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05.02.2019

Drei Tatverdächtige Glas-Aal-Schmuggler in U-Haft - 210.000 Tiere gerettet

Frankfurt (red/boß) Zollfahndern ist es gelungen, einen Umschlagplatz für den internationalen Glasaalschmuggel zu enttarnen. In einer Gemeinde westlich von Frankfurt entdeckten die Beamten

in einem ehemaligen Restaurant mehrere größere Wasserbecken und zahlreiches Equipment für den illegalen Handel der vom Aussterben bedrohten Tiere. 210.000 lebende Glasaale wurden in einem der vier Wasserbecken entdeckt und zeitnah im Rhein ausgesetzt. Drei mutmaßliche Täter im Alter von 27,28 und 37 Jahren wurden festgenommen und befinden sich in Untersuchungshaft.
Begonnen hatten die Ermittlungen mit einer ersten Sicherstellung von geschmuggelten Glasaalen am Frankfurter Flughafen Ende Novemberv2018 sowie einer weiteren am 19. Dezember 2018 (input aktuell berichtete). Die Ermittlungen der Beamten führten zu einem seit 2015 geschlossenen China-Restaurant in Liederbach (Main-Taunus-Kreis).
Der Datenabgleich eines vor Ort festgestellten verdächtigen Mietfahrzeugs ergab, dass das in einem Nachbarland zugelassene Fahrzeug zu einer mutmaßlichen Tätergruppierung gehört, gegen die wegen des Schmuggels von Glasaalen ermittelt wird.
Die Frankfurter Staatsanwaltschaft erwirkte daraufhin einen Durchsuchungsbeschluss, der von den Fahndern am Samstag, 02.02.2019, umgesetzt wurde. In den Räumen des Restaurants wurden vier große mit Wasser befüllte Becken, die mit Pumpen und Filtern ausgestattet waren, vorgefunden und sichergestellt. Daneben zahlreiches Verpackungsmaterial für den Lebendtransport der Tiere und 50.000 Euro in bar. Eines der Becken war mit etwa 210.000 Glasaalen besetzt.
Diese wurden nach Absprache mit dem Bundesamt für Naturschutz noch am selben Tag in den Rhein ausgesetzt. Neben den lebenden Glasaalen wurden in einer Styroporkiste tausende verendete Glasaale entdeckt.
Im Gebäude wurden zwei 28 und 37 Jahre alte malaysische Staatsangehörige und ein 27-jähriger Chinese angetroffen und festgenommen. Sie befinden sich seit dem 03.02.2019 in Untersuchungshaft.
"Mit der Zerschlagung dieser Tierschmugglerbande ist uns ein bedeutender Erfolg im Kampf gegen den internationalen illegalen Handel von Glasaalen gelungen. Hunderttausende von Glasaalen konnten gerettet werden und bereichern nun unsere heimischen Gewässer", sagt Hans-Jürgen Schmidt, Sprecher des Zollfahndungsamts Frankfurt am Main.


Becken mit Glasaalen

Zusatzinformationen
Als Glasaal bezeichnet man das Jugendstadium der Aale, weil er in diesem Stadium noch durchscheinend ist. Glasaale kommen mit dem Golfstrom um die Jahreswende an die europäischen Küsten und ziehen über die Unterläufe der Flüsse zu den Lebensräumen im Süßwasser. Die Population in den heimischen Gewässern ist seit ca. 1980 stark rückläufig. An den europäischen Küsten kommen nur ca. 1 - 2 % der Glasaale im Vergleich zu dem Zeitraum vor 1980 an. Wenn davon die Hälfte in den Export ginge, wie vor der EU-Aalverordnung 2007, würde das den Zusammenbruch der europäischen Aalpopulation bedeuten. Das Land Rheinland-Pfalz unterhält mit der Fa. Innogy seit 1995 eine Aalschutz-Initiative, die sich insbesondere um das sichere Abwandern der erwachsenen Blankaale (laichbereite Aale) aus Saar und Mosel kümmert. Es werden jedes Jahr ca. 6 Tonnen Blankaale vor dem Eindringen in die Wasserkraftturbinen in Mosel und Saar abgefangen, um sie wohlbehalten in den Rhein auszusetzen. Im deutschen Fischhandel wird ein Kilogramm Glasaale etwa mit 400 Euro gehandelt, auf Fischbörsen in Asien werden dagegen Beträge zwischen 3.000 und 5.000 Tausend Euro erzielt.

Presse Zoll

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