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07.02.2019

Stadt Trier muss "Exhaus" wegen gravierender Bau- und Sicherheitsmängel schließen

Trier (red/boß) Das über die Grenzen hinaus bekannte Jugendkulturzentrum Exhaus in Trier muss geschlossen werden. Grund sind eine ganze Reihe gravierender Baumängel aus den vergangenen Jahrzehnten

in dem denkmalgeschützten Gebäude, die im Zuge der laufenden Brandschutzsanierung sichtbar geworden sind.
Seit der Schließung des Mittelteils des Exhauses im Oktober 2018 und der damals bekannt gewordenen Probleme an Holzbalkendecken sind die Holzkonstruktionen, die Dachstühle und die Statik intensiv untersucht worden. Die Kontrollen, bei denen weitere Bauteile geöffnet wurden - beispielsweise abgehängte Decken entfernt oder Putz von Wänden geklopft - haben gezeigt, dass die Holzbauteile in sehr schlechtem Zustand sind und die Standsicherheit teilweise nicht mehr gewährleistet werden kann. Nach den neuen Erkenntnissen der Statiker und mehreren internen Krisensitzungen im Verlauf dieser Woche hat der Stadtvorstand beschlossen, aus Sicherheitsgründen auch den Nord- und den Südflügel komplett zu schließen. Da der Mittelteil des Jugendkulturzentrums bereits gesperrt war, ist damit folglich das gesamte Exhaus geschlossen.
Nur mit den bisher vom Stadtrat beschlossenen Brandschutzsanierungsmaßnahmen wird das Exhaus nicht zu retten sein, stellten Bürgermeisterin und Sozial- und Jugenddezernentin Elvira Garbes sowie Baudezernent Andreas Ludwig bei einer Pressekonferenz am Donnerstag fest. Der Stadtvorstand geht davon aus, dass eine Generalsanierung des Gebäudes nötig ist.
Die Mitarbeiter, die noch im Exhaus arbeiten, wurden am Donnerstagmorgen darüber informiert, dass sie das Gebäude in den nächsten Tagen räumen müssen. Schon geplante Konzerte oder Partys müssen abgesagt oder in andere Räume verlegt werden. Die Stadt unterstützt den Ex-Haus-Verein bei der Suche nach Ausweichräumlichkeiten.
Nächster Schritt ist, dass der Stadtrat eine umfangreiche Kostenermittlung über die Sicherung des Gebäudebestandes und die Wiederherstellung der Nutzbarkeit in Auftrag gibt.

Hintergrund:
Das Exhaus ist für viele Besucher aus Trier und dem Umland der Inbegriff einer alternativen Jugendkultur. Bei voll nutzbarer Besucherkapazität zählte das Exzellenzhaus jährlich 70.000 bis 100.000 Besucher.
Der Betreiberverein befindet sich seit Mai 2018 in einem Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Involvenzrechtliche Generalbevollmächtigte ist die Trierer Rechtsanwältin Christine Frosch, vom Gericht bestellter Sachwalter ist Prof. Dr. Dr. Thomas B. Schmidt. Die finanzielle Schieflage entstand unter anderem, weil wegen des Umbaus die Einnahmen aus Konzerten gesunken sind. Bisher finanzierte sich der Verein in einer Mischkalkulation über städtische Zuschüsse und die Einnahmen aus Partys und Konzerte.
Zur Arbeit des Vereins gehören ein offener Jugendtreff, das lokale Fanprojekt, Streetwork für Jugendliche und junge Erwachsene. Im Stadtteil Ehrang betreibt der Verein den Jugendclub Blue und in Trier-Nord einen Umsonstladen. Der Kinderhort, der in der Ambrosius-Grundschule ausgelagert ist, hat 45 Plätze. Der Kulturbereich organisiert zudem den so genannten „Bunker“ im Ludger-Kern-Haus, in dem 30 bis 40 lokale Bands proben.
Die Stadt hat mit dem Verein eine Ziel- und Leistungsvereinbarung für Jugendkulturarbeit, Jugendarbeit, Fanprojekt, Medienarbeit, Streetwork inklusive des Blue von 370.000 Euro. Für 2019 hat der Stadtrat überdies als Sonderförderung 75.000 Euro zur Verfügung gestellt. Der Hort wird mit 230.000 Euro pro Jahr gefördert.

Quelle: Presse Stadt Trier (mic)

     
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