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29.11.2020

INPUT-Talk – 5 Fragen an Landratskandidatin im Kreis Vulkaneifel Julia Gieseking

Daun (kf/boß) Neben der Bürgermeisterwahl für die Verbandsgemeinde Daun findet am 29. November auch die Landratswahl im Kreis Vulkaneifel statt. Der parteiunabhängige Amtsinhaber Heinz.Peter Thiel (57)

wird von der 46-jährigen Architektin Julia Gieseking (SPD) herausgefordert. Sie ist mit dem Slogan „Mit Herz & Haltung für die Vulkaneifel“ in den Wahlkampf gegangen.

Hier das Interview mit der Kandidatin

Frage: Im Landkreis Vulkaneifel ist das neue Müllentsorgungskonzept ein stark diskutiertes Thema. Wie wollen Sie im Falle einer Wahl zum Landrat bzw. Landrätin den Bürgerwillen umsetzen und wie sollte ein von allen Seiten tragfähiger Kompromiss aussehen?

Landratskandidatin Julia Gieseking: Für mich ist das seit Anfang des Jahres eingeführte Bringsystem zur Entsorgung des Bioabfalls weiterhin auf Dauer nicht haltbar. Die hygienische Situation an den Containern sowie die nicht vorhandene Barrierefreiheit für ältere und beeinträchtigte Menschen sind zwei von vielen Gründen, warum das System überwiegende Ablehnung in der Bevölkerung erfährt. Als Landrätin möchte ich mich – wie schon zuvor als Kreistagsmitglied – für die Interessen unserer Bürgerinnen und Bürger im Zweckverband ART einsetzen. Hierfür sind aber auch die erforderlichen Mehrheiten im Kreistag notwendig.

Frage: Bei der Einführung des neuen Müllkonzeptes bemängelten die Bürger die mangelnde Bürgerbeteiligung. Wie stehen Sie zu mehr Bürgerbeteiligung und wie würden Sie diese in Zukunft umsetzen?

Julia Gieenking: Politik muss vom Menschen, von den Bürgerinnen und Bürgern her gedacht und gemacht werden. Um das leisten zu können, muss man ein offenes Ohr für die Anliegen der Menschen haben. Als Landrätin möchte ich zum Beispiel die regelmäßige Bürgersprechstunde wieder einführen. Auch Bürgerforen vor Ort halte ich für ein gutes Mittel, um gemeinsame Antworten auf politische Herausforderungen zu finden.

Frage: In Zeiten der Coronapandemie hat sich herausgestellt, dass es an den notwendigen technischen Einrichtungen einschließlich schnelles Internet an den Schulen fehlt. Wie stellen Sie sich das weitere Vorgehen vor? Sollte man jedem Schüler und Lehrer ein entsprechendes Laptop zur Verfügung stellen?

Julia Gieseking: Als Mitglied des Schulelternbeirats am Thomas-Morus-Gymnasium in Daun erlebe ich hautnah mit, welche Herausforderungen die Schulen durch die Corona-Pandemie zu bewältigen haben. Die schlechte Netzinfrastruktur der Schule ist eine davon, hier muss dringend zeitnah Abhilfe geschaffen werden.
Mir ist es besonders wichtig, dass keine Kinder benachteiligt werden, sei es durch mangelnde Unterstützung oder das Fehlen von digitalen Endgeräten oder den Zugang zum Internet. Die Schulen geben ihr Bestes, um einen guten Schulbetrieb zu gewährleisten. Dazu sollte ihnen der Schulträger jederzeit zur Seite stehen.  

Frage: Das Gesundheitssystem in der Eifel wurde in der letzten Zeit stark beschnitten, sprich Schließung von Geburtsstationen, Schließung von Krankenhäusern, Kürzung des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes usw. Was wollen Sie als Landraträtin unternehmen um diesen Trend zu ändern?

Julia Gieseking: Durch den fortschreitenden demographischen Wandel stehen wir insbesondere im ländlichen Raum vor der schwierigen Aufgabe, die flächendeckende Gesundheitsversorgung in Zukunft vollumfänglich sicherzustellen. Die entscheidenden Akteure sind neben der kommunalen Verwaltung und dem Land vor allem die kassenärztliche Vereinigung und die jeweiligen Träger der Krankenhäuser. Als Landrätin möchte ich mit diesen Akteuren in ständigem Dialog stehen und deutlich machen, dass unsere Standorte in Daun und Gerolstein unverzichtbar für die Region sind. Außerdem müssen wir für Nachwuchs im Gesundheitsbereich werben und angehende Mediziner bei dem Einstieg in eine Praxis oder ein Gesundheitszentrum bestmöglich unterstützen.

Frage: Die bauliche Gestaltung der Umwelt hat Einfluss auf Wohn- und Lebensqualität am Ort und die wirtschaftliche Entwicklung des Tourismus. Wären auch Initiativen wie beispielsweise im Eifelkreis Bitburg-Prüm  - Bauen-Planen-Gestalten – Baukultur und Dorfgestaltung -, bei denen das Bewusstsein für die regionale Gestaltung gefördert wird, hier im Landkreis Vulkaneifel möglich?

Julia Gieseking: Auf jeden Fall! Wir leben hier in einer wunderbaren Region mit ihrer unberührten Natur und Highlights wie den Dauner Maaren oder den Gerolsteiner Dolomiten, welche sich in den letzten Jahren touristisch enorm entwickelt hat. Auch Bauwerke prägen die Landschaften und Stadtbilder, können Anziehungspunkte für Touristen sein und sollten daher sensibel eingefügt werden. Um den Blick für eine moderne, zeitgemäße Architektur zu schärfen, die sich aus der regionalen Identität der Eifel entwickelt, kann man gute Beispiele im Rahmen einer Kampagne präsentieren und beispielsweise einen Bauherrenpreis ausloben.

Interview: Foto + Pressedienst Klaus Finken

Zur Person Julia Gieseking
Ich wurde 1974 in Daun geboren, wo ich mit meinem Mann und unseren drei Kindern lebe. Nach meinem Architekturstudium in Kaiserslautern und Wien bin ich seit fast zwanzig Jahren als Architektin erfolgreich tätig.
Als Architektin habe ich gelernt, komplexe Zusammenhänge zu überblicken und funktionale, wirtschaftliche Lösungen im Team zu entwickeln.
Neben meiner Familie und meinem Beruf engagiere ich mich in mehreren Vereinen, Institutionen und in der Kommunalpolitik.
Als Mutter kenne ich die Herausforderungen des familiären Alltags und habe gelernt, die Bedürfnisse und Wünsche kleiner und großer Menschen zusammenzubringen.
Mehr über mich und meine Ziele finden Sie unter www.gieseking.net

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