21.01.2026
Ehemaliges Konventgebäude wird zu Kurzzeitpflegezentrum
Daun (red/boß) Die Gesellschaft der Katharinenschwestern hat ihr ehemaliges Konventgebäude am Maria-Hilf-Krankenhaus in Daun für mehr als sieben Millionen Euro in eine Einrichtung zur Kurzzeitpflege umgebaut.
Am 18. Januar war die feierliche Einweihung mit Bischof Dr. Stephan Ackermann. Die ersten Gäste sollen am 1. Februar einziehen. Es gehe bei der Kurzzeitpflege St. Katharina um weit mehr als einen reinen Zweckbau: Die Einrichtung wolle da sein für Menschen in einer Übergangssituation im Leben. Dabei werde ein Zeichen gesetzt für die menschliche Würde in Situationen von Schwäche und Hilfebedürftigkeit, betonte Bischof Dr. Stephan Ackermann in seiner Predigt in der St. Nikolauskirche. Nach diesem Auftakt des Einweihungstages erinnerte Schwester Christina Clemens im zweiten Teil der Veranstaltung an das glückliche Gefühl, als sie und ihre Mitschwestern im Juni 1976 aus spartanischen Dachgeschosszimmern und Nebenräumen in das neue Konventhaus umziehen konnten. Seinerzeit war die Ordensfrau am Dauner Krankenhaus in der Pflege tätig. In den folgenden Jahrzehnten lebten sie und mehr als 30 Schwestern in dem markanten terrassierten Gebäude mit vier Ebenen. Sie hatten es schön dort – in Einzelzimmern mit Bad und Balkon, mit eigener Kapelle, Küche, Speisesaal, Bibliothek und direktem Zugang zum Krankenhaus. Doch im Laufe der Jahrzehnte nagte der Zahn der Zeit an dem Bauwerk. Und die Zahl der Schwestern ging zurück bis auf sieben. Im Sommer 2020 wurden diese in zur Gesellschaft der Katharinenschwestern gehörende Einrichtungen verlegt.
Heute ist Schwester Christina Clemens Provinzoberin des Ordens in Münster. Das Aufgeben des Konventhauses in Daun und das Verlegen der Schwestern sei „sehr schmerzhaft und überhaupt nicht einfach“ gewesen, räumte sie in ihrer Ansprache ein. „Doch heute ist ein froher Mutter-Regina-Tag“, erklärte sie in Anspielung auf Regina Protmann, die den Orden vor mehr als 400 Jahren gegründet hatte. Und betonte mit Blick auf die Umwandlung des Konventhauses in eine Kurzzeitpflege: „Wir wollten in der Linie von Regina Protmann bleiben und der Not vor Ort abhelfen.“ Viel Geld, Zeit, Mühe und Mut seien in das Projekt geflossen, sagte sie und dankte „Gott und allen Beteiligten.“ Das Haus in die Zukunft führen wird Michael Förster. Der Geschäftsführer der Gesellschaft der Katharinenschwestern und des Krankenhauses Maria Hilf bezeichnete den Einweihungstag als wichtiges Datum für die Katharinenschwestern sowie für die Stadt und Region Daun. Der Bedarf an Kurzzeitpflegeplätzen sei dringend – auch um Angehörige zu entlasten, erklärte er zur Entscheidung, das Konventhaus nicht aufzugeben, sondern in zeitgemäßer Form weiter zu nutzen. Förster spannte den Bogen von den „sensationellen“ drei Monaten vom Bauantrag bis zur Baugenehmigung im Jahr 2023 über „ganz viele Überraschungen“ während der Bauzeit bis zur Anstellung von ausreichend Mitarbeitern zum Start am 1. Februar. An diesem Tag ziehen die ersten 13 Gäste ein, im März soll sich die Zahl verdoppeln und im Sommer alle 40 Plätze belegt sein, gab sich Förster zuversichtlich. Die Zahl der Mitarbeitenden werde letztendlich rund 40 betragen.
Mehr als sieben Millionen Euro hat der Orden für die Umwandlung des Konvents in eine Einrichtung mit 2.200 Quadratmetern Grundfläche auf dem neuesten Stand von Ausstattung und Technik in die Hand genommen. Dafür gab es Lob von Landrätin Julia Gieseking. „Hier ist etwas tolles Neues entstanden in einer Zeit, in der andernorts Einrichtungen geschlossen werden“, sagte sie. Bischof Ackermann segnete die Räume und lobte bei einem Rundgang mit Gästen die Einrichtung: „Das Ergebnis lässt sich wahrlich sehen.“ Davon konnten sich anschließend die Besucher beim Tag der Offenen Tür überzeugen.
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