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31.07.2025

Kurzgeschichte: Günstig einkaufen

Ein ganz gewöhnlicher Sonntag. Manfred und Margret sitzen gerne sonntagsmorgens auf der Terrasse und genießen bei Kaffee und Brötchen den Sonnenaufgang. Beide bereden die vergangene Woche

und zukünftige Pläne. Heute ist verkaufsoffener Sonntag im Städtchen. Das wäre doch was! Ein paar Sachen hatte Margret schon lange auf der Wunschliste. Jetzt locken hohe Rabatte.
Sie beenden das Frühstück und der Abwasch wird gemacht. Gut präpariert startet man bei prächtigem Wetter gen Parkplatz nahe der Innenstadt. Ist schon einiges los. Noch Parkticket ziehen und dann kann das Shoppen losgehen.
Beide schlendern gemütlich durch die Gassen. Tolle Produkte. Gute Preise. Margret hatte aber insgeheim auf das Haushaltswarengeschäft den Blick geworfen. Da geht’s jetzt rein. Da steht er. Der Entsafter. Viel Metall. Wertig gearbeitet. Das kann einem die Arbeit schon erleichtern. Magret fragt einen Verkäufer ob der Rabatt von 50 Prozent wie im Prospekt beschrieben auch tatsächlich gilt. Der Berater bejaht das.
Margret geht zurück zum Gerät und muss feststellen, dass eine andere Frau dabei ist sich das Gerät auf den Arm zu nehmen. Unfassbar. Das sollte doch jetzt meiner sein!
Marget spricht die Frau an, ob wirklich ernsthaftes Interesse besteht. Marget berührt nochmals kurz die schöne Edelstahloberfläche. Die Konkurrentin sagt, das man bei dem Preis nicht Nein sagen kann  und dreht sich mit dem Entsafter in Richtung Kasse. Magret ist enttäuscht und wütend.
Überraschenderweise kramt Margret in ihrer Tasche und zieht ein langes Küchenmesser. Sie schreit. „Sowas lass ich mir nicht gefallen. Es ist mein Entsafter. Sie stellen den jetzt sofort wieder an den Platz. So nicht mit mir. Auf sowas bin ich immer vorbereitet. Es sind 50 Prozent Rabatt. Nur über meine Leiche. Her damit.“
Der entsetzte Manfred kommt dazu. „Magret, steck das Messer weg!“, sagt er.
Wie wachgerüttelt tut sie das auch. Glücklicherweise ist die Entgleisung niemandem wirklich aufgefallen. Laute Musik, Gedränge. Alle unterhalten sich. 
Auf einmal kommt die andere Frau um die Ecke und stellt den Entsafter wieder zurück. Magret fragt durchgerüttelt, warum. Die Frau entgegnet, dass sie den Entsafter im Internet noch billiger gesehen hat.
Manfred und Margret verlassen erleichtert das Geschäft. Im Netz noch günstiger. Das war ein guter Tipp. Manfred bezahlt das Parkticket und beide verlassen bei schönem Wetter die Innenstadt.

Florian Keppers