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26.05.2020

Bericht 17.05.2020: Untersuchungspläne für ein belgisches Atommüll-Endlager rücken wieder verdächtig nah an die deutsche Grenze

Stavelot/St. Vith-B. (boß) Der Protest-Slogan „A.M.E.L. nein“ gegen ein Atommüll-Endlager für schwach radioaktive Abfälle in der belgischen Grenzgemeinde Amel aus dem Jahr 1994 steckt der Bevölkerung noch in den Knochen.

Damals hatten ca. 10.000 Teilnehmer aus Belgien, Deutschland, den Niederlanden und Luxemburg gegen den geplanten Standort im Ommerscheider Wald demonstriert. Bis zum heutigen Tage sieht man diesbezüglich gelegentlich noch Plakate an Autoscheiben und Hausfenstern.
Nun soll es nach belgischen Medienberichten wieder Pläne der Agentur für radioaktive Abfälle ONDRAF geben, sieben potentielle Standorte in den belgischen Provinzen Luxemburg und Lüttich zu untersuchen.
Auch diesmal zählen die belgische Eifel-Ardennen-Region und das Hohe Venn zu den Standorten von sogenannten Voruntersuchungen. Zum einen wird das Stavelot-Massiv wegen seiner alten Gesteinsformationen genannt, zum anderen gehört neben dem Herver Land auch das Sydical de Neufchateau dazu, das den gesamten Eifel-Ardennen-Raum einschließlich der fünf Eifelgemeinden umfasst, schreibt die ostbelgische Tageszeitung GrenzEcho.
In absehbarer Zeit muss wohl ein potentieller Standort für die Endlagerung gefunden werden, da die Fässer mit radioaktivem Abfall - genauso wie in Deutschland - nicht ewig auf dem Gelände der Kernkraftanlagen zum Beispiel in Thihange oder Doel lagern können.
Die ersten Proteste bei den Parteien im Parlament der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens und in den Gemeinden haben bereits begonnen. Man wirft insbesondere die Naturschutzgebiete, Trinkwasserreservate, die Landwirtschaft und den naturnahen Tourismus in die Waagschale.

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