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03.10.2020

INPUT-Talk - 5 Fragen an den Bitburg-Prümer Landrat Dr. Joachim Streit

Prüm (boß) Kürzlich stattete Landrat Dr. Joachim Streit INPUT-Medien in Prüm im Rahmen einer Rundreise einen Besuch ab und ließ sich von Redaktionsleiter Heinz-Günter Boßmann über die Arbeit

der regionalen Nachrichtenagentur für den Bereich Eifel - Mosel - Luxemburg - Ostbelgien informieren. Der Kreischef zeigte sich beeindruckt, dass monatlich zwischen 400.000 und 500.000 Besucher die regionale Internet-Tageszeitung input aktuell anklicken. Auch wurden die speziellen Stärken des Internet-Journalismus wie Schnelligkeit, weltweite Ausstrahlung, bewegte Bilder oder unmittelbare Interaktion mit dem Leser beleuchtet.

In einem Interview gab Landrat Streit einen Eindruck von der aktuellen Situation im Eifelkreis: 

input aktuell: Wie gestaltet sich zurzeit die Corona-Epidemie im Eifelkreis Bitburg-Prüm?

Joachim Streit.: Die Corona-Epidemie nimmt im Eifelkreis bislang einen eher verhaltenen Verlauf. Die Neuinfektionen sind derzeit sehr niedrig. So hatten wir zum Beispiel kürzlich am 01.10.2020 neun infizierte Personen. Die Inzidenz pro 100.000 Einwohner liegt damit bei 5.

input aktuell: Reichen die örtlichen Kapazitäten – Gesundheitsamt, DRK, Krankenhäuser pp. - aus, falls die Zahlen zunehmen sollten und es zu einer zweiten Welle kommt?

J.S.: Das kommt auf die Ausprägung der zweiten Welle an. Die Verwaltung ist bereit, die Personalkapazitäten im Gesundheitsamt kurzfristig wieder „hochzufahren“. Zahlreiche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen wurden zu diesem Zweck in der Kontaktermittlung geschult. Außerdem wurde der originäre Personalbestand im Gesundheitsamt ausgeweitet. Wir konnten eine weiter Ärztin gewinnen, wir werden Auszubildende im Bereich Gesundheitsaufsicht einstellen, haben eine Verwaltungsleitung implementiert und auch eine weitere Labormitarbeiterin eingestellt. Es ist aber nicht auszuschließen, dass je nach Fallzahl der Neuinfektionen die Kontaktverfolgung nicht mehr suffizient geleistet werden kann. In den Krankenhäusern sind aktuell die Kapazitäten ausreichend.

input aktuell: Luxemburg und Belgien wurden wieder zum Risikogebiet erklärt: Wie lassen sich die Folgen für unsere Region abfedern?

J.S.: Die geplanten Ausnahmen für Luxemburger und Belgier, die eine Einreise aus grenznahen Risikogebieten bis zu 24 Stunden uneingeschränkt ermöglichen, sind eine praktikable Lösung. Das ermöglicht den Menschen aus unseren Nachbarländern Arztbesuche in Deutschland und die Inanspruchnahme von Dienstleistungen, obwohl auch dann noch die Bürger der Bundesrepublik bessere Bedingungen für die Einreise nach Luxemburg und Belgien haben. Sie dürfen sich für 72 Stunden dort ohne Einschränkungen aufhalten. Denkbar wäre auch die Berücksichtigung regionaler Besonderheiten durch das RKI wie z.B. die Unterscheidung nach Kantonen - etwa vergleichbar mit einem Landkreis. Durch eine solche Lösung könnte verhindert werden, dass pauschal das ganze Land von den Restriktionen betroffen wäre.

input aktuell: Was sind neben Corona zurzeit die größten Herausforderungen im Eifelkreis?
 
J.S.: Fachkräftemangel, Gesundheitsversorgung und Ärztemangel, Digitalisierung, Sanierung der Schulen und Bildungsinfrastruktur sowie Mobilität und ÖPNV.

input aktuell: Wann kann man im Eifelkreis - und damit in Prüm - damit rechnen, dass die Haushalte, Betriebe und Schulen digital zeitgemäß mit schnellem Internet versorgt sind?

J.S.: Die flächendeckende Versorgung der Haushalte mit 50 – z.T. 250 MB - ist bis Anfang 2021 angeschlossen. Bis dahin werden auch die Schulen mit 1 GB versorgt, und die Gewerbegebiete verfügen bis Anfang 2021 über Glasfaserversorgung verlegt bis zum Einzelbetrieb. (Anm.d.Red.: Große Erleichterung bei der Nachrichtenagentur INPUT-Medien)

Das Gespräch führte Heinz-Günter Boßmann

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