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29.11.2018

Über 30 Mio Euro wurden in Prümer Innenstadt in Baumaßnahmen investiert - Unsichere Zeiten fürs Krankenhaus

Prüm (boß) Ein sogenanntes „journalistisches Hintergrundgespräch“ brachte kürzlich den bemerkenswerten Satz hervor: „Die größte Entwicklung im Eifelkreis ist in Prüm zu sehen.“ Und das aus einem Bitburger Mund!

Grund genug, einmal dieser erstaunlichen Feststellung nachzugehen.
Ja, der 15.000 qm große Hahnplatz mit seinen Seitenarmen steht nach 3-jähriger Bauzeit und Investitionen von seinerzeit veranschlagten 4,5 Millionen Euro vor der Vollendung. Auch wenn es viel Kritik und Verzögerungen gab, machten kürzlich Schlagzeilen wie „Wasserfontänen, Sternenmeer, Schlittschuhbahn“ von sich reden. Bei den sogenannten Jahrhundertprojekten scheinen wohl Lieferschwierigkeiten und Verzögerungen an der Tagesordnung zu sein, wie man auch aus anderen Städten hören kann.
Und dann am Rande des Hahnplatzes das Regino-Gymnasium in einem ehrwürdigen Abteigebäude aus dem 18. Jahrhundert. Fast von der Öffentlichkeit unbemerkt, wird hier gebaut und saniert. Die Kosten sind mit insgesamt 18,6 Millionen Euro veranschlagt worden. „Zur Finanzierung wurde eine Förderung aus Schulbaumitteln beantragt, aber noch nicht bewilligt“, so der Pressesprecher der Kreisverwaltung, Ansgar Dondelinger. Zur Co-Finanzierung sollen auch noch weitere öffentliche Mittel eingesetzt werden. Das umfangreiche und aufwendige Bauprogramm besteht aus Maßnahmen des Brand- und Unfallschutzes, Umbau- und Neuordnung von Unterrichts- und Aufenthaltsräumen sowie Bauunterhaltungsarbeiten. Die Klassenräume sind teilweise in einer Containeranlage auf dem Schulhof untergebracht. Es wird eine Generalsanierung des Bestandsgebäudes durchgeführt. Seit Herbst 2017 ist zudem eine Sicherung und Sanierung des Fundaments-Mauerwerks entlang des Hahnplatzes erfolgt.
Damit nicht genug. Weiterhin kommt es zu einem Rückbau der Sporthalle bis Kellerdecke und anschließendem Neubau einer „Dreifachhalle“. Zu den Baukosten in Höhe von 6,7 Millionen Euro wurde ein Bundeszuschuss in Höhe von 1,5 Millionen Euro bewilligt. Allerdings läuft derzeit ein Änderungsantrag für die Umbewilligung der zunächst für eine Sanierung bewilligten Bundesmittel zugunsten eines Ersatzneubaus. „Die nicht durch Zuschüsse gedeckten Ausgaben müssen aus Eigenmitteln des Landkreises aufgebracht werden“, war aus der Verwaltung in Bitburg zu hören.

Und dann noch die Basilika-Innenrestaurierung. „Die Gesamtinvestition wird sich aller Voraussicht nach mit der Orgelsanierung auf ca. 1,5 Millionen Euro belaufen“, so der Vorsitzende des Basilika-Förderkreises Klaus Peters. Daraus resultiert nach heutiger Rechnung ein Anteil der Kirchengemeinde von rund 900.000 Euro.
Wenn alles glatt bei der Finanzierung und den restlichen Baumaßnahmen läuft, soll im Frühjahr 2019 die Sanierung abgeschlossen sein. „Wir haben aber im Moment das Problem“, so Peters, „dass die Sanierung der Orgel erst beauftragt werden darf, wenn entsprechende Finanzmittel von mindestens 50.000 Euro nachgewiesen werden können. Diese Besorgung der zweckgebundenen Mittel stellt eine große Herausforderung für die Basilikafreunde und den Verwaltungsrat dar. Hier läuft augenblicklich eine große Spendenaktion.“
Die übrigen Plätze in Prüm und der neue Busbahnhof sind bereits seit geraumer Zeit gemacht, allerdings soll auf dem Deckel des Teichplatz-Parkhauses noch ein Alten- und Pflegeheim entstehen. Auch wurden vier großzügige Wohnanlagen in der Innenstadt gebaut bzw. umgebaut und weitere zwei sind noch in Planung.
Nicht zu vergessen die vielen Privatinitiativen, die die teils historischen Anwesen stilvoll und denkmalgerecht saniert haben.
An der enormen Entwicklung der letzten Jahre haben viele Personen und Organisationen im Interesse der Zukunftsfähigkeit der Stadt Prüm mitgewirkt.
Bleibt nur noch zu hoffen, dass auch das Krankenhaus langfristig eine sichere Zukunft hat. Kürzlich gab es dazu positive Signale aus der Zentrale des Trägers CTW aus Düren und der Landesregierung.
Nach einem der Nachrichtenagentur INPUT-Medien vorliegenden 5-seitigen Papier eines früheren leitenden Mitarbeiters seien im Haus selbst, beim Träger und in der Politik in den vergangenen Jahren entscheidende Fehler gemacht worden, die zur heutigen, prekären Situation geführt hätten. Durch Fehler im Management, bei Stellenbesetzungen und in der internen Kommunikation sowie durch Schließungen und Gehaltskürzungen leide das Krankenhaus unter einem Image-Schaden, was zu Kündigungen und zu Patientenabwanderungen geführt habe, war der Analyse zu entnehmen.

Heinz-Günter Boßmann

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