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06.12.2018

Goßer Schlag gegen die italienische Mafia mit sieben Festnahmen

Köln/Verviers (red/boß) Am Mittwoch gegen 6 Uhr kam es in mehreren Bundesländern sowie in Belgien und Spanien zahlreiche Festnahmen und Durchsuchungen wegen des Verdachts des bandenmäßigen Kokainhandels

sowie einem parallelen Betrugsverfahren mit Schäden in Millionenhöhe. Der Schwerpunkt dieser Maßnahmen lag dabei in Nordrhein-Westfalen, insbesondere in Köln.
Bereits seit März 2016 hatte die Ermittlungskommission (EK) "Falabella" der Kölner Kripo verdeckt gegen eine Gruppe von Beschuldigten ermittelt. Das Verfahren richtet sich gegen italienische und deutsche Staatsangehörige (33 - 68 Jahre). Haupttatverdächtig ist ein italienischer Restaurantbetreiber (45) aus dem Rhein-Erft-Kreis.
Ausgangspunkt der Ermittlungen war die seinerzeitige Sicherstellung von 80 Kilo Kokain in einem speziell präparierten Pferdetransporter im Fährhafen Harwich/GB. Den Tatverdächtigen werden bisher mindestens 23 solcher Transporte von jeweils 80 Kilo Kokain aus den Niederlanden nach England zur Last gelegt.
Darüber hinaus hatte ein Teil der Beschuldigten ein bundesweites Firmengeflecht mit Auslandsbezügen aufgebaut. Über Strohleute sollen sie IT, Kommunikationsmittel, Fahrzeuge und Büroeinrichtung erworben haben. In dem Zeitraum seit Ende 2017 stellten die Ermittler 166 Betrugsfälle mit einem Schadensvolumen von mindestens 1,3 Millionen Euro fest.
Schlagartig durchsuchten die Fahnder heute insgesamt 23 Objekte in Nordrhein-Westfalen (Köln, Leverkusen, Aachen, Rhein-Erft-Kreis, Ennepe-Ruhr-Kreis, Düren, Heinsberg, Rhein-Kreis Neuss und Recklinghausen), vier Objekte in Berlin, vier weitere in Thüringen (Gera, Altenburg), zwei Objekte im belgischen Verviers und zwei Objekte in Spanien (Mallorca) nach Beschuldigten und Beweismitteln.
Darüber hinaus vollstreckten die Ermittler Vermögensarreste in Millionenhöhe. Sieben Tatverdächtige wurden in Nordrhein-Westfalen und Berlin festgenommen, nachdem im Vorfeld richterliche Haftbefehle gegen sie erwirkt worden waren.
Die weiterhin andauernden Ermittlungen der EK Falabella stehen im engen Zusammenhang mit seit August 2016 konzertiert betriebenen Ermittlungen deutscher, italienischer, niederländischer und belgischer Behörden gegen Mitglieder eines Mafiaclans aus San Luca/Kalabrien wegen des Verdachts des Kokainhandels im Tonnenbereich. Nach Erkenntnissen der italienischen Sicherheitsbehörden ist dieser Clan der `Ndrangheta zuzurechnen.
Ermittelt wird in diesem Zusammenhang auch wegen des Verdachts des Verrats von Dienstgeheimnissen gegen mehrere Bedienstete unterschiedlicher Behörden.
Parallel zu den hiesigen Maßnahmen fanden vor dem Gesamthintergrund heute europaweite Festnahme- und Durchsuchungsmaßnahmen statt. Für Deutschland sind dabei die Staatsanwaltschaft Duisburg und das Bundeskriminalamt federführend. (cg)

Presse Polizei und Staatsanwaltschaft Köln

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