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02.12.2025

Gedenkfeier für Opfer der Amokfahrt

Trier (red/boß) Der 1. Dezember 2020 veränderte Trier: Bei einer schrecklichen Amokfahrt fuhr ein Mann in der Fußgängerzone gezielt Passanten an. Fünf Menschen starben unmittelbar, zwei weitere später. Es gab zahllose verletzte

und traumatisierte Personen. Bis heute leiden viele Menschen in der Stadt unter den Folgen dieses traumatischen Ereignisses.
Zum fünften Jahrestag der Amokfahrt gedachte die Stadt im Rahmen einer offiziellen Gedenkveranstaltung am Montag an der Gedenkstätte in der Christophstraße/Ecke Porta-Nigra-Platz der Opfer. Um 13.46 Uhr, dem Beginn der schrecklichen Tat, läutete die Helena-Glocke des Doms vier Minuten lang. Vertreten waren neben dem Stadtvorstand, Stadtratsfraktionen und Vertretern der Blaulichtfamilie auch der Nachsorge-Kreis der Hinterbliebenen und Betroffenen sowie Passantinnen und Passanten.
Wolfgang Hilsemer, der durch die Amokfahrt seine Schwester und seinen Schwager verlor, las die Namen der Opfer vor und sagte: „Es ist kaum in Worte zu fassen, wie sehr uns diese Menschen fehlen. Und doch stehen wir heute hier, um nicht nur an den Schmerz zu erinnern, sondern auch an die Liebe, die bleibt. Diese ermordeten Menschen haben in unseren Herzen, in unseren Familien, in allem, was wir mit ihnen geteilt haben, ihre kraftvollen Spuren hinterlassen.“
Oberbürgermeister Wolfram Leibe betonte, fünf Jahre seien eine lange Zeit, sie könne aber nicht die Wunden heilen, die aufgerissen wurden. „Für mich als OB war immer wichtig, Trier steht zusammen und das tun wir bis heute“, bekräftigte Leibe.
Hermine Oberkirch erinnerte an das Meer aus Kerzen, Blumen und Stofftieren, das direkt nach der Amokfahrt an den Stellen zu finden war, wo ein Mensch ums Leben kam. Dann sei irgendwann alles weg gewesen und man habe eine Leere gespürt. Daher sei es ein Wunsch der Angehörigen gewesen, dass ihre liebsten Menschen durch die Gedenkstätte gewürdigt und in Erinnerung gehalten werden.

Die 2024 von Professor Clas Steinmann gestaltete Gedenkstätte steht in der Nähe der Stelle in der Christophstraße, an der der Amokfahrer gestoppt und verhaftet worden war. Dort sind 2,80 Meter hohe Stelen aus Bronze als Gruppe platziert, in die Trauernde hineintreten und Teil einer empathischen Gemeinschaft werden können. In der Fußgängerzone gibt es zudem an den Stellen, wo Menschen getötet wurden, dezentrale Gedenkorte.