12.07.2026
Auf besonderen Wunsch aktualisiert: In memoriam - Gerd Elendt hat uns verlassen
Kaarst/Prüm/Düsseldorf/Winterspelt (boß) Der über die Grenzen hinaus bekannte ehemalige Stern-Journalist Gerd Elendt ist für viele überraschend im Alter von 76 Jahren gestorben. Er hatte tiefe Eifeler Wurzeln.
Er ist an der deutsch-belgischen Grenze im Altkreis Prüm aufgewachsen, wo er auch seine letzte Ruhestätte in dem kleinen Dorf Elcherath (Gemeinde Winterspelt) finden wird. Geprägt von einer einklassigen Grundschule, verbrachte er die meisten Jahre seiner Schulzeit am Regino-Gymnasium in Prüm, das er kurz vor dem Abitur verließ. Nach der Bundeswehr volontierte er bei einer Regionalzeitung, bevor er als Polizeireporter zum Kölner Express wechselte, wo er viele aufregende Fälle journalistisch begleitete. Im Jahr 1984 kam er zum Stern und leitete als Chef die Redaktion in Düsseldorf bis zu seinem Ruhestand 2014. Wie aus einem Nachruf des Stern hervorgeht, stand im Mittelpunkt seiner journalistischen Arbeit immer der Mensch und die Fairness. Er recherchierte und schrieb zu so interessanten Themen wie der Schleyer-Entführung, dem Tod von Jürgen Möllemann, der Loveparade-Katastrophe, dem Transrapid-Unglück, dem NSU-Komplex und dem Amokläufer von Winnenden. Aber er widmete sich auch den sogenannten unspektakulären Themen, wo es um menschliche Schicksale ging. Seiner Eifel blieb er stets treu und unterhielt hier viele Freundschaften. Er rief auch Erinnerungen und Ereignisse wach, wie zum Bespiel der fast jährliche Besuch der Eifel-Ardennen-Ausstellung in seiner ehemaligen Schule. Aber auch die örtliche Presse wie die Nachrichtenagentur INPUT-Medien behielt er stets im Auge und hat manche Themen aus der Eifel und der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens mit ihr gemeinsam bearbeitet, wie zum Beispiel eine Krise in der Landwirtschaft, der Schlankheitspillen-Skandal oder ein aufregender Spionage-Fall. Seine große Leidenschaft war das Lesen, aber auch über Jahre hinweg Eifelwanderungen mit seiner Frau Inge, oft auch zusammen mit Freunden. Hierbei fiel auf, dass er sich nie in den Vordergrund spielte, sondern zuhören konnte sowie Wertschätzung und Empathie ausstrahlte. Dies waren wichtige Eigenschaften für seinen Beruf, aber auch für die Pflege vieler Freundschaften. Er hinterlässt Frau und Sohn. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren und ihn nie vergessen.
Heinz-Günter Boßmann
 Gerd Elendt (r.) bei einer Eifelwanderung an der deutsch-belgischen Grenze
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