Birgit Laux, die Projektverantwortliche für ROCKO.
Denn die Jugendkirche Trier ist neben der Stadt für viele eher ländlich geprägte Landkreise zuständig: Bernkastel-Wittlich, Cochem-Zell, Bitburg-Prüm, Trier-Saarburg, Vulkaneifel sowie die Verbandsgemeinde Adenau. „Für viele Jugendliche sind wir mit unserem Trierer Angebot schlecht erreichbar, deshalb möchten wir die jungen Leute in ihrer gewohnten Umgebung besuchen. Wir denken da ganz offen – das können Jugendtreffs, Feste, Schulen, Hochschulen, Naturzentren oder einfach der Dorfplatz sein. Kinder, Jugendliche, Ehren- und Hauptamtliche in der kommunalen, kirchlichen und freien Kinder- und Jugendarbeit oder auch Schulklassen gehören zur Zielgruppe. Dabei ist es egal, ob gläubig oder nicht“, erläutert Laux das Konzept des Jugendmobils. Und wenn ROCKO dann angefragt ist, bringt das Mobil auch gleich eine große Ausstattung an Equipment und Materialien mit: von Teamspielen über eine gut sortierte Musikkiste, Liegestühle zum Chillen bis zur Spielekonsole oder Kinoleinwand für Filmabende. Es gehe darum, Räume zu schaffen, in denen Jugendliche Ruhe, Unterstützung, gute Gespräche, aber auch Orientierung in Lebens- und Glaubensfragen finden können.
„Wir befassen uns in der Jugendarbeit mit ganz vielfältigen Themenschwerpunkten. Beim globalen Handeln geht’s etwa um Menschenrechte, globale Gerechtigkeit, Umwelt- und Klimaschutz oder Bedingungen für eine friedliche Welt. Durch politische Bildung möchten wir junge Menschen befähigen, eine demokratische Haltung zu entwickeln, gesellschaftlich mitreden und -gestalten zu können, sich solidarisch für andere einzusetzen. Und nicht zuletzt sehnen sich viele junge Leute gerade in unsicheren Zeiten auch nach spiritueller Orientierung. Wir missionieren nicht, sondern unterstützen auf der Suche nach dem passenden Lebensweg, fördern durch Teamprojekte Gemeinschaft oder erörtern Glaubensfragen“, sagt Laux. Ein wichtiges Thema sei die Prävention sexualisierter Gewalt. „Als Multiplikatoren bieten wir Schulungen zu dem Thema an, das ist eine unserer zentralen Aufgaben“, betont Laux. Auch die Jugendleitercard kann durch entsprechende Kurse erworben werden. Ein weiteres Ziel des neuen Jugendmobils sei, Jugendliche in prekären Lebenssituationen besser zu erreichen. „Und in Zeiten, in denen sich junge Menschen immer mehr in den digitalen Raum zurückziehen, möchten wir helfen, den Blick nochmal nach außen zu richten“, fügt die Leiterin der Fachstelle Jugend im Visitationsbezirk Trier, Cäcilie Fieweger, hinzu. Jugendpfarrer Peter Zillgen beschreibt die Motivation des Teams: „Mit ROCKO wollen wir ernstmachen mit der Aufforderung von Papst Franziskus, ganz bewusst an die ‚Ränder‘ – ob räumlich oder gesellschaftlich – zu gehen und die Menschen dort spüren zu lassen: ‚Wir interessieren uns für gerade dich!‘ - so wie Jesus es getan hat. Ein Leitgedanke für mich ist dabei, dass wir vielleicht ganz bewusst dorthin fahren, wo uns niemand erwarten würde und wir hier ein überraschendes Angebot, eine wohltuende Präsenz ermöglichen.“
 
Bis das Wohnmobil Mitte September von Matthias Struth, dem Leiter des Bereichs Kinder, Jugend und Bildung im Bischöflichen Generalvikariat, geweiht und auf Jungfernfahrt geschickt werden konnte, war es ein langer Weg, berichtet Laux. „Mit dem Thema einer mobilen Variante für die Jugendkirche haben wir uns schon seit Frühjahr 2024 beschäftigt und irgendwann kam dann die Idee des Wohnmobils auf. Als Laux auf das EU-Programm „LEADER“ stieß, das innovative Aktionen im ländlichen Raum fördert und besonders die Jugend im Fokus hat, war klar: „Da wollen wir uns bewerben“. Ende Februar 2026 kam die Zusage. Außerdem wird das Jugendmobil bezuschusst von der Stiftung GLAUBEN LEBEN, der Stiftung Aktiv für das Land, der Monsignore Gammel-Stiftung, dem Verein Andere Zeiten, der Sparkasse Mittelmosel und der Volksbank Trier Eifel. Die Idee für den Namen basiert übrigens auf dem Heiligen Rock, der selbst schon weite Strecken bis nach Trier zurückgelegt hat.

BIP