20.06.2026
Aktualisiert: INPUT-Talk – 2. Teil: 10 Fragen an den Besitzer und Geschäftsführer der Firma HEIKO Oliver Hofrath – mit Fotogalerie
Neuendorf (boß) Es ist schon eine Erfolgsgeschichte, wie aus einem Hühnerhof mittlerweile „mein Kaufzuhaus“ mit rollenden Verkaufswagen und 24/7-Märkten wurde. Und damit verband sich auch
die philosophische Frage: Was war zuerst da – das Huhn oder das Ei? Für die HEIKO Deutschland GmbH mit dem symbolischen Standort Eichenwiese 1 ist die Sache klar: Mit dem Ei fing alles an! Und das schon im Jahr 1950, als Firmengründer Emil Kottsieper in Neuendorf (Eifelkreis) das Familienunternehmen als Hühnerhof gründete. Und die älteren Mitbürger erzählen noch, dass der Pionier mit einem Handwagen die Bevölkerung mit Eiern und Frischgeflügel belieferte. Deshalb kann man heute getrost sagen „vom Ei zum rollenden Supermarkt und zum zeitgemäßen online-Shop“. Am 01.01.2023 hat der Mitarbeiter Oliver Hofrath die Firma dann eigenverantwortlich von Dr. Reinhard Steinkamp übernommen. Mittlerweile gibt es rund 160 Mitarbeiter, davon 73 Fahrer auf über 60 Verkaufsfahrzeugen und neun „Pausenflitzern", die in der Region Eifel – Trier – Köln – Ostbelgien und Luxemburg unterwegs sind.
 Oliver Hofrath (56) im Gespräch mit INPUT-Redakteur Heinz-Günter Boßmann:
INPUT Frage 6: Es wird ja heute immer mehr im Internet bestellt. Wie ist der Online-Shop für die Rollenden Lebensmittelmärkte angelaufen?
Oliver Hofrath: Bisher wird er gut genutzt, wobei wir ja im Moment noch die Einschränkung haben, dass die Auslieferung über die jeweilige Verkaufstour im Ort erfolgt, was bedeutet, dass die Bestellung persönlich entgegengenommen und bezahlt werden muss. Es ist aber geplant, den Shop weiter auszubauen, so dass wir auch in den Versand der Ware gehen wollen… Frage 7: Innerhalb welcher Zeit werden dann die Kundinnen und Kunden mit den gewünschten Waren frei Haus beliefert?
 Der Verkaufswagen fährt bis vors Haus
 Die Online-Bestellung wurde nach wenigen Tagen von Andreas Wald an der Haustüre übergeben
Die Kundinnen und Kunden sehen über ihre Postleitzahl, wann der Verkaufswagen an welchem Wochentag und in welchem Zeitfenster im Ort unterwegs ist. Für dieses Zeitfenster können sie dann bestellen. Die Bestellung muss zwei Tage im Voraus aufgegeben werden, da es möglich ist, frische Backwaren zu bestellen und da benötigen wir den entsprechenden Vorlauf. Frage 8: Immer wieder sieht man die sognannten Pausenflitzer an den verschiedensten Stellen. Was hat es damit auf sich?
 Der Pausenflitzer unterwegs
Der Pausenflitzer ist eine in 2007 neu entstandene Vertriebsschiene. Hier ging es uns beim Konzept darum, auch die „jüngere“ Kundschaft zu bedienen. Wir führen ein komplettes Sortiment an Pausenverpflegung, also von belegten Sachen in allen Variationen, Süßwaren, kalte und heiße Getränke, bis hin zu warmen Speisen, die wir zu den Betrieben, Behörden, Baustellen und Schulen fahren. Zurzeit fahren wir mit neun Fahrzeugen in Prüm, Bitburg, Trier, Wittlich und Köln. In Köln haben wir die Besonderheit, dass ein Fahrzeug auf dem Firmengelände der Ford-Werke unterwegs ist. Frage 9: Sie haben ja kürzlich Ihre Verkaufswagen-Flotte durch einen Ankauf erweitert. Um welche Größenordnung handelt es sich dabei?
Hier handelt es sich um die eifelfrisch GmbH, es sind zurzeit acht Verkaufstouren mit insgesamt 10 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Der Schwerpunkt dieser Vertriebsschiene liegt bei den Backwaren. Die Übernahme erfolgte zum 01.03.26 zunächst vom gewohnten Standort in Hohenfels-Essingen. Seit dem 01.04.26 sind die Fahrzeuge in den Betrieb in Neuendorf integriert. Frage 10: Man hört überall vom Fachkräftemangel. Wie sieht es bei Ihnen aus, insbesondere auf dem Sektor Verkaufsfahrer.?
Auch wir sind davon betroffen. Aber wie heißt es so schön, die Hoffnung stirbt zuletzt… Es gibt immer wieder initiativ Bewerbungen, die dann auch zur erfolgreichen Einstellung führen.
1. Teil:
INPUT Frage 1: Wie war der Weg als Versicherungskaufmann zum Kauf der Rollenden Lebensmittelmärkte der Firma HEIKO?
Oliver Hofrath: Eigentlich ist das Ganze nur durch einen Zufall entstanden. Durch familiäre Umstände habe ich von heute auf morgen meine Stelle bei der Versicherung in Dresden gekündigt und habe mir dann eine neue Arbeit in der Heimat gesucht. Hier war mir sehr wichtig, es musste etwas mit Menschen zu tun haben. Dann bin ich auf den Eifeler Frischdienst in Habscheid aufmerksam geworden und ich habe mich dort als Verkaufsfahrer vorgestellt. Es ging dann alles sehr schnell. Ich konnte sofort dort anfangen und habe diesen Job kennen und lieben gelernt. Im Jahr 2001 kam dann der Wechsel zu HEIKO, wo ich anfangs im Tourenaufbau tätig war und im Anschluss mehr und mehr Verantwortung übertragen bekam, bis ich zuletzt die Funktion des Prokuristen und Geschäftsleiters ausüben durfte. Zum 01.01.2023 habe ich die Firma dann eigenverantwortlich übernommen.
INPUT Frage 2: Sie haben ja kürzlich im belgischen St. Vith einen sogenannten 24/7-Markt eröffnet. Das heißt: Man kann dort 7 Tage rund um die Uhr einkaufen. Wie hat sich das Geschäft seitdem entwickelt?
Oliver Hofrath: Das Geschäft in St. Vith hat unsere Erwartungen mehr als übertroffen. Der Zulauf ist enorm, ganz besonders an Feiertagen und an den Wochenenden. Was mich auch sehr überrascht und gleichzeitig freut, der Markt wird von allen Altersgruppen besucht und alle berichten von einem positiven Einkaufserlebnis.
 Foto Archiv HEIKO: Der 24/7-Markt in St. Vith
INPUT Frage 3: Sind weitere Märkte dieser Art in der Region in Vorbereitung?
Oliver Hofrath: Ja, der nächste wird Anfang Juli in Pronsfeld eröffnet und es gibt weitere interessante Anfragen aus der Region und dem benachbarten Ausland.
Computersimulation Sohns, Brandscheid: Der neue 24/7-Markt in Pronsfeld
 Foto Hilde Boßmann: Ausgeschachtet
INPUT Frage 4: Wenn man an die hohen Spritpreise und an den Fachkräftemangel denkt: Was würden Sie sich von der Politik als unterstützende Programme wünschen?
Oliver Hofrath: Die Politik spricht immer davon, welch große Bedeutung die Versorgung mit Lebensmitteln im ländlichen Raum hat. Leider gab es bisher noch kein einziges Förderprogramm, was es uns gerade in den wirtschaftlich sehr schwierigen Zeiten ermöglicht, diese Versorgung zukunftssicher aufzustellen. Durch unseren Service ist es gerade für die ältere und nicht mehr mobile Bevölkerung möglich, sich in den eigenen vier Wänden selbstständig zu versorgen. Von daher haben wir auch einen sozialen Auftrag, wie ich finde…
INPUT Frage 5: Die Firma HEIKO hat sich ja nach dem Krieg aus dem Verkauf der eigenen Eierproduktion auf der Hühnerfarm der Familie Kottsieper entwickelt. Gibt es heute noch eine Eigenproduktion irgendeiner Art oder beziehen Sie die Waren von örtlichen oder überörtlichen Produzenten?
Oliver Hofrath: Wir führen heute noch teilweise Produkte, die unter unserem eigenen Logo hergestellt werden. Was das Sortiment angeht, so versuchen wir, möglichst viele Produkte aus der hiesigen Region zu vermarkten. Hier insbesondere die Backwaren, Obst und Gemüsen und selbstverständlich die Fleisch- und Wurstwaren.
Das Interview wird fortgesetzt
Fotogalerie wird aufgebaut
 Historisches Archiv Fa. HEIKO
 Foto Regionalmarke EIFEL: Luftaufnahme Betriebssitz Neuendorf
 Baugrundstück 24/7-Markt in Pronsfeld
 Aussschachtungsarbeiten Pronsfeld
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