14.12.2025
Der Erhalt der Klosteranlage Himmerod umfasst erhebliche finanzielle Herausforderungen - Mit historischem Rückblick aus aktuellem Anlass
Großlittgen (red/boß) Die Zukunft von Kloster Himmerod (Kreis Bernkastel-Wittlich) soll gesichert werden. Daran arbeitet der dazugehörige Trägerverein. Der Vorsitzende Manfred Wagner berichtet über den aktuellen Stand der Dinge:
"Ein zentrales Vorhaben ist die geplante Nachnutzung des ehemaligen Konventgebäudes. Nachdem im Frühjahr verschiedene Projektideen einem erweiterten Personenkreis – bestehend aus Träger- und Förderverein, kommunalen Vertretern sowie dem Landtagsabgeordneten - vorgestellt wurden, laufen aktuell weitergehende Gespräche, Machbarkeitsanalysen und Planungen mit potenziellen Partnern. Erfreulich war in diesem Jahr besonders die Wiedereröffnung der Klostergaststätte. Nachdem kein Betreiber gefunden werden konnte, hat der Trägerverein selbst die Initiative ergriffen und die Gaststätte in Eigenregie wieder eröffnet. Als Leiterin konnte Hiltrud Vogt, die auf eine langjährige Erfahrung in der Gastronomie zurückblicken kann, gewonnen werden. Mit der Wiedereröffnung der Gaststätte wird den Besucherinnen und Besuchern wieder ein Ort geschaffen, an dem sie einkehren, genießen und verweilen können – ein wichtiger Baustein für ein lebendiges Himmerod. Gemeinsam mit dem Förderverein wurden verschiedene Renovierungsarbeiten im Refektorium und Oratorium durchgeführt, um die Räume einer erweiterten Nutzung durch den Förderverein zuzuführen. Ebenso sind zusätzliche Zimmer im Ostflügel des Konventgebäudes zur Belegung durch die Klosterherberge eingerichtet worden. Auch durch diese Maßnahmen konnte ein zusätzlicher Beitrag zur Belebung des Klosterareals als auch zur finanziellen Stabilisierung geleistet werden. Der Erhalt der weitläufigen Klosteranlage geht mit erheblichen finanziellen Herausforderungen einher. Um langfristige Einnahmequellen für das Kloster Himmerod zu erschließen und gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Energieversorgung zu leisten, gibt es Überlegungen zur Errichtung einer Agri-Photovoltaikanlage auf einem vereinseigenen Grundstück. Sollten die Flächen im Rahmen der Flächennutzungsplanung der Verbandsgemeinde Wittlich-Land entsprechende Berücksichtigung finden, würde der Trägerverein dieses Projekt - gerne gemeinsam mit weiteren Interessierten - umsetzen."
Ein Blick zurück: Ein besonderes Ereignis im letzten Jahr war sicherlich die Feier anlässlich des 75. Jahrestages der „Himmeroder Denkschrift“. Generalmajor Ansgar Meyer, Kommandeur des Zentrums Innere Führung, erinnerte anlässlich der Gedenkfeier daran, dass im Jahr 1950 ehemalige Offiziere der Wehrmacht in Himmerod, im Zimmer 7 des Konventgebäudes, zusammenkamen und mit der Erarbeitung der „Himmeroder Denkschrift“ den Grundstein für die fünf Jahre später gegründete Bundeswehr legten. Bundeskanzler Konrad Adenauer hatte fünfzehn Militärexperten – als Versicherungsvertreter getarnt – in die abgelegene Eifel-Abtei eingeladen, um die Wiederbewaffnung Deutschlands zu planen und die Grundlagen einer neuen inneren Struktur für die dann 1955 gegründete Bundeswehr zu erarbeiten. Gemäß den Werten des kurz zuvor verabschiedeten Grundgesetzes entstand das Leitbild vom Soldaten als Staatsbürger in Uniform und das Konzept der Inneren Führung. Daher gilt Himmerod bis heute als Wiege der Führungskultur der Bundeswehr. |