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07.09.2026

Bauen mit Holz - SWT-Modellprojekt für Energieinfrastruktur aus heimischem Eichenholz

Trier/Region (red/boß) 19 Trafostationen, Batteriespeicher und Heizzentralen sollen mit Fassaden aus heimischem Kalamitätseichenholz in der „Schwerpunktregion Holzbau -Trier“ realisiert werden. Ausgaben

in Höhe von 3,74 Millionen Euro werden mit 400.000 Euro über das Klimabündnis Bauen gefördert
Die Stadtwerke Trier (SWT) erproben einen neuen Ansatz beim Bau von Energieinfrastruktur. Mit Unterstützung des rheinland-pfälzischen Forstministeriums sollen in den Jahren 2027 und 2028 insgesamt 19 Infrastrukturmodule in modularer Holzbauweise entstehen. Geplant sind sechs Trafostationen, vier Heizzentralen und neun Batteriespeichermodule. Für die Fassadengestaltung kommt dabei überwiegend sogenannte Kalamitätseiche aus heimischen Wäldern zum Einsatz.
„Die Verwendung von Holz als Baustoff hilft dabei, im Bausektor, der weiterhin einen starken Ressourcenverbrauch und hohe CO2-Emissionen aufweist, nachhaltiger zu werden. Über das Klimabündnis Bauen fördern wir Projekte mit Strahlkraft in diesem Bereich. Mit ihrem Vorhaben, die eigene Energieinfrastruktur auf modularen Holzbau umzustellen, rüsten sich die Stadtwerke Trier für eine klimafreundlichere Zukunft“, sagte Forstministerin Christine Schneider anlässlich eines Förderbescheids über 400.000 Euro. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf 3.740.000 Euro.
Der Ausbau der Energiewende erfordert nicht nur zusätzliche Erzeugungsanlagen wie Windkraft- oder Photovoltaikanlagen. Ebenso notwendig sind Trafostationen, Batteriespeicher und Heizzentralen, die Energie verteilen, speichern und für Verbraucherinnen und Verbraucher verfügbar machen.
Trafostationen passen die Spannung im Stromnetz an die Anforderungen der Verbraucherinnen und Verbraucher an. Mit dem Ausbau erneuerbarer Energien und der zunehmenden Elektromobilität steigt der Bedarf an zusätzlicher Netzinfrastruktur. Batteriespeicher helfen dabei, Strom zeitlich flexibel nutzbar zu machen. Sie können überschüssige Energie speichern und zu einem späteren Zeitpunkt wieder bereitstellen. Heizzentralen bündeln die Wärmeversorgung für mehrere Gebäude oder Quartiere und spielen eine wichtige Rolle beim Ausbau von Wärmenetzen.
Mit dem Vorhaben wollen die SWT beweisen, dass sich diese technischen Anlagen künftig in modularer Holzbauweise errichten lassen. Die geplanten Konstruktionen erfüllen die Anforderungen an Sicherheit und Zuverlässigkeit von Energieversorgungsanlagen und nutzen gleichzeitig die Möglichkeiten moderner Holzbausysteme. Im Vergleich zu konventionellen Betonbauwerken weisen die Module ein geringeres Gewicht auf, was neben den positiven Effekten für Umwelt und Klima auch den Transport und die Aufstellung erleichtern kann.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Verwendung von Kalamitätseichenholz. Dabei handelt es sich um Holz von Bäumen, die durch Trockenheit, Stürme oder Schädlingsbefall geschädigt wurden. Obwohl dieses Holz technisch hochwertig und langlebig sein kann, bestehen bislang nur begrenzte Einsatzmöglichkeiten. Das Projekt soll daher neue Anwendungsbereiche für heimische Laubholzressourcen erschließen und zugleich regionale Wertschöpfungsketten stärken.
„Für die Energiewende benötigen wir leistungsfähige Netze, Speicher und Wärmelösungen. Mit diesem Modellprojekt untersuchen wir, wie sich die dafür notwendige Infrastruktur in modularer Holzbauweise errichten lässt und welche Vorteile sich daraus für Planung, Transport und Betrieb ergeben. Gleichzeitig schaffen wir eine neue Einsatzmöglichkeit für heimisches Kalamitätseichenholz“, fasste Vorstand Arndt Müller die Ziele der Stadtwerke Trier zusammen. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen wissenschaftlich begleitet und ausgewertet werden. Ziel ist es, Erfahrungen zu sammeln, die auch für andere Kommunen, Stadtwerke und Netzbetreiber von Interesse sein können. Das Vorhaben besitzt Modellcharakter und soll zeigen, wie moderne Energieinfrastruktur und die Nutzung regional verfügbarer Holzressourcen miteinander verbunden werden können.
Die Schwerpunktregion Holzbau – Trier wird zu 50 Prozent vom Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen und zu 50 Prozent vom Land Rheinland-Pfalz über das Klimabündnis Bauen getragen.

Weitere Informationen zur Schwerpunktregion und zum Klimabündnis Bauen unter: www.klimabuendnis-bauen.rlp.de