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04.10.2020

Die schönsten Radtouren der Eifel - diesmal "Die Thermen-Bade-Tour - Von Mechernich über Kommern und Schloss Eicks nach Zülpich" von Rainer Nahrendorf - mit Fotoserie und Videos

Rainer Nahrendorf stellt diesmal eine mittelschwere Halbtagestour  von hin- und zurück 33 km vor - mit Badeanschluss oder Besuch des Freilichtmuseums Kommern eine Ganztagestour.

Diese Tour beginnt am Rad-Wander-Bahnhof Mechernich und führt über Rad- und gut fahrbare Feldwege sowie verkehrsarme Straßen. Einer leichten Hinfahrt folgt eine mittelschwere Rückfahrt. Pedelec-Fahrern und gut trainierten Tourenradfahrern bereitet sie keine Probleme. Es gibt nur eine gefährliche  Straßenüberquerung, bei der Sie äußerst vorsichtig sein müssen.
Sie parken, sofern Sie nicht mit der Bahn und ihrem Rad anreisen, auf  dem großräumigen Park-and-Ride-Parkplatz am Bahnhof Mechernich. Nach dem Abstellen des Fahrzeugs fahren Sie zunächst nach links auf die Straße Elisabethhütte und dann rechts auf den straßenbegleitenden Radweg neben der B 477 nach Kommern. Es geht am Mühlenpark und Mühlensee vorbei, bis Sie an einem Hinweisschild rechts in das Fachwerkjuwel Kommern abbiegen und die Mühlengasse herunterradeln. Sie müssen nicht an der stark befahrenen 477 radeln, sie können auch wie viele Einheimische durch den Mühlenpark radeln, wenn Sie rechts nach dem Parkplatz dem Teerweg ins Tal folgen. Sie sollten sich nur nicht von Ordnungshütern erwischen lassen.
Wenn Sie sich den schönen historischen Ortskern von Kommern mit seinen windschiefen Fachwerkhäusern näher ansehen und Fotos machen wollen, steigen Sie am besten in der Nähe des Ziegenbrunnens vom Rad und stellen es dort ab. Hier finden Sie eine sehr gepflegte, hochmoderne Toilette, die Sie mit einer passenden 50 Cent- Münze benutzen können. Die Fahrzeuge fahren durch den mittelalterlichen Stadtkern im Schritttempo. Nicht nur Blumen, sondern auch schöne alte Türen schmücken die restaurierten  denkmalgeschützten Häuser.
Radeln Sie danach auf der sich anschließenden Kölner Straße weiter, bis Sie an die Burg und St. Severinus kommen. Jetzt fahren Sie die steile Straße „Kirchberg“ und den Severinusweg hoch. Das Pflaster wird Sie zunächst durchrütteln. Dann beginnt ein geteerter Weg. Diesen Weg fahren Sie, bis Sie das Severinus-Kapellchen erreichen. Bevor Sie die hier gemeinsam verlaufenden B 266/B 477 überqueren und auf der gegenüberliegenden Eickser Straße zum Schloss Eicks fahren, ist höchste Vorsicht geboten. Ziehen Sie ihre Warnweste an und warten auf eine sehr große Lücke zwischen den heranbrausenden Fahrzeugen. Sie sollten am besten ihr Rad schieben. Gehen Sie kein Risiko ein, sondern überqueren Sie die Bundesstraße erst, wenn keine Gefahr mehr besteht, überfahren zu werden, selbst wenn es mehrere Minuten dauert.
Sobald  Sie die Bundesstraße überquert haben, fahren Sie auf dem Radweg  neben der Kreisstraße zunächst bis zum links liegenden Wanderparkplatz VIA Mansio (Raststation) und schauen sich die Karte mit den Römerwegen an. Weiter geht es auf der Frankenstraße, bis rechts die Burgstraße abzweigt. Das ruhig gelegene spätbarocke Wasserschloss Eicks können Sie nicht besichtigen. Es ist seit 500 Jahren im Besitz der Familie Syberg. Die gegenüber dem Schloss liegende ehemalige Zehntscheune wird heute als Café genutzt. Sie könnten es auf dem Rückweg besuchen.
Nach der kleinen Brücke vor dem Schloss stehen Radwegweiser in roter Schrift. Sie wählen den Weg nach Schwerfen. Er führt rechts an dem Café vorbei über die Straßen „Am Auel“ und „In den Färbergärten“, die Eickser Mühle passierend, bergauf. Achten Sie auf die Schlaglöcher und fahren Sie vorsichtig auf dem Splittbelag des nun folgenden Feldweges. Links am Wegesrand stehen Holzpfähle mit dem Wanderwegzeichen „Eifelschleifen“. ( Weiter links verlief die Römerstraße Via Agrippa).  Sie kommen auf die verkehrsarme Straße. Floisdorfer Straße. Ihr folgen Sie bis Schwerfen. Der Weg hat zwar bald einen Sand-Kies-Belag, ist aber gut zu fahren. Folgen Sie immer den Radwegschildern nach Zülpich über Lövenich, nicht nach Enzen, vorbei an der Gülichsburg kurz vor dem Rotbach.
Auf dem Radweg nach Zülpich orientieren Sie sich jetzt an den Hinweisen „Seepark Zülpich“. Sie kommen zunächst am Platz für Wohnmobile und dann direkt am See vorbei. Die Straße heißt „Am Wassersportsee“. Studieren Sie am Eingang die Angebote und Eintrittskosten in den Seepark und überlegen sich, ob Sie nach dem Besuch der Römerthermen hier baden wollen. Ausführliche Informationen über die Angebote des Seeparks mit den Preisen finden Sie in einem Flyer, der im Römerthermen-Museum ausliegt. Es gibt ein Kombiticket für den Besuch des Seeparks und des Römerthermen Museums.
Sie fahren weiter auf dem geteerten Radweg und folgen den roten Radwegschildern mit der Aufschrift Zülpich.  Sie verlassen den Weg und orientieren sich jetzt an dem braunen Schild für Sehenswürdigkeiten mit der Schrift „Römerthermen“.  Nach dem Tor 1 geht es nach links auf dem Radweg über die Säulenhainbuchenallee, dann an der Rochuskapelle vorbei auf die Bonner Straße. Sie folgen der Bonner Straße bis an den Kreisel und  nehmen den Weg durch das Münstertor, fahren ein kurzes Stück über die Münsterstraße, biegen links in die Brauergasse und fahren die wenigen Meter bis zum Römerthermen-Museum der Badekultur.
Sie können die Räder etwas entfernt an den Metallständern abstellen, abschließen und mit einer Kette sichern. Wenn Sie ein teures Pedelec fahren, sollten Sie den Akku entfernen und mit ins Museum nehmen.  Die Damen an der Kasse wissen, wo sie aufbewahrt werden können. Solange die Coronaepidemie andauert, müssen Sie im Museum einen Mund-Nasen-Schutz tragen.
Gleich am Eingang wird Ihnen der fast vollständig erhaltene Meilenstein auffallen. Er stand an der Römerstraße von Köln nach Trier. Die Entfernung nach Köln gibt er mit dem gallisch-keltischen Entfernungsmaß von 16 Leugen an. Dies entspricht 35,2 km. Selbst wenn man heute die kürzeste Strecke über die B 265 nach Köln fährt, sind es mindestens 39, 2 km. Auf den gradlinig verlaufenden Römerstraßen waren die Entfernungen geringer. Die Inschriften auf dem Leugenstein rühmten die römischen Kaiser.  Diese können Sie in dem exzellent gemachten Buch von Heinz-Günter Horn „So badeten die Römer“ nachlesen. Sie erhalten es an der Museumskasse zum Preis von 10 €.  Es erklärt die im zweiten Jahrhundert nach Chr. gebaute Thermenanlage mit ihren 18 Info-Punkten und  veranschaulicht sie durch die professionellen Fotos von Axel Thünker aus Bad Münstereifel. Auch die etwas störenden Lichtspiegelungen der sehr interessanten Exponate in den Vitrinen sind darin beseitigt.
Ein Modell zeigt den Aufbau der Thermenanlage mit Kaltbad ( frigidarium), Heißbad (caldarium), dem auf etwa 25 Grad erwärmten Warmbad  und dem Schwitzbad (sudatorium) .
Über den sehr gut erhaltenen Badruinen mit dem Heiz- und Abwasserkanal laufen Videos mit Filmsequenzen aus dem Archäologischen Park Xanten. Sie  zeigen das römische Badeleben. Es diente nicht nur der Reinigung und Körperpflege, sondern war ein gesellschaftliches Ereignis mit Spielen und Gesprächen, die häufig auf der Latrina, der Gemeinschaftstoilette fortgesetzt wurden. Hier hockte man beieinander, wie es bis vor kurzem noch in weniger entwickelten Regionen Chinas üblich war.
So ein Bade-Luxusleben konnte sich wohl nur die wohlhabende Bevölkerung leisten. Erfunden haben es die Römer nicht. Badegebäude gab es bereits vor mehr als 5000 Jahren in der Induskultur, in Mesopotamien und Ägypten. Die Römer haben die Bäderarchitektur vermutlich von den Griechen übernommen und perfektioniert. Zurück bleibt das Staunen der Besucher, wie erfinderisch die Römer schon vor fast 2000 Jahren waren, von der Heizung, die Fußböden und Bäder erwärmte, von dem gebrauchten Badewasser, das die Latrine spülte, den Armaturen bis hin zu den Instrumenten für die Körperpflege,  Schabern, Bronzepinzetten, Schminkplatten und Parfumfläschchen. Bella figura machten schon die Römer.
Wenn Sie römisches Leben kennenlernen wollen, kommen Sie am besten zu dem Römerspektakel. Es ist für den 4./5. September 2021  geplant. 2018 war dies das Programm: „Beim großen „Römerspektakel Tolbiacum“ im Herzen von Zülpich verwandelt die „Römercohorte Opladen“ den Wallgraben an der Landesburg in ein Römerlager.
Ein kleiner Römerzug durch die Stadt, Gladiatorenkämpfe, römisches Handwerk, Musik und gastronomische Highlights aus römischen Rezeptbüchern versetzten die Besucherinnen und Besucher in vergangene Zeiten. Eine provinzialrömische Modenschau sowie ein Germanen- und Keltenlager vermitteltn das Alltagsleben vor 2000 Jahren. Die „Römercohorte Opladen“ zählt zu den sehr authentischen Gruppierungen, die römisches Militär- und Zivilleben des 1. Jh. n. Chr. rekonstruiert und darstellt. Rund um die Römerthermen bieten Kulturinstitutionen, die sich wissenschaftlich mit dem Thema Archäologie und Römer beschäftigen, ein aktionsreiches Mitmachprogramm an“.

Wenn Sie nicht die Weiterentwicklung der Badekultur in den folgenden Jahrhunderten ansehen wollen, können Sie einen kurzen Rundgang durch den historischen Stadtkern der heute etwas über 20 000  Einwohner zählenden Stadt ( römisch:Tolbiacum) machen. Der Stadtkern ist zwar in der Bombennacht des Heiligen Abends 1944 weitgehend zerstört worden, aber die vier aus dem 14. /15. Jahrhundert stammenden Tore sind restauriert worden. Dies trifft auch auf die aus denselben Jahrhunderten stammende kurkölnische Landesburg zu. Die Karte mit diesen Sehenswürdigkeiten, der fast komplett erhaltenen Stadtmauer und dem Park am Wallgraben steht mehrfach im Stadtkern und ist abgedruckt im Flyer des Seeparks. Die Stadtmauer gründet teilweise auf Fundamenten, die aus der im ersten Jahrhundert nach Chr. errichteten Römerstadt „ Tolbiacum“ stammen. Dies trifft auch auf die Landesburg zu. Die römische Kleinstadt (Vicus) war Kreuzungspunkt römischer Fernstraßen.
Da Sie bereits durch das Münstertor auf der Hinfahrt gekommen sind, sollten Sie sich die vor den Römerthermen und der Kirche St. Peter liegende Landesburg, die Gärten und das Weiertor anschauen. Es gilt als das schönste der vier Stadttore.
Nun wird es zeitlich eng für das Baden im Seepark oder für den Besuch des Freilichtmuseums in Kommern. Sie kommen auf dem Rückweg in nur 0,9 km Entfernung an dem sehenswerten Freilichtmuseum vorbei, brauchen aber mindesten 2 Stunden, um es zu besichtigen.  Es ist einen eigenen Besuch wert.

Per Bahn und Rad
Sie erreichen Mechernich sowie das Römerthermenmuseum auch per Bahn und Rad
https://www.eifelfuehrer.de/freizeit-attraktionen/eifelquerbahn/eifelstrecke
Einige der Eifelradtouren können Sie beginnen, wenn Sie per Bahn mit ihrem Rad in die Eifel reisen. Mehrere Bahnhöfe an der Bahnstrecke von Köln nach Trier sind Rad- Wander-Bahnhöfe
https://www.radundwanderbahnhoefe-eifel.de/index.php?id=2
Rufen Sie unter der Rubrik „ Rad- und  Wanderbahnhof“ den Bahnhof auf, der Sie interessiert und stellen Sie fest, ob er stufenfrei zugänglich ist, sodass Sie ihr Rad nicht Stufen hoch- und hinuntertragen müssen.
Wenn Sie einen Bahnhof auf der Karte anklicken, erfahren Sie, welche Radrouten Sie von diesem Bahnhof fahren können, wo er liegt, welche Ausstattung er hat und ob er stufenfrei ist. Besonders für Fahrer von schweren Pedelecs ist es wichtig, ob der Bahnhof stufenfrei zu erreichen ist und ob der Einstieg in den Fahrzeugtyp stufenfrei ist.
 Die  Radtour zu den Römerthermen können Sie auch beginnen, wenn Sie am stufenfreien Bahnhof Euskirchen starten und diese Tour am Bahnhof Mechernich beenden. Den Verlauf der 13,6 km langen Route vom Bahnhof Euskirchen, vorbei an Elsig, Dürscheven, Ülpenich und durch Nemmenich  bis Zülpich zeigt Ihnen der Routenplaner von Komoot. Tragen Sie als Startpunkt „Bahnhof Euskirchen“ und als Zielpunkt „Römerthermen Zülpich“ ein, drucken Sie die Karte aus oder speichern Sie die Karte auf ihrem Smartphone.

Rainer Nahrendorf

Der Autor und input Mediem haften nicht für das Anklicken der Links.

Fotogalerie von Rainer Nahrendorf und A. Thünker

                        
Fachwerkstadt                Denkmalgeschützt          Tür mit                         Ziegenbrunnen 
Kommern                                                           Minimuseum      

                
Römerstraßen-Plam        Schloss Eicks                  Café Zehntscheune        Wanderzeichen 

                        
Zülpicher See                 Münstertor                     Leugenstein            Bäderruinen 

                          
Fußbodenheizung            Fotos A.Thünker DGBh:
                                     Parfümfläschchen            Badeset                 Säuberungsschaber

                       
Fotos A.Thünker DGBh:   Historischer Stadtkern     Kölntor                   Landesburg Info
Sanitärzubehör


Landesburg Zülpch 

Links:

Kommern
https://nordeifel-tourismus.de/kulturzeit/historische-ortskerne/kommern

Videos:
Kommern Ortskern 2:35

https://www.youtube.com/watch?v=spk7QZ5y8JY

Freiluftmuseum
https://www.youtube.com/watch?v=VCWNifDnKHY  3:15

Mansio (Raststation)
https://www.mansio-sebatum.it/was-ist-eine-mansio/

Schloss Eicks:
https://www.mechernich.de/tourismus-freizeit/sehenswert/kirchen-kapellen-schloesser-burgen/schloss-eicks/
https://www.erlebnisraum-roemerstrasse.de/das-projekt/kommunen/mechernich/stationen/schloss-eicks/

Videos:
Ortsportrait Eicks 2:11
Rhein-Eifel Tv

https://www.youtube.com/watch?v=AIhiJ0JPQUA  1:19

Musikverein Eicks  3:49
https://youtu.be/Uda9JIPV5tw

Seepark Zülpich:
https://seepark-zuelpich.de/

Video:
https://www.youtube.com/watch?v=j0hotVEsqkA    15.45

Zülpich
https://nordeifel-tourismus.de/kulturzeit/burgen-kloester-kirchen-und-kapellen/landesburg-zuelpich
https://nordeifel-tourismus.de/die-nordeifel/stadt-zuelpich
https://de.wikipedia.org/wiki/Z%C3%BClpich#Stadtmauer

Video:
Rhein-Eifel-TV
:
https://www.youtube.com/watch?v=U3aI6dIUZhc 4:01

Römerthermen
https://www.roemerthermen-zuelpich.de/de/museum/museum_2.html
https://seepark-zuelpich.de/roemerspektakel-tolbiacum/

Video:
Rein-Eifel-TV

https://www.youtube.com/watch?v=sH94R10dRjw  3:55

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