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12.12.2025

Archivbericht 10.12.2025: Bahnstrecke Gerolstein – Prüm wird entlaubt und entgleist

Prüm/Gerolstein (boß) Was lange währt, wird endlich gut. Ohne Fleiß keinen Preis. Ein seltener Anblick für die Autofahrer, Wanderer und Fußgänger am Prümer Bahnübergang Campingplatz/Stadtpark.

Es stapeln sich die Gleise und ein Bagger reißt kinderleicht das raus, was im 19. Jahrhundert mit viel Schweiß und Manpower installiert wurde. Die Gleise zwischen Gerolstein und Prüm mit der damaligen Fortsetzung nach Pronsfeld und den Weichen nach Waxweiler, Neuerburg und St. Vith.
Denn nachdem die Interessengemeinschaften Westeifelbahn und Eifelquerbahn den Widerspruch gegen den Freistellungsbescheid zurückgezogen haben, ist die Strecke rechtsgültig entwidmet und der seit Jahrzehnten geplante Radweg kann als Lückenschluss gebaut werden.
Ein Blick zurück: Die Westeifelbahn – auch Prümtalbahn genannt – ist gemäß Wikipedia 1883 eröffnet und 2001 stillgelegt worden. Im Februar 1881 wurde die preußische Regierung vom Landtag ermächtigt, die Bahnstrecke zu bauen. Begründet hatte die Regierung den Bauantrag - man lese und staune - mit der "wahrhaft trostlosen Lage und der Warnung vor Zuständen wie in Oberschlesien", war bei Wikipedia zu lesen.
Am 22. Dezember 1883 wurde als erster Abschnitt die Strecke zwischen Gerolstein und Prüm in Betrieb genommen, nachdem im Schweiße ihres Angesichtes unzählige Gleisarbeiter die Schienen gelegt hatten.

Heinz-Günter Boßmann