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04.11.2019

Jean-Claude Hollerich feierte sein erstes Hochamt als Kardinal in der Pfarrkirche in Waxweiler

Waxweiler/Luxemburg (red/boß) Seit Papst Franziskus den luxemburgischen Erzbischof Jean-Claude Hollerich (61) Anfang Oktober zum Kardinal ernannt hat, ist „Eure Eminenz“ die korrekte Anrede.

Davon machte auch Michael Fischer, Vorsitzender des Pfarreien- und Dekanatsrates, zu Beginn des Pontifikalamtes am 3. November in der Pfarrkirche Waxweiler Gebrauch. Doch mündete seine Begrüßung in die freundschaftlichen Worte „lieber Jean-Claude“, was dem hohen Geistlichen sichtlich gefiel. „Denn hier fühle ich mich zuhause“, sagte dieser den knapp 400 Gläubigen, die sich zum Gottesdienst versammelt hatten.

Mit der Pfarrei in der Westeifel ist er seit rund 20 Jahren verbunden. Seinerzeit war der in der Luxemburger Grenzstand Vianden aufgewachsene Hollerich Doktorand in Bonn und half vertretungsweise bei der Seelsorge in Waxweiler und Umgebung aus. „Seither haben wir viele schöne Gottesdienste mit ihm gefeiert, und er hat immer in gütigen und aufbauenden Worten zu uns gesprochen“, erklärte Michael Fischer. „Hollerich ist einer von uns“, brachte es der Ortspfarrer Georg Josef Müller auf den Punkt. Und: „Er macht uns immer wieder froh.“ Bei aller Verbundenheit und Freundschaft seit zwei Jahrzehnten war dieser Gottesdienst gleichzeitig eine Premiere, dazu eine doppelte: Für Jean-Claude Hollerich war es das erste Hochamt seit seiner Ernennung zum Kardinal; und für die Pfarrei Waxweiler bedeutete es den ersten Besuch eines Kardinals.

In seiner Predigt beleuchtete Hollerich die Sprache der Kirche. „Wir Geistlichen müssen die Sprache der Leute sprechen“, betonte er – „doch das tun wir leider nicht immer“, räumte er ein. Mit den Leuten zusammen sein, an ihrem Leben teilnehmen, im Dialog mit ihnen bleiben, ihnen gut zuhören: Dann entstehe neues kirchliches Leben, davon gab sich der Kardinal überzeugt. Und erläuterte, wie das Christsein ein Weg zum Glück werden könne. „Wir brauchen unseren Glauben nicht hinauszuposaunen“, sagte er. „Aber wir sollten ihn mit Freude im Herzen und Selbstverständlichkeit leben.“ Ja, es gebe Schmerz, Leid und Tod, und das Christentum verspreche nicht, alle Sorgen auszuwischen. Doch sei das Wort von der Liebe Gottes und der Geborgenheit in seinen Händen keine leere Phrase. „Wir können mit dem Kreuz und durch das Kreuz glücklich leben“, lautete die Botschaft des Kardinals.

Dass Hollerich seit Jahren schon zum Willibrord-Fest nach Waxweiler kommt, hat noch eine weitere Bewandtnis. In seiner Funktion als luxemburgischer Erzbischof leitet er die traditionsreiche Springprozession zum Grabe des europäischen Heiligen in Echternach. Wegen der besonderen Verehrung Willibrords führen die Springergruppen aus der Pfarrei Waxweiler die Prozession an – begleitet vom Musikverein Lyra Waxweiler. Der spielte unter Leitung von Dirigent Horst Huppertz auch im Pontifikalamt auf. Die weitere musikalische Gestaltung hatten Angelika Lichter an der Orgel und der von Hans-Peter Gansen dirigierte Prümtal-Chor.

Presse BIP

Dazu der Journalist Achim Schröder:
Eine wundervolle Geste von Kardinal Hollerich, sich in Waxweiler mit den Gläubigen zu treffen und miteinander Gottesdienst zu feiern. Ich durfte ihn auch mehrfach kennenlernen, schätze ihn sehr als Vertreter unserer Kirche und  - im wahrsten Sinne - Seelsorger.
Allerdings: Nun sollte er als Kardinal endlich für das Frauen-Priesteramt in Rom eintreten und Gleichberechtigung schaffen. In diesem Amt hat er die Möglichkeit. Die Zeit ist überfällig!

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