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01.06.2018

Konzertierte Aktion am Stausee Bitburg nach Unwetter - Ablauf an Staumauer wird "freigeschaufelt"

Biersdorf am See (boß) Kontrolliertes Ablassen von Wasser soll die Lage entschärfen. Die starken Regenfälle der letzten 14 Stunden und das Hochwasser der Prüm haben am Bitburger Stausee eine kritische Situation geschaffen.

Kamen doch mit den Wassermassen auch große Mengen von Treibholz, Schutt, Campingmöbel, Anhängerteile, Kühlschränke etc. herangebraust, die sich im See vor der Staumauer angesammelt haben und den normalen Abfluss des Wassers behindern. Es bestand die Gefahr, dass das Treibholz inform von Baumstämmen und größerem Unrat den Durchfluss blockieren könnte.
Es musste immer wieder vermehrt Wasser abgelassen werden, um einer Überschwemmung vorzubeugen. Der Wasserstand der Prüm wird höher erwartet, als bei dem Hochwasser 2003. Der Pegel war unterhalb der Staumauer zeitweise auf knapp 3 Meter angestiegen.
Von einem befürchteten Staudammbruch war bei den Verantwortlichen allerdings keine Rede. Der Damm wurde rein vorsorglich von einem Baufachberater des THW und vom Betreiber des Zweckverbandes geprüft.
Alle Ortschaften unterhalb des Stausees wurden gewarnt. Die an den Flüssen und Bächen liegenden Campingplätze wurden evakuiert.
Mit vereinten Kräften von Feuerwehr, THW und einem Großaufgebot von Baggern und Lastwagen wird nun versucht, den Unrat aus dem Wasser zu fischen und eine Abflussgasse freizuschaufeln. Wenn es gelingt, kann eine Evakuierung der unterhalb der Staumauer liegenden Dörfer vermieden werden.
Gegen Abend traf die rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken am Einsatzort ein, um sich gemeinsam mit Bürgermeister Josef Junk, dem Ortsbürgermeister und Einsatzkräften ein Bild von der Lage zu machen.
"Das sind alles Folgen des Klimawandels, wie wir in den letzten Jahren beobachten konnten", so Höfken. "Wir können der Feuerwehr und dem THW nicht dankbar genug für ihren unermüdlichen Tag- und Nacht-Einsatz sein. Auch hier in der Verbandsgemeinde wird derzeit ein Hochwasserschutzkonzept erarbeitet, um noch besser auf solche Katastrophen vorbereitet zu sein."
Was in den nächsten Stunden auf die Dörfer Wiersdorf, Wissmannsdorf, Brecht und Oberweis zukommt, bleibt abzuwarten. In den Abendstunden standen zwei Bagger auf der Staumauer-Brücke, um sperriges Gut aus dem See zu "fischen" und so einen Rückstau im Bereich Biersdorf zu verhindern.
"Es wird wahrscheinlich noch die ganze Nacht dauern, bis alles reguliert werden kann. Daumendrücken ist angesagt, damit kein weiterer Regen kommt", so Ulrike Höfken abschließend.


                               
Hohe Strömungs-                 Alle wollen helfen                 Sperrige Teile werden 
Geschwindigkeit hinter                                                    aus dem Wasser          
der Staumauer                                                               gefischt   

 

                                  
Einsatzvorbereitungen         Fotos Moritz Trost                   Unrat treibt in Richtung
                                         Lagebesprechung                    Staumauer


    
             
Kontrolliertes                        Camper in Not
Ablassen