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06.11.2020

Vor 50 Jahren wurden die Kreise Bitburg und Prüm zusammengelegt

Bitburg-Prüm/Daun (red/boß) Am 7. November 1970 sollten nach einem Beschluss des rheinland-pfaälzischen Landtages die beiden Landkreise Bitburg und Prüm aufgelöst und zu einer neuen Verwaltungseinheit

zusammengelegt werden: „Es wird neugebildet der Landkreis Bitburg-Prüm aus der Stadt Bitburg, den Gemeinden der Verbandsgemeinden Arzfeld, Bitburg-Land, Irrel, Kyllburg, Neuerburg, Prüm und Speicher.“, heißt es im 7. Landesgesetz über Verwaltungsvereinfachung in Rheinland-Pfalz. In wenigen Worten wurde damit ein Schritt in einer langen Reihe von Maßnahmen vollzogen, mit denen das 1946 gegründete Bundesland zwischen 1968 und 1973 die Verhältnisse in der Kommunalverwaltung neu ordnete. Der 7. November 1970 fiel auf einen Samstag, und so war den Landratsämtern in Prüm und Bitburg kaum etwas von dem eigenartig unauffällig vollzogenen Ereignis anzusehen, außer ein paar neuen Schildern und einem schwarzen Trauerflor am Schild des Prümer Landratsamtes.
Die damals angeordneten Veränderungen hatten für reichlich Konfliktstoff gesorgt: Während Bitburg zum Sitz der Verwaltung bestimmt wurde, verblieb in Prüm eine Außenstelle, die bis heute dem täglichen Publikumsverkehr dient. Starker Protest artikulierte sich daher vor allem im Kreis Prüm. Die dort entstandene Gegenbewegung warb mit einem weitreichenden Vorschlag: Die Kreise Prüm, Bitburg und Daun sollten zu einem einzigen „Westeifelkreis“ zusammengefasst werden.
Die Landesregierung ließ sich jedoch nicht mehr von ihren tiefgreifenden und weit fortgeschrittenen Plänen zur „Verwaltungsvereinfachung“ abbringen: So sollte nicht nur im ganzen Land die Zahl der Landkreise von 39 auf 24 reduziert und Gebietszuschnitte verändert werden. Ähnliches war für die Orts- und Verbandsgemeinden sowie die Regierungsbezirke geplant. Schließlich sollte auch die Aufgabenverteilung zwischen Gemeinden, Verbandsgemeinden, Kreisen und Bezirksregierungen weitgehend neu geregelt werde.
Ein Mammutunternehmen, das bereits 1963 durch Ministerpräsident Peter Altmeier ins Rollen gebracht worden war, und das auf lokale Interessen letztlich wenig Rücksicht nahm. Denn damals zeichnete sich bereits ab, dass das junge Bundesland mit seiner kleinteiligen und regional sehr unterschiedlich gegliederten Verwaltung den kommenden Herausforderungen einer fortschreitenden Modernisierung nicht mehr gewachsen war. Der Umbruch in der Landwirtschaft, ein großer Nachholbedarf der ländlichen Regionen in Bereichen wie Bildung, Wirtschaft und Verkehr verlangten geradezu nach tiefgreifenden Reformen der Verwaltung.
Die Unausweichlichkeit der Reform hatte schließlich zu einem konstruktiven Miteinander geführt, mit der man das Beste aus der Situation machen wollte. Dies war nicht zuletzt zwei Personen zu verdanken, die als integrierende Kräfte immer wieder zu vermitteln verstanden: dem Bitburger Landrat Karl Vogt und Vincenz Hansen aus Prüm, der dort in Personalunion als Bürgermeister der Verbandsgemeinde und der Stadt Prüm wirkte. 1970 bewertete Landrat Karl Vogt die Reform mit den Worten: „Das Ziel des neuen Kreises soll es sein, die infrastrukturelle Ausstattung dieses Raumes weiter zu vervollkommnen, damit sich die Schere zu den bessersituierten Gebieten immer mehr schließt.“
Auch wurden im Laufe der 70er Jahre die Amtsverwaltungen, die kleinen Dorfschulen und die Gendarmeriestationen aufgelöst bzw. zusammengelegt. Rheinland-Pfalz sollte somit nach dem Wunsch der Landespolitiker aus dem provinziellen Bild herausgeführt werden.
Der "kleine" Kreis Daun konnte Dank der politischen Stärke von dem Landtagsabgeordneten und späteren Regierungspräsidenten Julius Saxler erhalten bleiben, da er aus dem Kreis Prüm noch Gebiete an der Oberen Kyll um Stadtkyll und am Unterlauf der Kyll um Birresborn hinzugewinnen konnte. Damit war der Kreis Prüm mit seinen ursprünglich rund 40.000 Einwohnern nicht mehr existenzfähig.

Quelle Kreisverwaltung des Eifelkreises Bitburg-Prüm

Fotogalerie folgt bei www.pruem-aktuell.de

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