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06.09.2020

Serie "Die schönsten Radtouren" - diesmal "Die Schlösser-Tour - Von der Burg Bollendorf oder Schloss Weilerbach zum Schloss Vianden" von Rainer Nahrendorf - mit Fotogalerie und Videos

Diese mittelschwere Radtour zu dem bekanntesten Schlossdenkmal der Eifel-Ardennen, dem Schloss Vianden, beginnt in Bollendorf an der Brücke über die Sauer. Hin-und zurück sind es 45 km.

Am bequemsten ist es, Sie fahren über die B 257 nach Echternach und dann die Route de Diekirch (N10) nach Bollendorf-Pont. Sie können hier links in der Straße vor der Brücke ihr Fahrzeug abstellen, sollten aber darauf achten, dass Sie keine Garagenausfahrt blockieren. Über diese kleine Straße läuft der Radweg (Symbole auf der Straße).
Eine Radtourenkarte, auf der auch die Tour nach Vianden verzeichnet ist, bekommen Sie gleich hinter der Brücke Bollendorf in dem deutschen Touristenbüro. Ein Dino steht vor der Tür. Im Coronajahr 2020 trägt er eine Mund-Nasenmaske. Diese sollten Sie für den Besuch der Touristeninformation und für die Schlossbesichtigung dabei haben. Wundern Sie sich nicht, dass es manchmal Burg Vianden und manchmal Schloss Vianden heißt. Das Rätsel löst sich, wenn Sie diese eindrucksvolle Anlage besichtigen und etwas über die geschichtliche Entwicklung lesen oder sich das 360 Grad-Video mit der Darstellung des Aussehens in den verschiedenen Epochen ansehen. Dann wird deutlich, dass die Burg Vianden zu einer immer prachtvolleren Residenz, zu einem Schloss ausgebaut wurde.
Bevor Sie die Radtour beginnen, können Sie zur Einstimmung oder zur Erwärmung der Beinmuskeln zur Burg Bollendorf und zur Römervilla hinauffahren. Es ist ein und derselbe Weg. Zur Burg geht es rechts von der Brücke über Sauerstaden und die Burgstraße. Schauen Sie sich die Burg und die Römervilla an, falls dies die erste Villa rustica  ist, die Sie besuchen. Über den Burgweg, der vor dem Parkplatz beginnt, sind Sie in wenigen Minuten Fußmarsch vor den überdachten Ruinen.

Sie können auch ab Schloss Weilerbach starten. Dann sind es hin und zurück 52,5 km. Beginnen Sie die Tour vom Parkplatz des Schlosses Weilerbach, fahren Sie mit ihren Rädern nach rechts auf die Bollendorfer Straße. Wenn Sie von Bollendorf aus gesehen den ersten Abzweig zum Schloss sehen, führt auf der linken Straßenseite ein schwer zu findender Weg zum Fluss hinab. Er ist dort nicht beschildert, zunächst betoniert, aber nach wenigen Metern nur noch geschottert. Fahren Sie vorsichtig diesen geschotterten Weg hinunter, bis links eine Holzbücke über die Sauer führt. Erst dort stehen Wanderschilder zum Schloss Weilerbach und Sie wissen dann, dass es vom Schloss bis zur Brücke 800 Meter waren. Überqueren Sie den Fluss über diese Holzbücke. Nach wenigen Metern kommen Sie bei der Bushaltestelle Weiler auf den Radweg PC3, der die Sauer auf der luxemburgischen Seite flußauf begleitet. Dem PC3 folgen Sie  über Bollendorf, Dillingen bis Wallendorf.
Die reine Radstrecke nach Vianden ist hin- und zurück in drei bis dreieinhalb Stunden zu schaffen, aber nur, wenn Sie sich keine Zeit nehmen, um das charmante Städtchen mit seiner grandiosen Burg zu besichtigen. Auf vielen Radtouren ist schon der Weg das Ziel. Auf dieser nicht. Dies ist eine Raderlebnistour zum Absteigen vom Rad mit einer 90 bis 120 minütigen Burgbesichtigung und einer 30 bis 60 minütigen Stadtbesichtigung. Dann wird daraus mit Trink- und Vesperpausen eine Ganztagestour.

Der Radweg, der zunächst die verkehrsumtoste N10 begleitet, ist zwar sicher, leicht zu fahren, aber der Lärm und die Abgase beeinträchtigen den Radelgenuss, die Sauer bleibt meistens hinter dem starken Bewuchs verborgen, ein Campingplatz nach dem anderen füllt die Flussauen. Dies verwundert nicht, wenn man die Freizeitmöglichkeiten in der Region bedenkt: Kanufahren auf der Sauer, Wandern, Radfahren.
Dillingen liegt schon bald hinter ihnen. Hörten und sahen Sie bis Dillingen Kanugruppen die Sauer hinunter paddeln, fehlen diese Freizeitsportler ab jetzt. Die Zahl der Campingplätze wird geringer, der Blick auf den Fluss mit seinen Stromschnellen und Stauwassern freier. Hier und dort versuchen Sportfischer ihr Glück. Wenn Sie Wallendorf erreichen, fahren Sie nicht nach Reisdorf, wie es der luxemburgische Radweg PC3 vorsieht, sondern queren die Brücke von Wallendorf zur deutschen Seite. Nach der Brücke biegen Sie nach links in Richtung Ammeldingen ab.  Lief ihr Rad bisher fast von allein, müssen Sie ab jetzt kräftiger in die Pedale treten. Der  Weg über die verkehrsarme Straße nach Gentingen und Roth an der Our führt über geringe Steigungen. Aber für ihre Mühe werden Sie durch die nun landschaftlich schöner werdende Strecke entlohnt. Zu ihrer Sicherheit sollen Sie ab jetzt eine Warnweste tragen. Wie auf vielen schönen Landstraßen der Eifel-Ardennen gibt es auch auf dieser einige Raser und am Wochenende Motorradkolonnen. Kurz vor Gentingen kommen Sie rechts von der Straße an einem Westwallbunker vorbei. In Roth an der Our nehmen Sie bitte die Bücke wieder zur luxemburgischen Seite und fahren auf dem geteerten Fußgängerweg, der jetzt für einige hundert Meter neben der N 10 läuft. Fußgänger werden Sie auf diesem Weg nicht treffen, er ist aber breit genug, um auf  ihm mit dem Rad zu fahren. Vor einem Sturz in den Abgrund sind Sie durch ein Gitter gesichert, nicht aber vor einem Sturz auf die viel befahrene Straße. Radeln Sie deshalb auf diesem Abschnitt besonders langsam und vorsichtig. Nun kommen Sie an den Ortseingang von Vianden, fahren von der N10 weg an den das Ufer begleitenden Radweg, zunächst an einem Campingplatz vorbei. Kurz vor dem folgenden Abstellplatz für Reisewohnmobile, können Sie auf den Bänken an der Our eine Pause machen und sich für die Auffahrt zur Burg stärken.

Sie sehen von hier aus schon die Höhenburg, auf einem Felsen thronend, auf dem anderen Ourufer und ahnen, dass nun die anstrengende Bergetappe beginnt.
Zur Orientierung in Vianden wäre es leichter, wenn Sie auf den Routenplanern von Komoot oder Google-Maps Vianden eingäben, den Zoom anklickten und sich dann den betreffenden Stadtplanausschnitt zu Hause ausdruckten.  Sie müssen in Vianden die Rue de la Frontière nehmen und über die Brücke an das andere Ufer der Our radeln. Nun schalten Sie, wenn Sie ein Pedelec fahren, auf die höchste Unterstützungsstufe und nach und nach in einen immer kleineren Gang. Das gilt auch für Touren- oder Sportradler und Mountainbiker, denn die Auffahrt zur Burg  zehrt an ihren Kräften und führt über ein durchrüttelndes Pflaster. Sie fahren zunächst über die Grand Rue an dem Café Snack vorbei. Bald nach dem Café müssen Sie rechts den ausgeschilderten Weg zur Burg wählen. Das letzte Wegstück  rechts von dem Wartehäuschen trägt - ganz Mittelalter- Kopfsteinpflaster. Steigen Sie besser vom Rad und schieben es bis zum Burgeingang mit seinem Kassenhäuschen hinauf. Eine Schiebehilfe am Pedelec macht den Weg bis zum Schlosseingang leichter.
Das ist inmitten des Touristenstromes für Sie und andere Besucher angenehmer. Stellen Sie ihr Rad vor dem Torgitter zum Eingang/Ausgang ab, ohne die Besucher zu behindern, die die Burg verlassen. Setzen Sie nun bitte ihre Schutzmaske auf und reihen Sich in die Besucherschlange ein. Wenn Sie ihr Eintrittsticket lösen, bitten Sie die Dame oder den Herren an der Kasse, ihnen das Gittertor zu öffnen, damit Sie ihr Rad hinter dem Tor abstellen können.  Schließen Sie es mit einem Schloss ab, wenn Sie ganz sicher sein wollen, dass es nach der Besichtigung noch dort steht.
Die Burg ist täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet.
Der Eintrittspreis beträgt 8 € pro Person, für Kinder von 6  bis 12 Jahren 2 €, für Senioren 6 €, für Studenten mit Ausweis 4,50 €. Der Audioguide kostet 2 €.
Für die Besichtigung sollten Sie sich Zeit nehmen, nicht nur, weil sich ein Highlight an das andere reiht, sondern weil Ihnen die Menschenmassen und die Abstandsregeln einen Schnelldurchgang verwehren. Wenn Sie das 310 Meter über der Our gelegene imposante Schloss  mit seinen Türmen, Wehrgängen, Waffenkammer, Kapellen, Rittersaal, Bankettsaal, Wandteppichen, Schlaf-und Wohnräumen besichtigt haben, werden Sie kaum verstehen, dass dieses wiederaufgebaute Schloss nicht zum Weltkulturerbe zählt. Zu den schönsten mittelalterlichen Burgen und Schlössern der Welt zählt Schloss Vianden allemal.

Variante 2  Für Kinder geeignet
Burgbesichtigung, Pkw-Fahrt bis Wallendorf, von Wallendorf über den Radweg PC3 bis Bollendorf. Leichte Tour, hin- und  zurück 20 km
Sie fahren mit dem PKW bis Vianden, parken ihr Fahrzeug auf einem der gebührenpflichtigen Parkplätze links und rechts der zur Burg führenden „Grand-Rue“ oder der sich anschließenden Straße „Am Schank“. Sie lösen ein Parkticket für 3 Euro. Das reicht  für 3 Stunden und damit für eine ausführliche Burgbesichtigung. Dann gehen Sie den ausgeschilderten Weg zur Burg hinauf. Der ist zwar etwas steil und auf dem Kopfsteinpflasterstück mühsam zu gehen, aber auch für Kinder und Ältere zu schaffen.
Nach der Besichtigung fahren Sie mit ihrem PKW bis zur Brücke von Wallendorf und parken ihn in der Nähe des hier vorbeiführenden Radwegs PC3. Er läuft immer parallel zur Straße und zur Sauer. Den Radweg fahren Sie bis zur Bücke Bollendorf, biegen hinter der Brücke rechts in die Straße „Sauerstaden“ und fahren auf der sich anschließenden „Burgstraße“ bis zur Burg. In dem Burgrestaurant können Sie einkehren, bevor Sie sich auf den Rückweg nach Wallendorf machen. Wer noch nie die Ruinen einer Römervilla besichtigt hat, kann dies tun, indem er den vor der Burg Bollendorf hinaufführenden Burgweg hochgeht. Die Heizungsanlage für Fußböden und das Bad ist sehenswert.
Sie können diese Tour verlängern durch eine Fahrt nach Echternach. Dann kämen hin- und zurück noch einmal 14 km hinzu. Sie sind auf dem Radweg zwar leicht zu fahren, aber für Kinder und Ältere wäre es mit den Besichtigungen dann doch etwas zu anstrengend. Echternach ist eine eigene Tour wert.
Wenn Sie die Tour mit einem Besuch von Schloss Weilerbach abschließen wollen, radeln Sie von Bollendorf zurück zu ihrem Fahrzeug in Wallendorf, laden Sie die Räder auf, kehren mit dem Auto und den Rädern nach Bollendorf- Pont zurück. Hier fahren Sie über die Brücke und  folgen den Straßenschildern zum Schloss Weilerbach mit seinem Parkplatz. Dort können Sie auch Kaffee trinken.

Rainer Nahrendorf

Zwei Varianten: Mittelschwere Ganztages-Radtour oder leichte Ganztagestour
Variante 1 Für Kinder nicht geeignet

Fotogalerie von Rainer Nahrendorf

                
Schloss Weilerbach                                            Radwegkarte bis             Brücke Bollendorf
                                                                       Wallendorf

               
Tourist-Info Bollendorf    Burg Bollendorf              Römervilla                     Heizungsanlage     

                                   
Westwallbunker              Erinnerungsgeschichte    Welcome Vianden          Hotel Victor Hugo

                
Denkmal Hugo               Rathaus Vianden            Blick vom Burgweg         Majestätisch

                                   
Waffenhalle                   Ritter mit Kettenhemd     Kapelle                         Bankettsaal

                
Kamindekoration                                                Schlafgemach                Vic Abens-Saal

               
Prächtiger Gobelin          Wappen der Grafen        Küche                           Ourtal mit Schloss

                                       
                                        Blick vom Gegenhang

Links:

Das Schloss Vianden
https://www.visitardenne.com/de/das-beste-der-ardennen/ardenner-highlights/burg-vianden
https://castle-vianden.lu/

Videos zum Schloss:
https://www.youtube.com/watch?v=sr_RusLwfOw 3:15
https://www.youtube.com/watch?v=C_bmORrGsHQ englisch/amerikanisch 11 Min.

Videos zu Vianden:
https://www.youtube.com/watch?v=sPxiFnSsj_Q 4:44

Video zu Wandern

Auf und Ab durch das Ourtal
https://eifel-land-leute.de/?p=44857

Schloss Weilerbach
https://www.schloss-weilerbach.de/
https://www.eifel.info/a-museumscafe-remise

Video Mittelaltermarkt
https://www.youtube.com/watch?v=0j-BK95JbkA

Burg Bollendorf
https://www.youtube.com/watch?v=zuH47dLSw-Y

 

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