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11.09.2026

Werner Bitzigeio aus Winterspelt stellt in der Sayner Hütte in Bendorf aus - mit Fotos

Bendorf/Winterspelt (HD/boß) Die Sayner Hütte ist heute ein Industriedenkmal und Kulturzentrum. Rechtsrheinisch gelegen, gehört sie nicht zur Eifel, ihr Gründer aber war 1769 der trierische Kurfürst. So gibt es jedenfalls

eine historische Verbindung. Die Hütte war eine bedeutende Eisengießerei und widmete sich vor allem dem Kunstguss.
Industrie und Kunst verbinden sich auch im Werk Werner Bitzigeios. Er nutzt industrielle Standardprodukte wie Baustahlmatten und Moniereisen. Entgegen ihrer technischen Zweckbestimmung schweißt er daraus seine Kunstobjekte. Die werden zum Beispiel von uns als Kugeln wahrgenommen, sind es aber nicht, da eine Oberfläche fehlt. Aus Baustahlmatten werden große quaderförmige Körper, die ebenfalls keine Körper sind. Dafür enthalten sie kaum sichtbare Räume, die ohne Begrenzung nicht wirklich Räume aber begehbar sind. In letzter Zeit setzt sich Werner Bitzigeio auch kritisch mit Mode auseinander, indem er Schaufensterpuppen in herkömmlichen Stacheldraht „einkleidet“.
Die Laudatorin, Frau Prof. Dr. Reifenscheid-Ronnisch erwähnte Bitzigeios Affinität zum Zen-Buddhismus, der seine Aufmerksamkeit auf das Wesentliche richtet, Unnötiges weglässt und die Schönheit des Alltäglichen hervorhebt. Auch die Leere spielt im Zen, eher eine meditative Praxis als Religion, eine wichtige Rolle.
Bitzgeios Werk regt zum Nachdenken und zur Reflexion der eigenen Wahrnehmung an. Wer es nicht nach Bendorf schafft, kann am Dreiländereck eines seiner Werke anschauen.

Harald Deilmann


Laudatorin Prof. Dr. Reifenscheid-Ronnisch