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04.08.2019

Zunehmend Probleme mit E-Scootern in Köln - bisher 21 Unfälle

Köln (red/boß) Aufgrund der rasanten Unfallentwicklung mit Beteiligung von E-Scootern und der zunehmenden Beschwerden über das Verhalten von Nutzern in den ersten sechs Wochen nach ihrer Zulassung

für den Straßenverkehr haben sich kürzlich Vertreter von Stadt, Polizei und den E-Scooter-Sharing-Unternehmen Lime und Circ zu einer Dringlichkeitssitzung im Polizeipräsidium in Köln-Kalk getroffen.
Nach einer mehr als zweieinhalbstündigen konstruktiven Erörterung des bislang festgestellten Fehlverhaltens der Nutzer, so unter anderem
   - Fahren unter Alkoholeinfluss
   - Fahren zu zweit
   - Fahren auf nicht erlaubten Verkehrsflächen
   - "Wildes" Abstellen der E-Scooter
waren sich die Beteiligten einig, dass sie gemeinsam gegen dieses gefährliche Verhalten vorgehen wollen, das häufig auf fehlenden Kenntnissen der Rechtslage, aber auch der Rücksichtslosigkeit der Nutzer beruht. Konkrete Maßnahmen sollen in den kommenden Wochen abgestimmt werden.
Diese sollen auch die Feststellungen der Polizei einbeziehen, nach denen die von den Verleihfirmen zum Einsammeln und Ausbringen beauftragten "Juicer", "Charger" oder "Ranger" häufig in zweiter Reihe oder auf Radwegen halten und parken. Auch das Thema Ladungssicherung wird die Polizei in den Fokus nehmen, da mehr als 20 E-Scooter ohne Sicherung auf der Ladefläche eines Transporters bei einer scharfen Bremsung eine kritische Masse darstellen.

Bislang hat die Polizei Köln 21 E-Scooter-Unfälle aufgenommen (Stand 30. Juli). Besonders alarmierend ist die Verletztenbilanz. Die Polizei registrierte bei den Unfällen sieben Schwerverletzte und vierzehn Leichtverletzte, geht allerdings von einer deutlichen Dunkelziffer aus, da die Polizei nicht zu allen Stürzen/Unfällen gerufen wird.

In 20 Fällen waren die Nutzer der E-Scooter auch Unfallverursacher. Fünf der Verunglückten standen unter Alkoholeinfluss und in sechs weiteren Fällen begingen die Fahrer eine Verkehrsunfallflucht. "Alleine diese Fälle und das Einschreiten bei den vielen festgestellten Verstößen binden Streifenwagenbesatzungen, die dringend an anderer Stelle benötigt werden", sagt Polizeidirektor Volker Lange, der momentan für die Einsatzwahrnehmung in Köln verantwortlich ist.

Zusätzlich nehmen die Bürgerbeschwerden bei der Stadt und der Polizei zu. Beklagt werden gefährliche Situationen durch die häufig auf Fußgängerflächen abgestellten E-Scooter sowie die Nutzung von Flächen, die Fußgängern und anderen Fahrzeugen vorbehalten sind. Ganz zu schweigen davon, dass die Nutzer der E-Scooter sich häufig nicht an die Vorschriften halten und ohne Rücksicht auf Fußgänger auf Gehwegen und in Fußgängerzonen fahren. Eine erste automatisierte Auswertung mit tagesaktuellen Unfallzahlen und den vermutlichen Ursachen soll im Laufe des Augustes möglich sein.

Die beiden Verleihfirmen haben ein so genanntes "First Ride Training" ausgerichtet, dass erste seiner Art in Köln. Diese Fahrtrainings sind sehr stark nachgefragt; deshalb werden sie regelmäßig für alle interessierten E-Scooter-Nutzer organisiert.

Quelle: Presse Polizei Köln

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