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03.07.2019

Naturparke Nordeifel und Hohes Venn-Eifel stellten Leitbild zur grenzüberschreitenden Entwicklung vor

Höfen / Botrange / Nettersheim / Prüm (red/boß) Sich von Grenzen nicht aufhalten zu lassen, das ist ein Anliegen der Naturparke Nordeifel (D) und Hohes Venn – Eifel (BE). So war es schon 1971,

als die beiden benachbarten Naturparke im Rahmen eines Staatsvertrags die länderübergreifende Zusammenarbeit besiegelten und der Deutsch-Belgische Naturpark Hohes Venn – Eifel ins Leben gerufen wurde.
Vieles hat sich seitdem getan: Zahlreiche Förderprojekte konnten in den letzten Jahrzehnten grenzüberschreitend umgesetzt werden, z.B. die Unterzeichnung eines Flussvertrags für die Our, die gemeinsame Renaturierung von Talauen, Bächen und Mooren oder mit den „Eifel-Expeditionen“ die Etablierung eines grenzüberschreitenden Veranstaltungskalenders zum Naturerlebnis.
Trotzdem erscheinen in manchen Bereichen die Staatsgrenzen nach wie vor präsent. „Dem Gast fehlen zum Beispiel manchmal wertvolle Informationen zu touristischen Angeboten jenseits der Grenze, obwohl diese quasi vor der Haustür liegen“, so Dominik Hosters, Geschäftsführer der nordrhein-westfälischen Naturpark-Geschäftsstelle. „Auch ein bessere Vernetzung sowie Bewerbung der unterschiedlichen Bildungseinrichtungen innerhalb des Deutsch-Belgischen Naturparks wäre wünschenswert“, ergänzt Anne Derks, Geschäftsführerin des rheinland-pfälzischen Naturparkgebietes. Zeit also, staatenübergreifend einen gemeinsamen Fahrplan zu entwickeln.
Mit Hilfe von EU-Fördermitteln aus dem Interreg-Topf der Euregio Maas-Rhein und mit Unterstützung der Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz sowie der Provinz Lüttich hat der Naturpark in den vergangenen Monaten Akteure aus den Bereichen Natur- und Landschaftsschutz, Tourismus und Erholung sowie Bildung für nachhaltige Entwicklung an einen Tisch gebracht und darüber hinaus auch die eigenen Kommunikations- und Organisationstrukturen nochmals unter die Lupe genommen. „Eine der größten Herausforderungen ist die Überwindung der Sprachbarrieren“, betont Francois Charlier, Direktor der wallonischen Geschäftsstelle. Daher wurden die fünf durchgeführten Workshops – wo nötig – auch von professionellen Übersetzern/innen unterstützt. „Diese Simultanübersetzung war für viele Akteure etwas Besonderes und somit haben wir Personen zusammengebracht, die sich zwar mit dem gleichen Thema beschäftigen, zwischen denen aber aufgrund unterschiedlicher Sprachen ansonsten bisher kein Austausch stattgefunden hat.“ Mit der Resonanz der Workshops sind alle drei Naturpark-Geschäftsstellen überaus zufrieden. Die Teilnehmerzahl von 78 Personen kann sich schließlich sehen lassen und zeigt das Interesse an der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit.
Mit Unterstützung des fachkundigen Büros neuland+ sind die Ergebnisse der Workshops in einem grenzüberschreitenden Naturpark-Leitbild gemündet. Dieses wurde nun von den drei Naturpark-Geschäftsstellen (Wallonie, NRW, RLP) gemeinsam im „Naturhaus Seebend“ in Höfen präsentiert. „Wir sind froh, mit diesem Leitbild einen großen Schritt für eine abgestimmte grenzüberschreitende Entwicklung im Naturparkgebiet setzen zu können“ freuen sich die Vertreter der drei Teilgebiete. „Es gibt uns den Rahmen für die weitere staaten- und bundesländerübergreifende Zusammenarbeit.“ Definierte Ziele sind hier beispielsweise die Entwicklung grenzüberschreitender Naturerlebnisangebote, die Berücksichtigung der Barrierefreiheit, der Ausbau der Mehrsprachigkeit, die Schaffung ökologischer Korridore für Flora und Fauna als auch die Etablierung von Begegnungsräumen für deutsche sowie belgische Akteure.
Und wie geht es weiter? Ab Sommer sollen konkrete grenzüberschreitende Projekte entwickelt werden, die helfen, die oben genannten Ziele zu erreichen. „Diese Projekte sollen abschließend in einem Deutsch-Belgischen Naturparkplan verankert und veröffentlicht werden“, so Derks. Und Hosters ergänzt: „Wir hoffen dabei auf weitere Unterstützung seitens Interreg, eines EU-Förderprogramms für grenzüberschreitende Projekte“. „Auf jeden Fall freuen wir uns auf die weitere Zusammenarbeit und erwarten, dass wir dadurch die Schönheit der Landschaft und die Möglichkeiten des Naturerlebens in der Grenzregion stärken können“, ergänzt Charlier.

Presse Naturpark Nordeifel

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