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07.07.2019

Eröffnung der 62. EVBK-Kunstausstellung im ehemaligen Prümer Abteigebäude

Prüm (ps/boß) „Sprache durch Bilder, Graphiken und Skulpturen“ kann man die am Samstag eröffnete große Kunstausstellung der Europäischen Vereinigung Bildender Künstler aus Eifel und Ardennen (EVBK) überschreiben.

In Erinnerung an den in der Prümer St.-Salvator-Basilika begrabenen deutschen Kaisers Lothar I. (+ 855), vergibt die Stadt Prüm alljährlich den „Kaiser Lothar Preis“.  Prüm bekundet mit dieser Auszeichnung nicht nur Bewunderung für Kunst sondern ebenso eine erfolgreiche Partnerschaft mit der Künstlervereinigung.

Gerald Keßler eröffnete die Jahresausstellung in Anwesenheit von ADD-Präsident Thomas Linnertz und vielen Ehrengästen aus Kunst und Politik nach gewohnter musikalischer Einstimmung. Der neue und 5. EVBK-Präsident sieht in dem von der Künstlervereinigung getragenen Gedanken von Frieden und Freundschaft zugleich den weiteren Ansporn, an den Idealen und Werten festzuhalten.

Einen Dank richtete er an die scheidende Präsidentin Prof. Marie-Luise Niewodniczanska, die nach acht erfolgreichen Jahren den Stab an ihn weitergegeben hatte.  Als Anerkennung überreichten Gerald Keßler und Georg Sternitzke (Geschäftsführer Tourist-Information Prümer Land) ein Gemälde. So richtig loslassen konnte sie dennoch nicht, in einer Rede sprühte sie vor Begeisterung und Ideen, die sie aber vertrauensvoll in die Hände des neuen Präsidenten lege.
„Für Prüm ist es eine Ehre, dass diese hervorragende Kunstausstellung - die größte im nördlichen Rheinland-Pfalz – nun bereits zum 62. Mal hier stattfindet“, so Christine Kausen, 2. Beigeordnete der Stadt Prüm in ihrer Grußrede in Vertretung von Bürgermeister Johannes Reuschen. Kämpferisch fügt sie hinzu, „Die EVBK, Europa und die Karolingerstadt Prüm – wir gehören zusammen!“ Und sie erinnerte an die Worte des Ehrenpräsidenten Dr. Ruland, dass an die Stelle vieler politischer Erkärungen, aber auch Missverständnissen die Kunst treten konnte. Die Sprache der Bilder, Graphiken und Skulpturen würden die Menschen eher verstehen, als die mehrdeutigen Worte der Medien und Politiker. Und auch die Schülerinnen und Schüler des heutigen Ausstellungsortes, des Regino-Gymnasiums, lebten Europa an ihrer Schule. Gerade in Zeiten wie jetzt, in denen die europäische Union durch rechte Strömungen oder mangelnden Zusammenhalt belastet wird, sei das Europaprofil des Regino-Gymnasiums beispielhaft, so Christine Kausen.

Martin Schöneich, der zu den renommiertesten Bildhauern in Rheinland-Pfalz zählt, hat den von der Stadt Prüm ausgelobten Kaiser-Lothar-Preis erhalten. Er setzte sich damit gegen über 80 Bewerber durch. Der in Grünstadt geborene und heute in Vorderweidenthal lebende Künstler überzeugte die Jury  mit seinen bildhauerischen Kunstwerken. Die Laudatio hielt Jurymitglied Thomas Rath, der die wichtigsten Steps aus dem Leben des Künstlers und seiner Werke beleuchtete. Schöneich hat nach einer Lehre als Modellschreiner ein Studium der Bildhauerei und Grafik an der der Akademie der Bildenden Künste in München abgeschlossen. Er war Meisterschüler bei Prof. Erich Koch und hat mehrere Preise, darunter auch den Förderpreis für Bildhauerei in Rheinland Pfalz, erhalten. Mittlerweile nutzt er eine 3D Software, um seine Kugeln, Kuben, Würfel oder Zylinder beweglich zu machen. Es bedarf so keiner Zeichnungen mehr. Ein Objekt kann drehbar von allen Seiten sichtbar werden, so dass er die dritte Dimension sofort vor Augen hat und seine Plastiken aus den unterschiedlichsten Materialien und Farben präzise fertigen kann. Seine Skulpturen, in der Vielzahl Formen aus Eisenguss, Holz, Basalt, Keramik, Stahl geschweißt, sind im Festsaal des Regino-Gymnasiums ausgestellt.

Auch die rund 130 Werke aller anderen Künstlerinnen und Künstler können noch bis zum 4. August  beim Kunstspaziergang durch das Regino-Gymnasium bestaunt werden.
Die Öffnungszeiten sind täglich von 13.30 – 18 Uhr
www.evbk.org

Paula Sonnen

Fotos siehe www.pruem-aktuell.de

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