13.05.2026
Mehr Keuchhustenfälle in Rheinland-Pfalz: Impfschutz überprüfen
Koblenz (red/boß) Für Säuglinge kann diese Erkrankung lebensbedrohlich sein: Das Landesuntersuchungsamt (LUA) registriert zurzeit in Rheinland-Pfalz mehr Keuchhustenfälle als zu Jahresbeginn. Vor allem Schwangere
und enge Kontaktpersonen von Neugeborenen sollten vorsorglich ihren Impfschutz kontrollieren. Nachdem im Januar und Februar 2026 pro Monat durchschnittlich 0,7 Erkrankungen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner gemeldet wurden, ist dieser Wert im März und April auf 1,4 Erkrankungen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner angestiegen. Damit liegen die Fallzahlen über dem Niveau des Vorjahres und erinnern an den Beginn der Keuchhustenwelle im Jahr 2024.
Keuchhusten (Pertussis) ist eine hochansteckende bakterielle Infektionskrankheit, die über Tröpfchen beim Husten, Niesen oder Sprechen übertragen wird. Typisch sind langanhaltende, anfallsartige Hustenattacken, die sich über Wochen ziehen können. Für gesunde Erwachsene verläuft die Erkrankung häufig belastend, aber ohne schwere Komplikationen. Besonders gefährdet sind jedoch Säuglinge, da Keuchhusten bei ihnen teils ohne typischen Husten, aber mit plötzlichen Atemproblemen verlaufen kann. Auch ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen haben ein erhöhtes Risiko für Komplikationen.
Vor dem Hintergrund der aktuell zunehmenden Fallzahlen rät das LUA vorsorglich zu einer Überprüfung des Impfschutzes gegen Keuchhusten. Die ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO) empfiehlt grundsätzlich allen Altersgruppen einen wirksamen Pertussis-Impfschutz. Besonders wichtig ist jedoch der Schutz von Neugeborenen. Die STIKO empfiehlt daher insbesondere Schwangeren und engen Kontaktpersonen von Neugeborenen eine Keuchhusten-Impfung, damit schützende Antikörper auf das Kind übertragen werden und gleichzeitig das Risiko einer Übertragung aus dem unmittelbaren Umfeld sinkt. Daten aus den Schuleingangsuntersuchungen zeigen, dass in Rheinland-Pfalz über 90 Prozent der Schulkinder vollständig geimpft sind. Allerdings lässt dieser Schutz im Laufe der Jahre nach. Deshalb sind regelmäßige Auffrischimpfungen im Jugend- und Erwachsenenalter etwa alle zehn Jahre wichtig. Hierbei kommen Kombinationsimpfstoffe zum Einsatz, die gleichzeitig auch gegen Tetanus und Diphterie immunisieren. Weitere Informationen erhalten Bürgerinnen und Bürger in ihrer Hausarztpraxis oder in kinderärztlichen und gynäkologischen Praxen. Wer über längere Zeit unter quälendem Husten leidet oder Kontakt zu Erkrankten hatte, sollte ärztlichen Rat einholen.
Weitere Informationen zur Pertussis-Impfung bietet das Robert Koch-Institut unter https://www.rki.de/SharedDocs/FAQs/DE/Impfen/Pertussis/FAQ-Liste_Pertussis_Impfen.html. |