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30.09.2019

Drei Jahre und acht Monate Haft wegen schwerer Brandstiftung, Körperverletzung und Nötigung

Trier/Konz (red/boß) Die 3. Große Strafkammer des Landgerichts Trier hat heute ein Urteil mit folgendem Tenor gefällt: „Der Angeklagte ist schuldig der vorsätzlichen Trunkenheit im Verkehr, der versuchten Nötigung in zwei Fällen

und der schweren Brandstiftung in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung in zwei tateinheitlichen Fällen. Er wird zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von drei Jahren und acht Monaten verurteilt.
Dem Angeklagten wird die Fahrerlaubnis entzogen, der Führerschein wird eingezogen. Die Verwaltungsbehörde wird angewiesen, dem Angeklagten vor Ablauf von weiteren sechs Monaten keine neue Fahrerlaubnis zu erteilen.“
Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Aus der Anklageschrift:
Dem 42-jährigen Angeklagten wird vorgeworfen am 2.3.2019 in Trier und Konz die folgenden Taten begangen zu haben:
Der Angeklagte soll nach einer vorangegangenen verbalen Streitigkeit zwischen ihm und unter anderem der Zeugin C. mit einem PKW vom Hauptbahnhof in Trier nach Konz gefahren sein, obwohl er aufgrund vorherigen Alkoholkonsums alkoholbedingt fahruntüchtig gewesen sein soll. Laut einer nach der Tat entnommenen Blutprobe soll der Angeklagte ein Blutalkoholgehalt von 1,17 Promille aufgewiesen haben.
Die Zeugin C. soll sich währenddessen zur Polizeiinspektion begeben haben, um die vorherige Auseinandersetzung mit dem Angeklagten anzuzeigen. Während der Sachverhaltsaufnahme soll sich der Angeklagte telefonisch bei der Zeugin gemeldet und diese bedroht haben. Als der Polizeibeamte S. das Telefonat übernommen und sich als Polizeibeamter zu erkennen gegeben habe, soll der Angeklagte gegenüber dem Polizeibeamten erklärt haben, dass er ihn „ficken und dann plattmachen“ werde. Weiter soll er gegenüber dem Polizeibeamten S. erklärt haben, dass er „eine große Familie habe, er den Zeugen aufsuchen und dann erst ficken und kalt machen werde.“
Zum Zeitpunkt des Telefonats soll sich der Angeklagte bereits in der Wohnung der Zeugin C. in Konz aufgehalten haben, wobei sich die Wohnung in einem Mehrparteienhaus befindet. Unter Verwendung eines Brandbeschleuniger soll der Angeklagte, in der Absicht, die Wohnung der Zeugen zu zerstören, diesen angezündet und sich sodann entfernt haben. Zuvor soll der Angeklagte mindestens vier in der Wohnung angebrachte Rauchmelder demontiert haben, um zu verhindern, dass andere Personen auf den Brand aufmerksam werden und so die Ausbreitung des Feuers durch frühzeitige Löscharbeiten verhindern könnten. Zu diesem Zeitpunkt sollen, was der Angeklagte zumindest billigend in Kauf genommen haben soll, sich in den anderen Wohnungen des Gebäudes mehrere Personen aufgehalten haben. An dem infolge des Brandgeschehens unbewohnbaren Gebäude soll ein Sachschaden in Höhe von ca. 350.000 € entstanden sein.
Der Angeklagte soll erneut die Zeugin C. auf ihrem Mobiltelefon angerufen haben, wobei der Polizeibeamte S. direkt den Anruf entgegengenommen haben soll. Der Angeklagte soll den Polizeibeamten erneut mit dem Tode bedroht haben. Auf die Frage nach seinem Aufenthaltsort soll der Angeklagte die Anschrift der Zeugin mitgeteilt haben.
Bei der Ingewahrsamnahme des Angeklagten durch die zwischenzeitlich eingetroffen Polizeibeamten soll der Angeklagte zwei silberne Metallschlagringe in seiner Hosentasche mitgeführt haben.
Der Angeklagte ist bisher strafrechtlich nicht in Erscheinung getreten und befindet sich seit 21.03.2019 in Untersuchungshaft.

Presse Landgericht Trier

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