04.02.2026
Zugbegleiter stirbt nach schwerer Attacke in der Westpfalz - mit Nachrufen
Landstuhl (red/boß) Am Montagabend war es in einem Regionalexpress, der den Bahnhof Landstuhl (Kreis Kaiserlautern) in Richtung Homburg verließ, zu einem Übergriff auf einen Mitarbeiter der Deutschen Bahn gekommen, der zum Tod führte.
Nach den bisherigen Ermittlungen kontrollierte der 36-jährige Zugbegleiter einen Reisenden, der keinen gültigen Fahrschein vorzeigte. Als der Mann deswegen des Zuges verwiesen werden sollte, griff er den Bediensteten unvermittelt an. Hierbei erlitt der Zugbegleiter lebensbedrohliche Verletzungen und musste vor Ort reanimiert werden. Wie die Polizei am Mittwochvormittag mitteilt, ist der Zugbegleiter seinen Verletzungen erlegen.
Fahrgäste hatten die Polizei alarmiert und bis zum Eintreffen der Einsatzkräfte Erste Hilfe geleistet. Der Schwerverletzte wurde vom Rettungsdienst in ein Krankenhaus gebracht. Der 26-jährige Angreifer wurde von Kräften der Landespolizei des Saarlandes und der Bundespolizei vor Ort festgenommen. Die Ermittlungen wegen Totschlags hat die zuständige Kriminaldirektion Kaiserslautern beim Polizeipräsidium Westpfalz übernommen. Der Tatverdächtige wurde einem Richter beim Amtsgericht Zweibrücken vorgeführt.
Nachrufe
Verkehrsminister Patrick Schnieder: „Ich bin entsetzt und fassungslos über den Tod von Serkan C. Mein tiefstes Mitgefühl gilt seiner Familie, Kolleginnen und Kollegen und Freunden. Es ist furchtbar, dass ein Kundenbetreuer bei der normalen Ausübung seiner Arbeit ums Leben kommt – getötet durch rohe und sinnlose Gewalt. Ich schließe mich der Bahnchefin, Frau Palla an: Wir müssen gemeinsam mehr tun für den Schutz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Züge und Bahnhöfe müssen sicher sein. Das ist nicht nur ein schwarzer Tag für die gesamte Eisenbahnfamilie, sondern für uns alle. Alle staatlichen Ebenen sind jetzt gefragt, der steigenden Gewaltbereitschaft Einhalt zu gebieten.“
Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft ruft zur Schweigeminute auf: "Wir sind erschüttert und trauern um unseren Kollegen Serkan C., der seinen schweren Verletzungen erlegen ist. Wir rufen heute alle Eisenbahnerinnen und Eisenbahner sowie die Fahrgäste zu einer Schweigeminute um 15 Uhr auf. Heute steht die Eisenbahnerfamilie still. Und ab morgen erhöhen wir nochmal den Druck. Dieser brutale Überfall muss jetzt ein Umdenken einleiten. Wir erwarten, dass die Politik jetzt sofort Maßnahmen für mehr Sicherheit ergreift. So ein Fall darf sich niemals wiederholen,“ so der Vorsitzende Martin Burkert.
Mobilitätsministerin Katrin Eder: „Der mörderische Angriff auf den Zugbegleiter im Kreis Kaiserslautern erschüttert mich zutiefst. Meine Gedanken sind bei dem verstorbenen Familienvater und seinen Angehörigen. Wer Beschäftigte im öffentlichen Dienst angreift, die täglich Verantwortung für die Sicherheit aller Fahrgäste tragen, überschreitet auf brutale Weise alle Grenzen des Miteinanders. Gewalt gegen Mitarbeitende in der Bahn ist in keiner Weise hinnehmbar und muss mit aller Konsequenz verfolgt werden.“
Der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Gordon Schnieder: „Die Nachricht vom Tod des Zugbegleiters lässt mich erschrocken und in tiefer Trauer zurück. In dieser schweren Stunde sind meine Gedanken bei der Familie, den Angehörigen und Freunden des Opfers – ihnen gilt mein tiefes Mitgefühl. Ich bin fassungslos. Der junge Mann hat seine Arbeit gemacht – Fahrkarten kontrolliert – dabei wurde er brutal angegriffen. Er hatte sein ganzes Leben noch vor sich. Solch ein Angriff ist ein Angriff gegen uns alle. Immer häufiger werden Uniformierte – Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst – Opfer von Gewalt. Wir nehmen wahr, dass die Hemmschwelle für Beleidigungen, Bedrohungen und Attacken sinkt – Verrohung hat viele Gesichter. Sie ist ein großes gesellschaftliches Problem. Daher ist es unsere Pflicht, solchen Angriffen entschlossen entgegenzutreten.“ |