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13.01.2020

Unternehmensinsolvenzen 2019 in der Region Trier zugenommen - Bitburg-Prüm 29-mal dabei

Trier/Region (red/boß) Wie immer zum Jahresbeginn hat Creditreform Trier das Insolvenzgeschehen des Jahres 2019 in der Region Trier analysiert. Deutschlandweit sind die Firmeninsolvenzen von 19.410 Verfahren in 2018

auf 19.400 in 2019 praktisch gleichgeblieben. So liegt bundesweit die Zahl der Unternehmensinsolvenzen auf dem niedrigsten Stand seit 25 Jahren.
In der Region Trier allerdings sind die Unternehmensinsolvenzen um 23,66 % gestiegen, von 93 Insolvenzen in 2018 auf 115 Pleiten im vergangenen Jahr. Insbesondere in der Stadt Trier sind die Unternehmensinsolvenzen um 95,24 % angestiegen von 21 in 2018 auf 41 in 2019.
Bis auf die im weiteren noch dargestellten Einzelfälle handelt es sich ausschließlich um Kleinbetriebe und dabei überwiegend um Gastronomiebetriebe. Gefolgt vom Kreis Bitburg-Prüm mit einem Anstieg um 45,00 %, auf 29 Insolvenzen in 2019 (Vorjahr: 20).
Rückgänge sind im Kreis Vulkaneifel von 11 Pleiten auf 9 Insolvenzen in 2019 (-18,18 %), Kreis Bernkastel-Wittlich 19 Insolvenzen in 2019 auf 16 in 2019 (-15,79 %), sowie im Kreis Trier-Saarburg von 22 Insolvenzen auf 20 (-9,09 %) zu vermelden. In die jeweiligen Branchen aufgegliedert ist die erhebliche Steigerung der Unternehmensinsolvenzen in der Baubranche um 171,43 % von 7 Insolvenzen 2018 auf 19 in 2019 hervorzuheben. Allerdings betrafen die Insolvenzen im Wesentlichen kleinere Bauträger.
Ebenso steigt im Bereich Handel die Zahl der Insolvenzen in 2018 um 40,00 % auf 14 an (Vorjahr: 10). Ein Anstieg von 10,96 % auf 81 Pleiten in 2019 (Vorjahr: 73) weist die Dienstleistungsbranche aus. Lediglich im Segment des verarbeitenden Gewerbes ist ein Rückgang von -66,67 % zu verzeichnen, von 3 Pleiten in 2018 auf 1 Insolvenz in 2019.
Um 14,98 % sinkt das von der Insolvenz betroffene Umsatzvolumen auf 68,68 Mio. EUR in 2019 aus (Vorjahr: 80,78 Mio. EUR). Die dabei betroffenen Arbeitsplätze steigen von 479 in 2018 auf 1.209 in 2019 an. Die meisten Arbeitsplätze, mit rund 180 Mitarbeitern, waren 2019 bei der Firma semmservice Personaldienstleistungen e.K., Trier betroffen, bei denen es sich überwiegend um Teilzeitbeschäftigte handelt. Ebenso Insolvenz angemeldet beim Amtsgericht Trier haben die Firmen Fittaste GmbH, Trier (1,7 Mio. EUR, 25 Mitarbeiter) sowie das Zentrum für Sozialpädiatrie und Frühförderung Trier und Zentrum für Erwachsene mit Behinderung Trier gGmbH, Trier (1,32 Mio. EUR, 140 Mitarbeiter).
Beim Amtsgericht Wittlich musste die Firma Wilhelm Beicht GmbH, Salmtal mit einem Umsatzvolumen von 1,45 Mio. EUR und 49 Mitarbeitern Unternehmensinsolvenz anmelden. Eine der spektakulärsten Pleiten betraf die DJK/MJC Sportmanagment e.V., die Damenhandballmannschaft der „Miezen“.

Im Gegensatz zu den Firmenpleiten weisen die Privatinsolvenzen einen Rückgang von 3,90 % aus. In 2019 wurden in der Region Trier 394 Privatinsolvenzen gezählt, gegenüber 410 Insolvenzen in 2018. Der deutlichste Rückgang der Privatpleiten in 2019 konnte im Kreis Bernkastel-Wittlich mit 16 %, von 75 in 2018 auf 63 Insolvenzen in 2019 vermeldet werden. Im Kreis Bitburg-Prüm gingen mit – 14,55 % von 55 in 2018 auf 47 Privatinsolvenzen und der Stadt Trier -4,96 % auf 134 Insolvenzen (Vorjahr: 141) die jeweiligen Insolvenzen ebenso zurück. Gleichbleibend zum Vorjahr zeigt sich der Kreis Vulkaneifel mit 30 Privatpleiten in 2019. Lediglich im Kreis Trier-Saarburg steigt die Zahl der Insolvenzen bei den Privatpersonen von 109 in 2018 auf 120 in 2019, dies entspricht einer Steigerung von 10,09 %.

Die Insolvenzzahlen 2019 zeigen das trotz einem leichten Anstiegs bei den Unternehmenspleiten, die wirtschaftlich sehr guten Jahre ab 2010, positive Nachwirkungen im Insolvenzgeschehen haben. Obwohl die globalen Unsicherheiten weiter bestehen, erwartet Creditreform für das Jahr 2020 insbesondere für die Region Trier gleichbleibende Insolvenzzahlen.

Presse Creditreform

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