01.10.2022
Die Endung verrät die Herkunft der Eifeldörfer
Eifelkreis Bitburg-Prüm (js/boß) Die Westeifel zeigt eine Fülle von Ortsnamen mit gleichen Endungen. Das hat gewiss mit ihrer Entstehungszeit zu tun. Daneben gibt es einige originelle Bezeichnungen wie "Jucken", "Mauel" oder "Wawern",
die sich kaum erklären lassen. Die Endsilbe "-iacum" lebt auch in dem schwäbischen Wortteil "-ingen" fort, was so viel wie "zugehörig" bedeutet. Beispielhaft stehen hierfür Fleringen und Reipeldingen. Diese Ortsnamen gehören zur ältesten Schicht fränkischer Siedlungen. Auf die Zeit nach der Völkerwanderung verweisen Ortsnamen auf "-weiler" die im 6. bis 8. Jahrhundert entstanden sind. Auch hier bedeutet die Nachsilbe "Landgut" oder "Gehöft" und steht meistens in Verbindung mit dem Namen des Gründers. Exemplarisch steht für die Gruppe Waxweiler. Siedlungsnamen auf "-heim" enstanden vor allem in der Karolingerzeit. Eine Häufung dieser Namensgruppe gibt es in der Prümer Kalkmulde: Rommersheim, Weinsheim, Gondelsheim, Schwirzhein und Wallersheim. Auch hier haben sich die Siedlungen aus ursprünglichen Einzelgehöften entwickelt, während Siedlungen mit der Endsilbe "-dorf" (wie Heisdorf und Dingdorf) auf Ansammlungen solcher Gehöfte hinweisen. Häufig sind diese Ortsnamen mit dem Namen des jeweiligen Grundherren gekoppelt. Erste Namen auf "-rath" oder "-roth" wie Watzerath, Matzerath, Reuth oder Roth in der Bedeutung "Rodung" sind ebenfalls erst ab der Karolingerzeit vereinzelt belegt. Ab dem 10. Jahrhundert finden sich auch Ortsnamen auf "-scheid", das sich vermutlich aus dem urkeltischen Wort "keiton" in der Bedeutung "Wald" oder "Holz" ableitet. Die genannten Namensmuster entstanden in der frühen Rodungsphase der Eifelwälder. Im Altkreis Prüm gibt es in den 87 selbstständigen Gemeinden alleine 21-Mal die Verbindung mit -scheid. Eine Häufung ist im Raum Arzfeld festzustellen (14 mal). Winterscheid, Brandscheid, Eilscheid, Preischeid, Binscheid und Heckhuscheid stehen hier als Beispiele. Keine Endsilbe kommt häufiger vor. Ortsnamen auf "-hausen" wie Kickeshausen tauchen erst im 13. Jahrhundert auf. Ortsbezeichnungen auf Gelände- oder Gewässernamen mit den Namensbestandteilen "-born", "-bach", " oder „-au" entstanden ebenfalls erst ab dem 12. Jahrhundert. Als Beispieldörfer stehen hierfür Lichtenborn, Leidenborn und Orlenbach. Die zweitgrößte Gruppe im Altkreis Prüm machen die "-feld-Dörfer" (10 mal) aus. Pronsfeld, Weinsfeld, Großlangenfeld und Arzfeld sind hier beste Beispiele. Pronsfeld = „Feld an der Prüm“, Weinsfeld = Feld eines Herrn „Wein“, Großlangenfeld erklärt sich von selbst. Der Ortsname Arzfeld wird auf zwei Weisen zu deuten versucht: Es könnten ein römischer Veteran namens Aros oder später in der fränkischen Landnahme der Franke Araho hier gesiedelt haben. Ayrtzfelt heißt der Name erstmalig in einer Urkunde von 1391, später Arxfelt. Andere Dorfnamen nehmen Bezug auf lokale Besonderheiten. In Buchet gab es wohl viele Buchen, in Bleialf herrschte der Bleibergbau. "Campus" heißt "Feld" und gab Großkampenberg und Lützkampen den Namen. Die Endung "-spelt" wie Harspelt oder Winterspelt kommt von der alten Getreidesorte "Spelt" und dessen Besitzname. . Joachim Schröder - Autor und Heimatforscher |