zurück 
10.06.2024

UEFA-Europameisterschaft 2024: Ausblick auf Belgiens Gruppe E

Brüssel/Frankfurt (jk/boß) In einer Woche starten die Belgier mit der Partie gegen die Slowakei in die UEFA-Europameisterschaft 2024. In diesem Ausblick möchten wir uns die Gruppe E einmal etwas genauer anschauen.

Am vorletzten Tag des ersten Spieltages steigen zudem auch die anderen beiden Mannschaften der Gruppe - Rumänien und die Ukraine - ins Turnier ein. Wen wir wie einschätzen dürfen und welche beiden Teams am Ende den sicheren Einzug ins Achtelfinale feiern dürfen, versuchen wir mithilfe dieses Ausblickes zu prognostizieren.

Belgien
Prognose: 1. Platz
Schlüsselspieler: Kevin De Bruyne & Jeremy Doku     Taktik: 4-3-3
Einschätzung:
Als klarer Favorit gehen die “Red Devils” in die Gruppenphase. Seit Dezember 2022 sind sie ungeschlagen, neun der vierzehn Spiele konnten sie dabei gewinnen.
Trainer Domenico Tedesco wird im Tor in Abwesenheit von Thibault Courtois auf Koen Casteels setzen. In der Verteidigung wird eine Viererkette agieren. In welcher Besetzung diese spielen wird, lässt sich bisher nur erahnen. Neben Belgiens Rekordspieler Jan Vertonghen dürfen sich viele junge Spieler wie Zeno Debast, Wout Faes und Maxim De Cuyper Chancen auf einen Startelfeinsatz ausrechnen. Auch im Mittelfeld ist noch vieles offen, voraussichtlich werden aber Orel Mangala und Amadou Onana die beiden defensiven Positionen hinter Superstar Kevin De Bruyne einnehmen. Im Sturm wird Romelu Lukaku in der Spitze gesetzt sein, genauso wie Jeremy Doku, der im Turnier sehr wichtig für die Belgier werden könnte. Den Platz auf dem anderen Flügel wird Leandro Trossard vom englischen Vize-Meister, dem FC Arsenal, einnehmen.
Für Vertonghen, De Bruyne und Lukaku könnte es die letzte Chance sein, auf kontinentaler Ebene noch einmal groß aufzuspielen. Mit ihrer Gruppe sollten sie zumindest schonmal keine Probleme bekommen.

Slowakei
Prognose: 4. Platz
Schlüsselspieler: Milan Skriniar & Stanislav Lobotka     Taktik: 4-3-3
Einschätzung:
Abgesehen von Mitfavorit Portugal hatte die Slowakei in der EM-Qualifikation keine allzu schweren Aufgaben vor der Brust, so schlossen sie vor Luxemburg auf dem zweiten Platz ab.
Dafür sieht es bei der EM selbst ganz anders aus, weshalb sich das Team von Francesco Calzona nur geringe Chancen auf das Weiterkommen ausrechnen darf.
Vor der langjährigen Nummer 1 im Tor, Martin Dubravka, spielt auch bei der Slowakei eine Viererkette. Milan Skriniar ist hier definitiv gesetzt, sein Partner in der Innenverteidigung wird Denis Vavro sein, während Norbert Gyomber und David Hancko die Außenverteidigerpositionen bekleiden. Im Mittelfeld legt Calzona den Fokus auf Erfahrung, denn neben Lobotka werden mit Juraj Kucka und dem Ex-Kölner Ondrej Duda zwei langjährige Nationalspieler erwartet.
Die Flügelpositionen im Sturmtrio sind noch offen, wobei aber Lukas Haraslin und Tomas Suslov die Nase vorn haben. Robert Bozenik von Boavista Porto komplettiert das Team.
Weit wird es für die “Sokoli” wohl nicht gehen, ohne Patzer der Konkurrenz sollte bereits nach der Vorrunde Schluss sein.

Rumänien
Prognose: 3. Platz
Schlüsselspieler: Radu Dragusin & Nicolae Stanciu     Taktik: 4-2-3-1
Einschätzung:
Etwas überraschend gewann das Team von Edward Iordanescu seine Qualifikationsgruppe und ließ dabei unter anderem Deutschlands Gruppengegner Schweiz hinter sich. Auch wenn das Team nicht über die Menge an Weltklassespielern verfügt, so sind sie doch eine eingeschworene Truppe, die nicht unterschätzt werden darf.
Der Kampf um die Torwartposition läuft noch, Stammkeeper Horatiu Moldovan spielte bei seinem Club kaum eine Rolle mehr, weshalb sich Florin Nita immer mehr aufdrängte.
Die Abwehrreihe wird von Radu Dragusin angeführt, welcher der namhafteste Spieler im Kader der “Tricolorii” ist. Die andere Position in der Zentrale ist noch offen, außen werden Nicușor Bancu und Andrei Ratiu spielen.
Die beiden Positionen im defensiven Mittelfeld werden Razvan und Marius Marin innehaben, davor spielt Kapitän Nicolae Stanciu im zentralen offensiven Mittelfeld. Die Flügelpositionen könnten sowohl von Ianis Hagi, Sohn der Legende Gheorghe Hagi, als auch Dennis Man, Valentin Mihaila oder Florinel Coman besetzt werden.
Im Gegensatz dazu ist die Rollenverteilung im Sturm klar, George Puscas ist hier Favorit.
Es wird interessant zu sehen sein, ob sie nicht doch für eine Überraschung sorgen können. Die Slowakei sollten sie hinter sich lassen, mit der Ukraine wird es ein enger Kampf um Rang 2.

Ukraine:
Prognose: 2. Platz
Schlüsselspieler: Oleksandr Zinchenko & Artem Dovbyk     Taktik: 4-2-3-1
Einschätzung:
Die Ukraine ist eine der wenigen Mannschaften, die den Sprung zur Europameisterschaft über die Playoffs schafften. In der Qualifikation scheiterten sie an England und Italien, die schlichtweg eine Nummer zu groß für sie waren. Sie haben bei der EM aber eine machbare Gruppe erwischt, obwohl Belgien schwer erreichbar wird.
Im Tor sind die Ukrainer exzellent besetzt, Andriy Lunin wird sich hier wohl gegen Anatoliy Trubin durchsetzen.
Wie auch alle anderen Teams wird die " Schowto-blakytni “ ebenfalls auf eine Viererkette setzen. Während die Innenverteidigung mit Ilya Zabarnyi und Mykola Matvienko fix ist, hat Cheftrainer Sergiy Rebrov für die äußeren Positionen mehrere Möglichkeiten.
Auf der Sechs wirbeln die Ausnahmespieler Oleksandr Zinchenko sowie Ruslan Malinovsky, wobei vor allem Zinchenko, der auf Clubebene eher in der Verteidigung angesiedelt ist, durch sein Aufbauspiel enorm wichtig werden wird. Offensiv agieren mit Mykhailo Mudryk und Georgiy Sudakov womöglich zwei sehr junge Talente, die vom erfahreneren Viktor Tsygankov unterstützt werden. Als Mittelstürmer hat Artem Dovbyk vom Überraschungsteam FC Girona überzeugt und wird daher gegen Rumänien starten.
Die Generalprobe gegen Polen misslang, dennoch ist die Ukraine nicht zu unterschätzen. Sie werden mit Rumänien um den zweiten Platz streiten und sich schlussendlich durchsetzen.

Wir freuen uns sehr darauf, dass es am Freitag endlich los geht.
Im Zuge des Turniers wird es Berichte der deutschen Partien geben.
Wir von input aktuell wünschen allen Leserinnen und Lesern viel Spaß bei der Europameisterschaft 2024.
INPUT-Reporter Jason Kuhl