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10.09.2019

Braune Biotonnen sollen im Vulkaneifelkreis den Biotüten weichen - mit Fotogalerie und Leserbrief

Daun/Trier (red/boß) Ab Januar 2020 wird sich in Sachen Abfall im Landkreis Vulkaneifel vieles ändern. Der Zweckverband Abfallwirtschaft Region Trier (A.R.T.) möchte seinen Kundinnen und Kunden

die Wahlmöglichkeiten des neuen Systems in persönlichen Beratungsgesprächen erklären. Dazu sind rund 20 Termine vorgesehen, an denen die A.R.T. Mitarbeiter in den Bürgerbüros, Verbandsgemeindeverwaltungen und auf Wochenmärkten für alle Fragen rund um den Chip an der Tonne und die Einführung der Biotüte zur Verfügung stehen.
Bereits seit 2016 ist der Landkreis Vulkaneifel Teil des Zweckverbands Abfallwirtschaft Region Trier (A.R.T.). Im Rahmen des Zusammenschlusses wurden für die darauffolgenden Jahre zahlreiche Maßnahmen zur Harmonisierung der Leistungen im Verbandsgebiet auf den Weg gebracht. Als Teil dieses über mehrere Jahre dauernden Prozesses hat der Kreistag am 02. September nun die neue Abfall- und Gebührensatzung beschlossen, welche ab Januar 2020 gelten soll. Dies bedeutet weitreichende Änderungen in den Abfuhrsystemen, aber auch die Möglichkeit für jeden Einzelnen, aktiven Einfluss auf die Höhe seiner künftigen Abfallgebühren zu nehmen.
Mit der flächendeckenden Einführung des Identsystems macht die Region einen wichtigen Schritt in Richtung einer effizienten und zukunftsgerichteten Abfall- und Kreislaufwirtschaft. Zukünftig kann jeder durch Abfallvermeidung zum Schutz der Umwelt und zur Schonung unserer Ressourcen beitragen – und wird durch geringere Gebühren dafür belohnt.
Der Auftakt der Bürgersprechstunden „A.R.T. vor Ort“ ist in in Daun. Insgesamt sind in der Zeit vom 16. September bis 2. Oktober im gesamten Landkreis 19 Termine sowohl vor- als auch nachmittags vorgesehen.
Zusätzlich zu den Beratungsgesprächen bietet der A.R.T. eine Vielzahl weiterer Möglichkeiten, sich über die Neuerungen zu informieren. Mitte September erhalten alle Kundinnen und Kunden ein individuelles Anschreiben, in dem die künftige Gebührenstruktur erklärt wird.

Auch auf der A.R.T. Website gibt es die Möglichkeit, sich mit Hilfe von Erklär-Videos, dem Biotüten-Forum und der Info-Seite www.art-trier.de/wirhabendiewahl zu informieren. Gerne beraten die Mitarbeiter auch telefonisch unter 0651-9491 1212 .

Presse A.R.T.

Was darf in die Biotüte? : Obst- und Gemüsereste, Speiseabfälle, verdorbene Lebensmittel unverpackt, Brot- und Gebäckreste, Kaffeefilter und Teebeutel, Eierschalen.

Fotogalerie

      
Biotüte mit Box                                               Misslungene Biotüten-Entsorgung

       
Biogut-Container im      Grüngut-Container
Eifelkreis Bitburg-Prüm

10.09.2019: Leserbrief von Klaus Finken aus Birgel zum Thema Müllentsorgung im Landkreis Vulkaneifel
"Die neuen Müllgebühren und das geänderte Entsorgungsverfahren stoßen bei der Bevölkerung auf große Kritik und Ablehnung. Nicht dass man nur sehr spät und zögerlich mit der allgemeinen Information an die Bevölkerung herantrat, nein, mit Einzelheiten hält man jetzt noch hinter dem Berg.
Der größte Stein des Anstoßes ist wohl die Abschaffung der Biotonne. Was man sich dabei gedacht hat, lässt sich kaum mit vernünftigem Menschenverstand begründen.
Man führt Papiertüten für den Biomüll ein, was weder sozial noch ökologisch sinnvoll ist. Die vorhanden braunen Tonnen werden eingesammelt. Was geschieht damit? Werden diese vernichtet? Wenn das Papiertütensystem ja so sinnvoll ist, wird wohl keine andere Kommune diese noch gebraucht kaufen. Mit viel Energie hergestellte und seit Jahren benutzte Behälter werden entsorgt. Die vorhandenen Tonnen hätten noch viele Jahre ihren Dienst verrichtet.
Nein, man produziert jetzt Papiertüten mit viel Energie. Papierherstellung ist ein hoher Energieverbraucher. Wenn die Biotüten feuchtigkeitsrestent sein sollen, muss das Papier chemisch behandelt werden und darf normalerweise noch nicht einmal ins Altpapier. Viel weniger noch sind sie dann kompostierbar. Die Verteilung läuft auch nicht von selbst. Der Nachschub muss ständig gewährleistet sein.
Für die Sammelstellen müssen Container oder Behälter produziert und bereitgestellt werden.
Dazu fährt jeder Haushalt 2- bis 3-mal pro Woche zum Sammelcontainer, um die Biotüten zu entsorgen. Wieviel Energie wird hierzu aufgewendet? Aber wir müssen ja nicht auf Schadstoffemissionen achten. Wir in der Eifel nicht. Was machen ältere Leute ohne eigenes Auto, die dann ggf. noch etwas abseits wohnen?
Die Tüten müssen die Verbraucher bis zur Ablieferung an den Sammelstellen im Haus lagern. Erstens kann man nicht wegen jeder Tüte alle zwei Tage zur Sammelstelle fahren und zum Zweiten locken die Papiertüten Ungeziefer an und bei Regen weichen diese auch auf. Für Mäuse, Ratten, Marder und Füchse sind Papiertüten kein Hindernis. Vom Madenbefall im Sommer ganz zu schweigen.
Man wird davon ausgehen müssen, dass auf Grund der Lagerung und des Transportes erheblich mehr Biomüll in der grauen Tonne landen wird. Hat man damit etwas gewonnen?
Bisher konnten Hausbesitzer mit kleinem Garten kleinere Menge Grüngutschnitt oder Fallobst in der braunen Tonne entsorgen. Jetzt werden Tüten in Massen benutzt oder ein Autocorso zur Grüngutsammelstelle ist zu erwarten. An den Mülleimern an Rastplätzen der Landstraßen wird sich für viele die Möglichkeit der schnellen und einfachen Entsorgung bieten.
Wie wird es bei den Sammelcontainern aussehen? Wenn es dort so ist wie bei vielen Glascontainern, dann stehen viele Tüten daneben.
Gutes ist auf alle Fälle nicht zu erwarten. Es bleibt nur zu hoffen, dass unsere Kommunalpolitiker ihre Wähler zu Thema fragen. Vor vielen Jahren hat bereits ein Politiker gesagt: „Will man gute und nachhaltige Politik betreiben, muss man dem Volk aufs Maul schauen!“. Vielleicht lässt sich ja nochmal über die Entscheidungen reden.

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