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23.07.2026

Klinikclowns - mit roten Nasen gegen die Angst

Trier (red/boß) Der Weg in den Operationssaal ist wohl für die meisten Kinder eine Reise ins Ungewisse: Medizinische Geräte, freundliche Gesichter hinter Masken und natürlich die Trennung von den Eltern

verursachen oft große Ängste und Sorgen. Um diese emotionalen Belastungen zu minimieren, geht das Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen jetzt neue Wege in der Patientenfürsorge. In einer Pilotphase begleiten die erfahrenen Klinikclowns die jungen Patientinnen und Patienten direkt von ihrem Zimmer bis zur Tür des OP-Saals, teilt das Klinikum aus Anlass des Internationalen Tags der Freude am Freitag, 24.07.2026, mit.
Die Gesichter hinter den roten Nasen sind im Klinikum Mutterhaus längst Institutionen: das Team der Klinikclowns rund um den Diplompädagogen Henning Leidinger – als Clown Lolek – und Schauspielerin Kathy Becker – als Clownin Ännipänni. Seit mehr als zwei Jahrzehnten passen sie ihre Visiten individuell an die kleinen und großen Patienten im Haus an und bereiten ihnen Freude.
Das neue Konzept setzt genau da an, wo die Anspannung am größten ist. „Die Clowns nehmen bereits im Krankenzimmer den ersten Kontakt auf“, erklärt Leidinger. Durch gemeinsames Spiel wird die oftmals als steril wahrgenommene Atmosphäre sofort aufgebrochen. Auf dem anschließenden Weg durch die Flure spinnen Lolek und Ännipänni fantasievolle Geschichten, die nahtlos vom Krankenbett bis zum OP-Bereich reichen.
Notwendige medizinische Handgriffe wie das Fiebermessen oder Vorbereitungen des Pflegepersonals werden von den Clowns spielerisch mit kleinen Unterbrechungen begleitet und so ihrer vermeintlichen Bedrohlichkeit beraubt. Sie bieten damit ein vertrautes Gesicht in einer fremden Welt – Auflockerung durch Ablenkung also.
Bei aller Fröhlichkeit basiert die Arbeit der Klinikclowns auf einem professionellen Fundament und der sensible Umgang steht im Mittelpunkt. Vor jeder Visite und jeder OP-Begleitung findet eine detaillierte Übergabe mit dem medizinischen und mit dem pflegerischen Personal statt. Wie alt ist das Kind? Welche Krankheitsbilder oder Behinderungen liegen vor? Gibt es Sprachbarrieren? All dies ist zentral für die Arbeit der Clowns.
Mit diesen Informationen wird jeder Besuch exakt auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder zugeschnitten. Gleichzeitig gilt die goldene Regel: Nichts geschieht ohne Einverständnis. Da die Clowns nie pauschal davon ausgehen, dass ein Kind in diesem Moment bereit für Humor ist, fragen sie vorab immer feinfühlig nach, ob ein solcher Besuch gewünscht ist.

Doch nicht nur für die Kinder, auch für die Mütter und Väter ist die Situation rund um die Operation eine große psychische Belastung. Oft versuchen Eltern mühsam, ihre eigenen Sorgen und Ängste zu unterdrücken, um für ihr Kind Stärke zu zeigen. Leidinger dazu: „Wenn die Clowns das Zimmer betreten, fällt diese Anspannung spürbar ab.“
Die Eltern können in diesem Moment die Verantwortung für die emotionale Stütze ihres Kindes an die Profis abgeben, sich selbst ebenfalls auf das Spiel einlassen und für einen kurzen Augenblick einfach einmal tief durchatmen. Zu sehen, dass das eigene Kind trotz der bevorstehenden Operation lacht und das Kranksein etwas vergisst, sorgt bei den Betroffenen für Erleichterung. Mit der neuen OP-Begleitung durch die Clowns geht das Klinikum Mutterhaus kreative Wege, um Medizin und Menschlichkeit in entscheidenden Momenten für Kleine und Große miteinander zu verbinden.

 Presse Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen