zurück 
03.09.2019

Bilanz: Mitreißende Jubiläumsveranstaltung beim 20. Hillclimbing in Andler

St. Vith-Schönberg (red/boß) Ausnahmezustand am vergangenen Wochenende in dem kleinen Eifeldorf Andler an der belgisch-deutschen Grenze. Wieder einmal standen hier Action, Fun und jede Menge Adrenalin im Focus.
 
Nach dem Flutlichtrennen am Samstagabend brachte der Sonntag den spannenden Höhepunkt der Ausnahmeveranstaltung. Zunächst wurden nochmals drei Läufe in fünf verschiedenen Klassen ausgetragen. Die drei besten Ergebnisse wurden gewertet.
Im Superfinale der Serien- und Spezialklasse kämpften jeweils die zehn besten Akteure gegeneinander. Die zahlreichen  Besucher  konnten bei angenehmen Temperaturen viele spektakuläre und filmreife  Abflüge erleben. Mensch und Maschine wurde alles abverlangt.
Gegen 10 Uhr war es mit der Ruhe am Steilhang vorbei, denn "der verdammte Ourberg" rief seine Hillclimber wieder zusammen. Die Frage lautete: Wird einer den Berg dieses Jahr bezwingen? Die Ausgangslage war schwieriger als gedacht, denn in der Frühe gab es noch eine kleine Regenschauer, die die Strecke ein wenig rutschig machte. 

Beim zweiten  Lauf  in der Serienklasse zeigte Stephan Knein, der auf einer Yamaha 450 startete, seine Klasse und warf seinen Höllenstuhl auf 97,40 Meter, gefolgt von Roel Geurts aus Genk mit 95 Meter.  Titelverteidiger Loibnegger prügelte seine KTM 525, kam aber nur auf 93,70 Meter.

Beim 3. Lauf wurden die Karten neu gemischt. Der 32-jährige Rumäne Emilian Rucoi, der übrigens zum ersten Mal in Andler war und am Samstagabend seine Fähigkeit bereits gezeigt hatte, katapultierte seine KTM 300 EXC auf 99,90 Meter. Wolfgang Loibnegger ließ nicht locker, gab seinem Feuerstuhl nochmals die Sporen und flog auf 99,60 Meter. Dritter wurde der Suzuki Pilot Roel Geurts mit 97,10 Meter.

Beim 4. Lauf warf der Limburger Geurts alles in die Waagschale und schaffte es, den Berg zu bezwingen. Mitfavorit Loibnegger konnte leider nicht mehr ins Geschehen eingreifen, da er sich unglücklicherweise beim 3. Lauf am Arm verletzte. Sieger in der Serienklasse wurde Roel Geurts, gefolgt von Wolfgang Loibnegger. Dritter wurde Emilan Rucoi.
Lokalmatador Alexander Brodel, der beim Flutlichtrennen noch mit 96,50 Meter auf dem 4. Platz lag, versuchte alles, konnte aber nicht mehr mit den Topfavoriten Schritt halten Doch schaffte er die Qualifikation zum Superfinale der Serienklasse.

12 Piloten traten in der Spezialklasse an. Doch schnell trennte sich der Spreu vom Weizen. So gab es am Sonntag einen Dreikampf zwischen alten bekannten Fahrern Stephan Knein, Reiner Otto und Dominik Lottenburger. Hier siegte der 28-jährige Stephan Knein (99,80 Meter) vor dem Saarburger Reiner Otto (93,80 Meter) und Dominik Lottenburger aus Miescheid (90,70 Meter) (In Klammern bestes Ergebnis)

In der Frauenwertung gingen vier Damen an den Start. Einen tollen Sieg  mit 84,10 Meter  konnte die 32-jährige Soldatin Julia Hiedels aus Niederprüm, die auf einer Husqvarna TC 250 startete, einfahren. Zweite wurde die aus Winterscheid stammende 29-jährige Erzieherin und Hobbymalerin sowie Streckenrekordhalterin in der Damenklasse Bettina Scheuern mit 80,80 Meter. Den 3. Platz sicherte sich Laura Hanke aus Bayern.

Bei den Junioren siegte der 12-jährige Fynn Schmitz aus Hemmeres vor Georg Popp aus Bayern.
 
In der 125. Klasse eroberte ebenfalls Fynn Schmitz, der die Bleialfer Schule besucht, den ersten Platz. Rene Hubertz aus Fröhren, der auf einer Yamaha startete, wurde 2., gefolgt von Nikolas Kieselmann.

Beim Superfinale, wo die zehn Besten der jeweiligen Klassen bei nur einem Lauf gegeneinander antraten, gab es keine Rechenspielchen mehr. Entweder alles oder nichts, hieß hier die Devise. Gestartet wurde in der umgekehrten Reihenfolge.

Drei Länderkampf im Serie-Superfinale
In der Superfinale-Serie konnte der Belgier Roel Geurts seinen Titel verteidigen und fuhr auf 99,40 Meter. Der deutsche KFZ-Mechatroniker Stephan Knein zog nochmals richtig am Gashebel und wirbelte seine Yamaha auf 96,10  Meter. Dritter wurde der fliegende Holländer Hans Dussmann, der sein Zweirad auf 92,10 Meter schmiss. Pech hatte der in Saarbrücken wohnhafte Rumäne Emilian Rucoi. Seine Maschine streikte in 89,60 Meter Höhe. Da war echt mehr drin gewesen.

Der 27-jährige Alexander Brodel aus Andler, der mit seiner  lädierten  Honda 450 crf  an den Start ging, landete schlussendlich nur auf einem  9. Platz. „Das Fleisch war willig, aber der Feuerstuhl nicht“, bilanzierte Alex Brodel die Sachlage.

Im Superfinale Spezial zeigte Urgestein Reiner Otto, der auf einer Husqvarna 450 angetreten war, seinen Kollegen, wo es langgeht.  Er fegte auf 92,10 Meter. Stephan Knein, der mit einer Husaberg 660 fuhr, kam auf 90,10 Meter. Dritter wurde Dominik Lottenburger auf KTM 400 (89,80 Meter).

Natürlich waren weitere Eifeler Hillclimber in Andler anwesend. In der Serienklasse fuhr der Jünkerather Alexander Schnurrbusch auf einer Husqvarna TC 450. Das beste Ergebnis des 31-jährigen Mechatronikers war 91,30 Meter / Platz 12.
Daniels Zeimens aus Hölzchen, der nur aus an Spaß an der Freude teilnahm, fuhr auf Platz 23 (75,40 Meter).
In der Spezialserie konnte der 50-jährige Straßenbauer Oliver Herrmann aus Hollerath Gemeinde Hellenthal leider das gute Ergebnis (3. Platz in der Spezialklasse und 2. Platz im Superfinale) vom letzten Jahr nicht  verteidigen. Dieses Jahr reichte es nur für einen 5. Platz in der Spezialserie  (88, 90 Meter) sowie im Superfinale (85,30 Meter).  Vor ihm landete Thorsten Hanf aus Dickerscheid/Gemeinde Hellenthal  mit einem 4. Platz (86,70)  sowie dem 4. Platz im Superfinale (85,80 Meter)
Christian Jacobs aus Monschau trieb seine Maschine auf 84,40 Meter, konnte am Superfinale aber nicht teilnehmen, da er nur 2 Läufe absolviert hat.
(Bestes  Ergebnis in Klammern).

Im Anschluss überreichte der neue St. Vither Bürgermeister Herbert Grommes die heißbegehrten Trophäen. In seiner Ansprache  lobte er die Macher und Helfer des Hillclimbings sowie die Fahrer  für die tolle Veranstaltung.
Präsident Rainer Baures zeigte sich mehr als zufrieden. „Es hat alles sehr gut geklappt und wir sind sehr glücklich. Es war ein perfektes Wochenende. Ein wunderschönes Rennen, mit einem spannenden Flutlichtrennen und anschließender fetziger Musik. Ferner haben  viele Camper sowie einige Dorfbewohner sich für das Einführen der neuen Campingregeln bedankt. Es herrschte vollste Zufriedenheit“, so abschließend der Vorsitzende.

Robert Frauenkron


Alle Gewinner vereint

             
Julia Hiedels am Berg     Roel Geurts ganz oben    Stephan Knein   

     
Start Daniel Zeimens      Lokalmatador Alexander Brodel
aus Hölzchen

    
Julia Hiedels aus Prüm    Siegerehrung
(v.r.) wurde 1. bei den
Damen

 

News druckenRSS-Feed