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05.11.2019

Lilian Pfluke vom RSC Prüm kam mit fünf Medaillen von der Bahnrad-Weltmeisterschaft in Manchester zurück

Manchester/Prüm/Euskirchen/Tetange (red/boß) Kürzlich  fanden über mehrere Tage in Manchester die „UCI Track Cycling Masters World Championships“ statt. An dieser zum 25. Mal durchgeführten Meisterschaft

nahmen Sportlerinnen und Sportler aus 35 verschiedenen Nationen an Einzel- und Mannschaftsrennen teil. Alle Teilnehmer waren älter als 35 Jahre, die höchste Kategorie war die Altersgruppe 75 + mit beachtlichen Teilnehmerzahlen.
Mit dabei auch Lilian Pfluke aus Rockeskyll (Vulkaneifelkreis) vom RSC Prüm.
In ihrer Altersklasse 60 – 64 starteten insgesamt 12 Teilnehmerinnen, darunter Weltrekordhalterinnen sowie amerikanische und britische Meisterinnen. Ein schweres Feld für die Wahleifelerin, die eigentlich keine Bahnradspezialistin ist. Umso bemerkenswerter sind ihre Erfolge.
Schon am ersten Tag gelang ihr eine Überraschung im „Persuit“ (Verfolgung), sie musste sich nur der amtierenden Weltmeisterin und Weltrekordlerin aus den USA geschlagen geben und errang die Silbermedaille. Ein gelungener Auftakt.
Als nächstes Rennen folgte „Scatch“, dort starten alle gemeinsam über 40 Runden. Wer als erster über die Ziellinie fährt, hat gewonnen. Mit einer ungeheuren Willensleistung und großem Krafteinsatz fuhr Lillian Pfluke zum Weltmeistertitel, errang also das erste Weltmeistertrikot auf der Bahn und die erste Goldmedaille in Manchester.
Am 4. Tag fand das „Time Trail“, das Einzelzeitfahren über 500m, statt. Hier fuhr Lillian auf den Bronzeplatz und komplettierte damit ihren Medaillensatz. Damit hatte sie nicht gerechnet und die Freude war dementsprechend groß.
Am Tag 6 folgte „Points“, das Punktefahren. Hier fahren alle Fahrerinnen zusammen los über 30 Runden. Alle 10 Runden werden für die ersten vier jeweils Punkte (5,3,2,1) vergeben, es wurde also heftig gesprintet. Lil konnte hier in einem taktisch herausragend gefahrenen Rennen die britische Meisterin hinter sich lassen und holte sich völlig unerwartet die zweite Goldmedaille und das zweite Weltmeistertrikot.
Den Abschluss der Weltmeisterschaftswoche bildete der „Sprint“. Hier starten jeweils zwei Fahrerinnen auf gleicher Höhe der Bahn. Diese Rennen sind geprägt von taktischem Verhalten, hin bis zu Stehversuchen in den ersten zwei Runden.
Wenn dann der Sprint angezogen wird, werden die letzten 200 m gestoppt. Wer sich in den Rennen jeweils mit zwei Siegen durchsetzt, fährt dann um Gold/Silber, bzw. Bronze und vierten Platz. Der RSC-Sprinterin gelang wiederum eine Überraschung und sie schaffte es bis ins Finale, musste sich aber auch hier der britischen Meisterin geschlagen geben, aber Silber war der Lohn.
Die Bahnradweltmeisterschaft endete für die gebürtige Amerikanerin mit fünf Medaillen, zwei Weltmeistertrikots bei fünf Starts. Das hat es für eine Fahrerin des RSC Prüm noch nie gegeben.
Nun gilt Lillians Vorbereitung der Cyclocross-Weltmeisterschaft am 29.11.2019 in Mol/Belgien. Dazu bestritt sie am 02.11.2019 den NRW-Cross-Cup in der Nähe von Euskirchen, den sie in der Frauenklasse überragend gewann. Und am nächsten Tag den Cyclo-Cross-Regionale in Tétange/Lux, wo sie den 3. Platz belegte.
Insgesamt hat Lil bisher sechs Weltmeistertitel in den unterschiedlichsten Disziplinen eingefahren, 1 x im Cyclocross, 3 x im Mountainbike und jetzt 2x auf der Bahn. Dazu kommen zweite und dritte Plätze im Downhill, auf der Straße und im Zeitfahren auf der Straße. Das alles spricht für Lillians Vielfältigkeit im Radfahren auf sehr hohem Niveau.

Peter Bartlick

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