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15.11.2018

Private Verschuldung in der Region Trier nimmt zu - Hallschlag negativer Spitzenreiter

Trier (red/boß) Die Verschuldungssituation der über 18-jährigen Privatpersonen in in der Region Trier wurde von den Creditreform-Gesellschaften „Creditreform Boniversum GmbH“ und „microm GmbH“ mit den Vorjahresdaten verglichen.

Absoluter Spitzenreiter ist weiterhin das Postleitzahlengebiet 54611 Hallschlag (Vulkaneifelkreis) mit 15,48 % (Vorjahr 15,64 %). Mit einer Schuldnerquote von 10,52 % (Vorjahr 9,94 %) liegt die Stadt Trier weiterhin über der Zehnprozentmarke und damit bundesweit auf Platz 356. Hier wirkt sich auch die Funktion als Oberzentrum für die Region aus.
In allen Trierer Stadtteilen (nach Postleitzahlen) ist die Verschuldungsquote im Vergleich zu vergangenem Jahr weiterhin gestiegen: in den PLZ-Gebieten 54292 Trier ist mit 12,85 % (Vorjahr 11,10 %), 54293 Trier mit 13,09 % (Vorjahr 12,38 %) und 54294 Trier mit 13,91 % (Vorjahr 13,80%)  ist ein leichter Anstieg zu vermelden.
Auch in allen fünf Landkreisen der Region Trier sind die Verschuldungsquoten, wenn auch auf niedrigem Niveau, leicht gestiegen. Positiver Spitzenreiter in der Region ist weiterhin der Kreis Trier-Saarburg mit 6,64 % gegenüber 6,60 % im Vorjahr, der im bundesweiten Ranking der Kreise auf Rang 51 liegt. Danach folgen der Eifelkreis Bitburg-Prüm mit 8,45 % (8,15 % im Vorjahr), der Kreis Bernkastel-Wittlich (8,49 % zu 8,36 %) und der Vulkaneifelkreis Daun (8,58 % zu 8,52 %). 
Hermeskeil mit 12,71 %, Jünkerath mit 12,20 % und auch Wittlich (10,80%) liegen  weiterhin seit Jahren über der Zehnprozentmarke. In Bitburg beträgt die aktuelle Quote 9,61 %, in Daun 9,77 % und Konz 7,57 %.
Die geringsten Schuldnerquoten haben in diesem Jahr Newel mit 4,17 % und Tawern mit 4,23 %. Auf den weiteren Plätzen folgenden Zeltingen-Rachtig mit 4,38 %, Pluwig mit 4,53 % und Föhren mit 4,67 %.
Von den insgesamt 114 Postleitzahlengebieten in der Region Trier haben sich insgesamt 39 in der Schuldnerquote leicht verschlechtert.
Nicht nur Arbeitslosigkeit, Scheidung, Krankheit und gescheiterte Selbständigkeit, sondern auch eine unwirtschaftliche Haushaltsführung, z.B. Urlaub auf Kredit, führen zum wirtschaftlichen Aus von Verbrauchern. Darüber hinaus führen die stark gestiegenen Immobilienpreise und stetig steigende Mieten zu einer starken Minderung des verfügbaren Haushaltseinkommens und somit hohen Verschuldungsquoten. Ein mittelfristiger Zinsanstieg könnte die Situation weiter verschärfen.
„Armut im Alter“ ist zwar insgesamt noch ein Randthema auf geringem Niveau, steigt aber überproportional an. In der ältesten Schuldnergruppe beträgt die Quote rund 2,04 %. Derzeit müssen bundesweit rund 260.000 Menschen ab 70 Jahren als überschuldet eingestuft werden (+ 69.000 Fälle). Wie rapide die Überschuldung im Alter zunimmt, zeigt der Zuwachs alleine in den letzten beiden Jahren. Bei den über 70-Jährigen beträgt er 35,6 %, bei den 60-69-Jährigen nur 6,5 %. Der Anstieg der arbeitenden Bevölkerung im Rentenalter ist ein Hinweis dafür, dass die Rente in vielen Fällen nicht ausreicht.
Positive Signale gibt es in der Gruppe der unter 30 Jährigen. Ein deutlicher Rückgang (- 2,23 %) unter den überschuldeten Verbrauchern ist festzustellen.
Die Auswertung zeigt ebenfalls einen Zusammenhang mit der Schulbildung. Bei Personen ohne jeglichen Schulabschluss (12,31 %) ist das Risiko in eine Überschuldung zu geraten höher, als bei Menschen mit Fachhochschulreife (8,27 %) oder Abitur (8,53 %).
Für die nahe Zukunft ist angesichts sich mittelfristig eintrübender konjunktureller Rahmenbedingungen eher mit einer Verschärfung der  privaten Überschuldungslage in Deutschland zu rechnen. Es kann daher von einer weiteren Zunahme der Überschuldungszahlen ausgegangen werden.

Hintergrund:
Überschuldung liegt dann vor wenn die zu leistenden Gesamtausgaben höher als die Einnahmen sind und somit die Summe der fälligen Zahlungsverpflichtungen mit hoher Wahrscheinlichkeit über einen längeren Zeitraum nicht beglichen werden kann.
Die Überschuldung von Privatpersonen in Deutschland ist seit 2014 zum fünften Mal in Folge angestiegen. Die Überschuldungsquote bleibt nahezu konstant, da die Bevölkerung durch Zuwanderung und Migration nochmals leicht zugenommen hat. Zum Stichtag 1. Oktober 2018 wurde für Deutschland eine Überschuldungsquote von 10,04 Prozent festgestellt. Damit sind weiterhin über 6,9 Millionen Bürger über 18 Jahre überschuldet und weisen nachhaltige Zahlungsstörungen auf. Dies sind rund 19.000 Personen mehr als noch im letzten Jahr (+ 0,3 %).
Eichstätt bei Ingolstadt ist mit einer Überschuldungsquote von 3,85% positiver Spitzenreiter, Schlusslicht ist Bremerhaven mit 21,22,%.

Presse Creditreform