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06.05.2019

Perfide Tat - Anklage wegen versuchten Mordes gegen 47-jährigen Saarländer erhoben

Trier/Taben-Rodt (red/boß) Die Staatsanwaltschaft Trier hat Anklage gegen einen 47-jährigen Mann aus dem Saarland wegen versuchten Mordes, gefährlicher Körperverletzung und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr

zur Schwurgerichtskammer des Landgerichts Trier erhoben. Sie hält den Angeschuldigten für hinreichend verdächtig, am 15.11.2018 gegen 07:45 Uhr in Taben-Rodt seine 43-jährige ehemalige Freundin mit seinem Pkw angefahren zu haben, um sie zu töten, und sie hierbei schwer verletzt zu haben.
Nach dem Ergebnis der von der Kriminalpolizei Trier und den Polizeiinspektionen Saarburg und Merzig durchgeführten Ermittlungen hält die Staatsanwaltschaft Trier folgenden Geschehensablauf für hinreichend wahrscheinlich:
Der Angeschuldigte, der mit einer Lebensgefährtin zusammenlebte, unterhielt über mehrere Jahre eine Beziehung zu dem späteren Tatopfer. Nachdem die Geschädigte die Beziehung beendet und sich einem anderen Mann zugewandt hatte, fasste der Angeschuldigte nach vorläufiger Bewertung der Staatsanwaltschaft den Entschluss, die Frau zu töten.
Am Morgen des Tattages fuhr die Geschädigte nach Taben-Rodt und stellte ihr Fahrzeug, wie jeden Morgen, auf dem Parkplatz beim Bürgerhaus ab, um von dort zu Fuß zu ihrer nahegelegenen Arbeitsstelle zu gehen. Der Angeschuldigte soll in seinem Pkw in einer Seitenstraße in der Nähe des Parkplatzes gewartet haben, bis die Geschädigte ihr Fahrzeug verließ, und sodann mit so hoher Geschwindigkeit auf sie zugefahren sein, dass sie keine Möglichkeit mehr hatte, dem Wagen auszuweichen. Die Frau wurde von der Fahrzeugfront erfasst und an den Straßenrand geschleudert, wo sie schwerverletzt liegen blieb. Der Angeschuldigte fuhr anschließend davon, ohne sich um das Tatopfer zu kümmern.
Die Frau wurde wenig später von einer Passantin am Straßenrand gefunden. Sie erlitt schwere Kopf- und Gesichtsverletzungen, mehrere Knochenbrüche im Bereich von Armen und Beinen sowie zahlreiche Hämatome und Schürfwunden am ganzen Körper.
Die Verletzungen waren zwar nicht akut lebensbedrohlich, jedoch schwerwiegend und mussten im Rahmen eines stationären Krankenhausaufenthalts versorgt werden. Das Opfer befindet sich bis heute in fortlaufender medizinischer Behandlung, ist arbeitsunfähig und kann sich bislang nur im Rollstuhl fortbewegen.
Da sich die Frau zum Zeitpunkt der Tat keines Angriffs versah und keine Möglichkeit hatte, der Kollision mit dem Fahrzeug auszuweichen, geht die Staatsanwaltschaft davon aus, dass der Angeschuldigte heimtückisch handelte. Sie hat deshalb Anklage wegen versuchten Mordes, gefährlicher Körperverletzung und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr erhoben.
Das Landgericht Trier hat nunmehr über die Eröffnung des Hauptverfahrens zu entscheiden. Ein Termin zur Hauptverhandlung ist noch nicht bestimmt. Der Angeschuldigte, der die Tatbegehung bestritten hat, befindet sich seit seiner Festnahme in Untersuchungshaft.

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