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17.03.2020

Coronafälle im Eifelkreis auf 21 gestiegen – „Keine Hamsterkäufe“ fordert der Landrat

Bitburg-Prüm (boß) Die Zahl der bestätigten Infizierungen mit dem Coronavirus im Eifelkreis ist bis zum 17.03.2020 auf 21 gestiegen. Nach derzeitigem Kenntnisstand befindet sich weiterhin keine infizierte Person

in stationärer Behandlung.
Das Land Rheinland-Pfalz hat verfügt, dass ab Mittwoch, 18. März, insbesondere auch Kneipen, Kinos, Spielplätze und viele Geschäfte geschlossen werden. Von der Reglung ausgenommen sind ausdrücklich Geschäfte für Lebensmittelbedarf, Wochenmärkte, Apotheken, Drogerien, Frisöre, Reinigungen, Bau-, Gartenbau- und Tierbedarfsmärkte, Tankstellen und Banken (siehe Vereinbarung der Bundesregierung mit den Landesregierungen weiter unten).

Dazu Landrat Dr. Joachim Streit gegenüber der Presse: "Mit dem Corona-Virus ist eine neue, bisher unbekannte Lage in Deutschland eingetreten. Menschen fühlen sich unsicher und wollen für sich und ihre Familien Vorsorge treffen. Dies ist ein Urinstinkt des Menschen und auch für mich als Familienvater absolut nachvollziehbar.
Es kann aber nicht sein, dass Menschen Lebensmittel und Hygieneartikel über den normalen Haushaltsbedarf kaufen, ja horten und andere, die nicht die Chance haben, sich dauernd um ihre Einkäufe zu kümmern, die kein Auto besitzen und nur einmal in der Woche einen Markt ansteuern, dadurch das Nachsehen haben.
Mir wurde heute die Geschichte von einem alten Mann erzählt, der weinend vor einem leeren Regal stand und sagte, „Ich habe nicht so viel Rente, dass ich Essen bevorraten kann.“ Die daneben stehende junge Frau gab ihm dann aus ihrem Einkaufswagen die letzte Dose, die sie genommen hatte.
Die Versorgung mit Lebensmitteln ist ausreichend in Deutschland. Die Nahversorger werden jetzt sogar an Wochenenden öffnen.
Ich fordere den Lebensmitteleinzelhandel auf, dort wo sie selbst Hamsterkäufe wahrnehmen, nur noch übliche Haushaltsmengen zu verkaufen, wie sie das auch sonst bei bestimmten Sonderangeboten machen. Die Forderung richtet sich an die Eigentümer und Betreiber, die Leitung der Märkte. Manche haben diese Regel eingeführt. Dafür danke ich.
Ich weiß, dass die vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an der Kasse und den Geschäften auch einen besonderen Dienst verrichten, der Virusgefahr direkt ausgesetzt sind, und deshalb den Respekt von uns Kunden und der Gesellschaft verdient haben. Danke!
Und ich fordere die Bürger auf, Solidarität zu zeigen, und auch an ihre Mitbürger zu denken. Kaufen Sie normale Gebinde!
Ich möchte in einem Land leben, in dem der Stärkere dem Schwächeren hilft und der Schwächere sich sicher fühlt. Denn jeder, der heute der Schnellere ist, kann morgen auf der Seite der Bedürftigen stehen," so Landrat Streit abschließend.

Quelle KV Bitburg-Prüm

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