04.05.2026
Aktualisiert - Leserservice: "Mähfreier Mai" als Mitmachaktion
Bereits zum 6. Mal rufen die Gartenakademie Rheinland-Pfalz und die Deutsche Gartenbaugesellschaft (DGG) 1822 e.V. zu den mittlerweile deutschlandweit bekannten Aktionen "Mähfreier Mai" - alle machen mit und zum
Wettbewerb "Jede Blüte zählt!" Blüten zählen, Saatgut gewinnen auf Der 1. Mai wird zum "Mähfreiertag" erklärt. Gartenbesitzer sind dazu eingeladen, Ihren Garten in einen Hort der Vielfalt zu verwandeln - indem sie einfach nichts tun. Vielerorts wird im Mai bis zu zwei Mal pro Woche und mehr gemäht, in vielen Nachbarschaften entsteht ein sozialer Druck, "ordentlich" zu sein. Da mag sich der Aufruf, im Mai nicht zu mähen, geradezu revolutionär anfühlen. Doch seit dem ersten Aufruf 2021 hat die Idee große Kreise gezogen, es wurde in verschiedenen Zeitungen, im Radio und Fernsehen darüber berichtet, viele Gartenfreund*innen, Garten-, Naturschutz- und Imkerverbände haben es ausprobiert und sich online und offline dazu ausgetauscht, vernetzt und ermutigt. Bewusst seltener zu mähen, ist kein Zeichen von Verwahrlosung, sondern von ökologischem Bewusstsein. Warum sollten die Menschen umdenken und ihr Mähverhalten ändern? Die Rasenfläche macht in den meisten Gärten 50% oder mehr aus, bietet aber keine ökologische Vielfalt. Um den starken Rückgang von Wildpflanzen in Gärten und Landschaft aufzuhalten, kann eine andere Mähweise einen wertvollen Beitrag leisten. Der grüne Rasen wird zur Kräuterwiese. Bunte und blühende Wiesen sind aus der Kulturlandschaft fast verschwunden. Dies führt dazu, dass Nahrung für viele Insekten knapp wird und ihre Zahlen immer mehr sinken. Sie sind jedoch unentbehrlich, nicht nur für die Bestäubung vieler unserer Nahrungspflanzen, sondern auch für das Gleichgewicht der Ökosysteme und als Nahrungsgrundlage für Vögel und viele anderer Tiere. So kann jeder im eigenen Garten aktiv mit dazu beitragen, die Vielfalt von Blüten und ihren Bestäubern wieder zu erhöhen! Manche werden behaupten, dies sei nur ein Tropfen auf den heißen Stein, jedoch beweisen Zahlen aus Großbritannien genau das Gegenteil. In England hat die Organisation Plantlife die Auswirkungen ihres jährlichen Aufrufs zum „NoMowMay“ dokumentiert und festgestellt, dass die Menge an Nektar für bestäubende Insekten auf Rasenflächen um das zehnfache erhöht werden kann. Wild- und Honigbienen, Hummeln, Schwebfliegen und Schmetterlinge finden somit weitaus mehr Nahrung. Vor allem Gänseblümchen, Gundermann, Ehrenpreis, Hornklee oder Butterblumen profitierten vom ausgelassenen Mähen im Mai besonders. Von Monat zu Monat nimmt dann der Anteil blühender Wildpflanzen zu. Und das ganz ohne Neuansaat. „Etwas mehr Wildheit wagen“ lautet die Botschaft, denn ein Mehr an Blüten bedeutet ein Viel-Mehr an Artenvielfalt im Garten. Die Idee des „Mähfreien Mais“ ist, die Mähintervalle zu strecken und Teile des Rasens nur noch einmal pro Monat zu mähen. Es heißt nicht, alles zuwuchern und so verwildern zu lassen, dass der Mäher es nicht mehr schafft, sondern einfach so selten wie möglich zu mähen und mehr Blüten zuzulassen. Wer möchte, kann an wenig begangenen Stellen gänzlich ungemähte Flecken mit Gras und Blütenpflanzen als Rückzugsorte für Tiere stehen lassen. Es zeigt sich, dass die größte Blütendichte auf den monatlich gemähten Stücken entsteht, aus Arten wie Gänseblümchen, Günsel und Klee, die durch den Rückschnitt zu erneuter Blüte angeregt werden. Wird hier regelmäßig auf ca. 5-10 cm eingekürzt, blühen viele Kräuter und der Rasenmäher schafft den Aufwuchs ohne Schwierigkeiten. Auf den nur ein bis zwei Mal jährlich gemähten Flächen entsteht neben den Gräsern eine größere Artenvielfalt mit höheren Wiesenblumen, wie z.B. Margeriten, Wiesensalbei und Wilder Möhre. Wichtig ist, dass das Schnittgut nicht auf der Fläche liegen bleibt, sondern an anderer Stelle kompostiert oder als Mulch genutzt wird. Blühende Wiesenblumen bevorzugen einen mageren Standort, deshalb ist auch keine Düngung notwendig. Ganz ohne Kosten wird die Wiese immer schöner! Durch gemähte Wege oder Ränder sieht der Garten immer noch gepflegt aus, und die Freude daran, die Rückkehr von Wildblumen und Bestäubern in den Garten zu erleben, lässt sich nicht bezahlen!
Die Gartenakademie erläutert das Wohlfühlprogramm für den Mai in zwei Schritten:
1. Schritt - Nichts tun! Entspannen Sie sich und machen den Wonnemonat zum "Mähfreien Mai" und dem 1. Mai zum "Mähfreiertag", an dem der Rasenmäher drinnen bleibt. Genießen Sie stattdessen die Sonne und die vielen Blüten und Blütenbesucher in den nächsten Wochen. Vielleicht können Sie sogar Ihre Nachbarn, die verwundert über den Zaun schauen, zum Mitmachen animieren?
2. Schritt - Blüten zählen Nachdem im Mai nicht gemäht wurde, genießen Sie das Pfingstwochenende und erleben unmittelbar den Effekt Ihres nützlichen Nichtstuns, denn es blüht und summt in allen Ecken. Mit der Aktion "Jede Blüte zählt" können Sie Ihre Erfolge zusammen mit Nachbarn und Gartenfreund*innen erfassen:
Ab dem 22.05. (Internationaler Tag der Artenvielfalt) markieren Sie einen Quadratmeter auf Ihrer Rasenfläche. Wichtig ist, dass die Stelle zufällig ausgewählt wird, z.B. indem Sie einfach einen Ball über Ihre Schulter werfen und schauen, wo er landet. Hier zählen Sie alle vorkommenden Blüten und tragen sie in die vorgefertigte Tabelle ein. Die 25 Einsender*innen der artenreichsten Wiesenbilder erhalten von der Deutschen Gartenbaugesellschaft 1822 e. V. als Dankeschön ein Samenpäckchen mit einer heimischer Wildblütenmischung aus dem bundesweiten Projekt „Tausende Gärten – Tausende Arten“.
Presse Gartenakademie Rheinland-Pfalz
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 Tatort naturnahes Grundstück
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