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07.02.2019

LSB-Präsident Prof. Dr. Lutz Thieme zurückgetreten

Selbersbach/Mainz (red/boß) Eklat beim Landessportbund Rheinland-Pfalz. Prof. Dr. Lutz Thieme hat im Verlauf der gestrigen Präsidiumssitzung in Seibersbach seinen sofortigen Rücktritt

vom Amt des LSB-Präsidenten erklärt. In der Frage der Ausschreibung des Zeitpunktes der Nachbesetzung der Stelle des Hauptgeschäftsführers war es zu einer kontroversen Diskussion gekommen.
Als Konsequenz daraus gab der 52 Jahre alte Sportwissenschaftler, der am 16. Juni 2018 bei der Mitgliederversammlung in Bingen einstimmig zum Nachfolger von Karin Augustin gewählt worden war, seinen sofortigen Rücktritt bekannt.
Ebenfalls mit sofortiger Wirkung zurückgetreten ist Dieter Krieger als Vizepräsident für Sportentwicklung.

Eine persönliche Erklärung von Prof. Thieme zum Rücktritt als Präsident des LSB Rheinland-Pfalz:
 
"Im Verlauf der gestrigen Präsidiumssitzung des Landessportbundes Rheinland-Pfalz habe ich meinen sofortigen Rücktritt vom Amt des Präsidenten des Landessportbundes erklärt. Der Vizepräsident für Sportentwicklung, Dieter Krieger, ist ebenfalls von seinem Amt zurückgetreten. Offensichtlich ist es mir nicht gelungen, für den von mir vertretenen Weg einer notwendigen inhaltlichen und strukturellen Weiterentwicklung des LSB Rheinland-Pfalz das dafür erforderliche Vertrauen bei den Präsidentinnen und beim Präsident der regionalen Sportbünde zu gewinnen.
Auslöser des Rücktritts war ein Antrag der Präsidentin des Sportbundes Pfalz zur sofortigen Ausschreibung der Position des Hauptgeschäftsführers des LSB. Meiner Argumentation, dass diese Position noch bin Juni 2019 blockiert, die Eingruppierung im vom Ministerium des Inneren und für Sport zu genehmigenden Stellenplan noch nicht erfolgt und zudem das Stellenprofil angesichts der aktuellen Diskussionen um die Ausrichtung des LSB derzeit noch nicht ersichtlich ist, ich aber eine Stellenbesetzung nach Ausschreibung zu Jahresbeginn 2020 anstrebe, wurde nicht gefolgt. Der Antrag des Vizepräsidenten für Kommunikation, Walter Desch, auf Verschiebung der Beschlussfassung auf die nächste Präsidiumssitzung wurde u.a. mit den Gegenstimmen der Sportbundpräsidentinnen und des -präsidenten abgelehnt.
Damit war aus meiner Sicht deutlich, dass mir als LSB Präsident nicht einmal ein minimaler Handlungsspielraum in zentralen Bereichen präsidialer Verantwortung zugestanden wird und ich Verantwortung für Entscheidungen tragen muss, die ich selbst nicht beeinflussen kann. Dies ist keine Grundlage für die notwendigen und bereits begonnenen Reformprozesse innerhalb des LSB sowie an der Schnittstelle zu den regionalen Sportbünden, an deren Verwirklichung das Hauptamt in Landessportbund und Sportbünden konstruktiv mitwirkt.
Im Rückblick auf meine kurze Amtszeit bleiben mir vor allem die leider noch nicht ganz beendeten Arbeiten in der AG Digitalisierung und der AG Schwimmen des LSB, die gemeinsam mit den Geschäftsführern der regionalen Sportbünde ausgearbeitete transparente Finanzierungssystematik, die im LSB vorangetriebene Vollkostenrechnung sowie die Erfassung der Arbeitsvorgänge und der Beginn deren inhaltlicher Bewertung in guter Erinnerung.
Leider ist es mir nun nicht mehr möglich, den bereits im Präsidium hinlänglich kommunizierten und in wesentlichen Teilen bereits laufenden Prozess aus der Präzisierung der Finanzierungsstrukturen, der Schaffung interner Kostentransparenz, der Diskussion um eine zukunftsfeste Neuausrichtung des LSB einschließlich der Analyse und Neuausrichtung der Schnittstellen zu den regionalen Sportbunden weiter voranzubringen. Die notwendige Impulssetzung durch eine externe Strukturanalyse, deren Ergebnisse in eine notwendige Satzungsdiskussion führen sollte, deren Ergebnis der planmäßigen Mitgliederversammlung im Sommer 2020 zur Diskussion und Entscheidung vorgelegt werden sollte, wurde von Teilen des Präsidiums nicht gewollt.
Wertvoll für mich als Quereinsteiger in die Verbandsstrukturen des rheinland-pfälzischen Sports ist die Erfahrung, dass die ungeteilte Zustimmung zu meiner Person und den dargelegten inhaltlichen Zielen auf der Mitgliederversammlung am 16.06.2018 nicht ausgereicht haben, um im Präsidium des LSB auch nur einen minimal notwendigen Handlungs- und Entscheidungsspielraum für den Präsidenten zu gewährleisten.
Ausdrücklich bedanken möchte ich mich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des LSB, insbesondere bei den drei kommissarischen Geschäftsführern, deren Leistungen bei der Bewältigung der Folgen des Rechnungshofberichts und deren Bereitschaft zur Weiterentwicklung des LSB ich stets mit Hochachtung und Respekt begegnet bin."

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