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16.02.2026

Leserservice: Gartenarbeiten im Frühling

Es müssen nicht immer Schneeglöckchen sein, die zu den Frühlingsboten gehören. Bereits im Februar und in geschützten Lagen sogar ab Januar läutet auch das Kaukasische Vorfrühlingsalpenveilchen das Frühjahr ein.

Besonders dekorativ erscheint dieses Alpenveilchen, da Blüten und Laub gleichzeigt vorhanden sind. Stimmt der Standort und lässt man diesem Alpenveilchen seine Ruhe, so breitet es sich langsam durch Samen aus und bildet dekorative Flächen, die um diese Zeit farbenfrohe Lilatöne im Kontrast zum kräftig grünen Laub bilden. Es bevorzugt halbschattige Standorte auf kalkhaltigen Böden und gilt bis über -20 Grad winterhart. 

Vor der Gartensaison bietet sich die Möglichkeit, den Nährstoffgehalt der Böden zu überprüfen. Das wird in der Regel nicht jedes Jahr gemacht. Alle 4-5 Jahre wird sozusagen Inventur gemacht. Die Nährstoffgehalte und der ph-Wert werden überprüft und die Düngung wird an die Untersuchungsergebnisse angepasst. Wie eine solche Bodenanalyse durchgeführt wird, ist hier in Erfahrung zu bringen. Erfahrungsgemäß ist der Gehalt an Phosphor in den Gartenböden oft sehr hoch. Warum nicht mal mit Kalimagnesia statt Volldünger (=„ Blaukorn“) düngen? Bei diesen Bodenuntersuchungen ist die Untersuchung auf den Stickstoffgehalt außen vor. Dieser müsste während oder kurz vor der Saison gesondert untersucht werden. Organisch oder mineralisch?

Die Art der Düngung, ob organisch oder mineralisch oder auch organisch-mineralisch ist unter Haus- und Kleingärtner oft ein beliebter Diskussionspunkt. Es gibt Aspekte, die jeder Düngungsart Vor- u. Nachteile bescheren. In dem Beitrag organische / mineralische Düngung wird diese Thematik eingehend beleuchtet. Im Haus- und Kleingarten und auf Streuobstflächen wird oft die Düngung mit Schafwolle diskutiert. Infos zur Düngung mit Schafwolle gibt es hier
Wichtiger Termin: Nur bis zum 28.02. können Gartengehölze, Hecken und Bäume geschnitten werden. Danach beginnt der Schutzzeitraum für brütende Vögel.

Obstgehölze, wie Apfel, Birne, Quitte, Zwetsche und Mirabelle können bis zur Blüte geschnitten werden. Im Sommer nach der Ernte können dann weitere Obstgehölze geschnitten werden. In den letzten Wochen ist sehr viel über neue, exotische Obstarten für unser Klima diskutiert worden. Auch mangels Alternativen im Obst- und Weinbau wird überlegt, ob nicht zum Beispiel Mandeln oder Oliven für das milde Weinbauklima geeignet wären.  Im Hausgarten ist in milden Lagen neben der Feige vielleicht auch die Kakifrucht interessant.

Wenn die Anbauplanung für das laufende Jahr abgeschlossen ist, muss das entsprechende Saatgut bestellt werden. Zum Bezug für Saatgut gibt es auch einiges zu beachten. Viele Sorten sind mittlerweile als F1Hybriden erhältlich. Diese Sorten sind gut, aber ihr Saatgut ist oft sehr teuer. Alternativ können sogenannte saatgutfeste Sorten verwendet werden. Hier gibt es auch zahlreiche Sorten die widerstandsfähig sind.

Auberginen-, Paprika-, Chilli- und Tomatenpflanzen können jetzt ausgesät werden. Dazu eignen sich günstige Zimmergewächshäuser sehr gut, die evtl. auf eine Heizmatte gestellt werden. Wichtig ist, für einen Wasserablauf aus den Schalen zu sorgen. Die Schalen sind oft ungelocht. Entsprechende Löcher lassen sich sehr gut mit einem heißen Lötkolben in den Boden einer solchen Schale schmelzen. Die Zimmergewächshäuser verfügen über eine Haube, die direkt nach dem Beginn des Keimvorgangs entfernt werden muss. Unterbleibt dies, so werden die Keimlinge sehr lang und drohen umzufallen. Nach der Keimung müssen die Aussaatschalen an einen hellen Standort gestellt werden. 

Gourmetkartoffeln sind „in“. Warum nicht mal solche im eigenen Garten anbauen. Mittlerweile gibt es auch Anbausysteme für den Balkon. Wenn Kartoffel angebaut werden sollen, können jetzt die Pflanzkartoffeln vorgekeimt werden.

Hintergrund:
Im Überwinterungsquartier müssen Kontrollen auf Schädlinge stattfinden. Wenn die Sonne auf ein unbeheiztes Gewächshaus scheint, wird es darin schnell warm. Dadurch wachsen nicht nur die Pflanzen gut, sondern überwinterte Blattläuse, Spinnmilben, etc. werden auch aktiv. Überwinterte Kübelpflanzen, Balkonpflanzen, etc. müssen jetzt – sofern erforderlich - zurückgeschnitten werden. Auf abgestorbenen Pflanzenteilen kann sich bei Feuchtigkeit leicht Grauschimmel ausbreiten. Für den Haus- und Gartenbereich existieren keine zugelassenen Fungizide, die vorbeugend gespritzt werden müssten, daher müssen die Pflanzen sauber geputzt werden.  Werden Pflanzen im Gewächshaus überwintert, darf das Lüften des Gewächshauses nicht vergessen werden.

Quelle Dienstleistungszentrum ländlicher Raum Rheinpfalz
Gartenakademie Rheinland-Pfalz
www.gartenakademie.rlp.de